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In einer Nacht hat der Bauer Tille Storkema Grausames vollbracht. Wie kam es dazu? Wie konnte er danach Jahre lang als Familienvater weiterleben, als wäre nichts geschehen? Peter Middendorp versetzt sich in die Rolle des Gewalttäters. Entstanden ist ein...
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  • 5 Sterne

    5 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Jasmin H., 14.08.2019

    Als Buch bewertet

    "DU GEHÖRST MIR" von Peter Middendorp ist ein Roman vom Verlag Oktaven.
    Er besteht aus vier Hauptkapitel (Frühling,Sommer,Herbst und Winter).
    283Seiten haben mir sehr gute Unterhaltung geboten,ein grossartiger Roman ,der unter die Haut geht.
    Es kommen viele verstörende,schmerzhafte und erschreckende Szenen vor,die aus der Sicht des Täters geschrieben werden.
    Die Ich-Erzählung ist einfach und gut zu verstehen,aber es gibt oft monotone Gespräche,die meiner Meinung nach etwas weniger hätten sein können.Eine Aussage zum Beispiel wird bis zu drei mal hintereinander in einem Satz wiederholt.


    Der Familienvater Tille Storkema wird plötzlich eines Nachts zu einem Vergewaltiger und Mörder.
    Er greift ein sechzehnjähriges Mädchen an,aber erst 13 Jahre müssen vergehen,bis endlich die Wahrheit ans Licht kommt .
    In dieser Zeit lebt er als Bauer mit seiner Familie ganz normal weiter,er verdrängt das "Unglück ",wie er es nennt.
    Er redet sich meiner Meinung die Tat als Unglück ein,um sein Gewissen zu beruhigen und unauffällig weiter zu leben.
    Immer wieder wird ermittelt und schliesslich gibt es Anschuldigungen gegen mutmassliche Täter aus einem Asylbewerberheim.
    Doch nach 13 Jahren wird Tille durch einen DNA Test gefasst und seine Familie ist zerstört.


    Er wurde als Kind viel missachtet und musste einen schrecklichen Unfall seines Vaters mitansehen.
    Ist das der Grund seiner Tat?
    Meiner Meinung nach ein klares NEIN!
    Er beschreibt,dass ihn sein Körper zu der Tat getrieben hat,aber nicht sein Geist.



    Mich als Mutter hat der Roman sehr mitgenommen.Ich kann solche Taten nicht nachvollziehen.Egal,wie schwer die Kindheit war.Er konnte es als Familienvater einfach nicht ertragen,von seiner Frau zurückgewiesen zu werden und zählt dies unter anderem als Gründe auf.
    In den 13Jahren lebt er in seiner eigenen Welt,erleidet Flashbacks und konnte teilweise seine Tat nicht von der Realität unterscheiden.

    FAZIT:Sehr zu empfehlen,die Rolle eines scheinbar harmlosen Gewallttäters wird detailliert und extrem gut beschrieben.
    Ein spannender Einblick in eine psychophatische Seele.

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  • 4 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    coffee2go, 09.09.2019

    Als Buch bewertet

    Meine Meinung zum Buch:
    Das Buch hat einen interessanten Aufbau, der ziemlich anders ist, als ich es erwartet hätte. Erzählt wird aus Sicht von Tille über sein Leben, seine Ansichten, vom Kennenlernen seiner Frau und wie ihre Kinder grösser werden und sich die Arbeitsbedingungen auf dem Bauernhof verändern, ganz normaler Alltag und dann ist da plötzlich ein Vorfall. Tille hat sich nicht unter Kontrolle und gibt seinem Zwang nach und vergewaltigt und tötet ein Mädchen. Seine Tat ist ihm bewusst und er hat auch Angst davor, es wieder zu tun oder sogar seiner Tochter etwas anzutun als diese grösser wird. Das Verhältnis zwischen Tille und seiner Frau wird auch sehr eigenartig beschrieben und irgendwie habe ich den Verdacht, dass sie ahnt, was ihr Mann getan hat, auch wenn sie es nie anspricht. Was passiert ist, weiss man schon relativ früh im Verlauf des Buches, trotzdem bleibt die Spannung bis zum Schluss aufrecht, steigert sich sogar noch, weil man auf den Moment wartet, bis alles ans Licht kommt und Tille gefasst wird. Dass dies nach so vielen Jahren der Fall sein wird, damit hätte ich schon fast nicht mehr gerechnet. Aber für Tille und seine Familie war es am Ende fast wie eine Erlösung. Über das gesamte Buch hindurch herrscht wirklich eine eigenartige Stimmung.

    Mein Fazit:
    Eine interessante Herangehensweise an die Thematik und die ständige Angst, rückfällig zu werden und die leise Hoffnung, gestoppt zu werden.

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  • 3 Sterne

    3 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    duenefi, 25.08.2019

    Als Buch bewertet

    Der Verachtete und das Gespenst - das Grauen aus einer interessanten Perspektive


    Auf dem Cover zu "Du gehörst mir" ist ein Schwarm Vögel fliegend unter einem blutroten Himmel zu sehen - der Titel allein bewegt zum Zugreifen, der Klappentext geht dann direkt unter die Haut!

    ICH STAND HINTEN AUF DEM FELD UND SAH ZU, WIE DAS
    LINKE BEIN MEINES VATERS VON EINEM MÄHDRESCHER
    AUFGEFRESSEN WURDE....- ein harter Einstieg in einen teils spannenden, teils merkwürdigen und verstörenden Roman.
    Man erfährt direkt auf den ersten Seiten, warum Tille so wurde wie er ist und auch weitere Details über sein Umfeld, seine Familie und seine Werte.
    Der Schreibstil von Peter Middendorp war für mich gewöhnungsbedürftig, bisweilen ist es eher langatmig, andererseits werden Sätze rausgehauen die einschlagende eine Bombe...:
    "Eine Ehefrau gibt Sex wie eine Kuh Milch – ein paar
    Jahre lang, fünf, sechs, und dann ist die beste Zeit vorbei."
    Das war die Nacht, in der das Unglück geschah, die Nacht, in der Ada Tille den Sex verweigerte und er nicht zum Onanieren ins Bad ging, sondern aufs Fahrrad stieg, angeblich, um die Dienste einer Nutte in Anspruch zu nehmen.
    So sagt Tille im Verhör. Und dann passierte es . Das Schlimme. Das mit dem Mädchen . Das Unausgesprochene...Tille ist nicht nur verschroben, merkwürdig und verstört, sondern vor allem auch verklemmt.
    In diesem Buch wird ständig zwischen Zeiten und Erinnerungen hin und her gesprungen, allerdings gar nicht störend sondern natürlich und darum wusste man auch immer, in welcher Zeit sich der Protagonist innerhalb seiner Gedankenwelt gerade befand.
    Das Geschehen hat mich nicht wirklich mitgerissen, leider war man als Leser nicht mittendrin sondern es war so, als ob man durch den Spalt eines Vorhangs vorsichtig in das Haus der Familie Storkema blickt. Somit war es auch nicht möglich, besondere Sympathien oder Gefühle zu den Protagonisten aufzubauen, und das hat mein Lesevergnügen definitiv geschmälert.
    Mein Fazit: lässt sich ganz gut lesen, wenn man es nicht kennt hat man aber auch nicht viel verpasst!

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  • 3 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Katrin E., 14.08.2019

    Als Buch bewertet

    Inhalt:
    In "Du gehörst mir" versetzt uns der Autor in die Rolle des Täters. Man weiss direkt, wer der Täter ist und durch den Klappentext auch schon etwas, was er angestellt hat. Nun begleiten wir Tille durch sein Leben und seine Gedanken. Denn da erst anderen Spuren, zum Beispiel in einem nahe liegendem Asylantenheim, nachgegangen werden fällt lange kein Verdacht auf ihn. Erst einige Jahre später und wegen einem DNA Abgleich wird Tille überführt.

    Der Autor Peter Middendorp wurde in den Niederlanden mit dem Buch mehrfach für Preise nominiert.

    Rezension:
    Die Idee ein Buch aus Sicht eines Täters zu schreiben finde ich sehr spannend, doch ist es - für mich - hier zu langatmig geworden. Es wird zu lang und zu ausführlich das Familienleben beschrieben. Ja, es soll ausführen, in welcher Situation Tille sich befindet und wie es scheinbar zu der Tat gekommen ist, doch denke ich, hätte man das kürzer bzw. spannender beschreiben können. Alles in allem ist das Buch für mich eher ein Familiendrama, als ein Thriller/Krimi.
    Die Sprache finde ich jedoch gelungen und der Lesefluss war angenehm und ich musste nichts öfter lesen um Satz oder Inhalt zu verstehen. Ja, es wird ab und an zwischen dem Jetzt (Tille im Gefängnis bzw in Gedanken beim Verhör) und dem Verlauf seines Lebens hin und hergewechselt, doch das empfand ich nicht als störend.

    Fazit :
    Wer es ruhig und ohne grosse Spannung mag (denn wir kennen den Täter, was er angestellt hat und das er auch verhaftet wird)ist mit dem Buch gut bedient.

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  • 3 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    XYZ, 30.08.2019

    Als Buch bewertet

    Umsetzung nicht ganz klar

    Inhaltlich hätte die Inhaltsangabe eigentlich sehr interessant geklungen. Bzw. ist das Buch inhaltlich eigentlich auch sehr interessant- jedoch ist der Schreibstil sowie die Umsetzung der eigentlichen Idee absolut nicht gelungen. Teilweise gibt es Sätze ohne Zusammenhang, teilweise gibt es sehr sehr kompliziert verschachtelte Sätze, die man 3 Mal lesen muss, um zu verstehen, was diese aussagen sollen. Der Lesefluss ist dadurch sehr gestört - und Spannung kommt keine auf. Ein sehr monotoner und gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, mit dem ich persönlich mich leider nicht anfreunden konnte.

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  • 2 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Miss Norge, 16.08.2019

    Als Buch bewertet

    Als ich den ersten Satz gelesen hatte, dachte ich sofort, wow das wird bestimmt eine tolle Story, aber dann? Leider muss ich gestehen, das mich der Schreibstil so gar nicht angesprochen hat. Sehr wiederholend und abgehackt. Man lernt auch die Personen alle nicht richtig kennen, sondern es wird nur an der Oberfläche gekratzt, so das mir alle etwas blass und fern blieben. Zudem hatte ich das Gefühl, das ich während des ganzes Plots alles wie durch eine dünne Nebelwand beobachtete habe. Das alltägliche, harte Leben auf dem Bauernhof, das Privatleben zwischen Tille Storkema, seiner Frau Ada und den Kindern Suze und Friso. Man war nicht direkt dabei, sondern schaute wie durch ein Fenster ihnen beim leben zu. Die Taten von Tille blieben auch etwas verschwommen und er lebte ohne Reue und grosse Erinnerungen die 13 Jahre bis zu seiner Verhaftung. Statt sich zu fragen, warum er das getan hat, regt er sich lieber über alltägliche Kleinigkeiten auf, wie z.b. die immer teurer werdenden Zigaretten. Ansonsten scheint er kein Problem damit zu haben, das er was schlimmes getan hat.
    Im Grossen und Ganzen war mir die ganze Story zu schwammig und zu schwer zu lesen.

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  • 5 Sterne

    Inge W., 12.09.2019

    Als Buch bewertet

    In einer Nacht hat der Bauer Tille Storkema Grausames vollbracht. Wie kam es dazu? Wie konnte er danach Jahre lang als Familienvater weiterleben, als wäre nichts geschehen? In der Zwischenzeit wuchern die Verdächtigungen und Anschuldigungen gegen die mutmasslichen Täter aus einem Asylbewerberheim, während Tille versucht, ein guter Ehemann, Vater und Bauer zu bleiben. Doch der Druck wächst auf den noch recht junge Landwirt, verheiratet und Vater zweier Kinder, der nach seiner nächtlichen Tat dreizehn Jahre lang schweigt und weiter in Familie und Betrieb funktioniert - scheinbar unauffällig. Zur Zeit des Aufrufs zu besagter DNA- Untersuchung nähert sich seine eigene Tochter dem Alter seines zur Tatzeit sechzehnjährigen Opfers; vielleicht ein Grund, weshalb er keinen Versuch unternimmt, sich dem Test zu entziehen. Warum hat er nicht irgendwo anders neu angefangen? Das Wagnis an dem Roman "Du gehörst mir" ist: Autor Peter Middendorp schlüpft in die Figur des Täters, lässt diesen selbst aus einer fiktiven Ich-Perspektive berichten. Entstanden ist ein höchst kunstvoller Roman, der sich Wahrheiten stärker annähert, als es durch blosse Fakten möglich ist. Die Kniffe und Methoden sind überschaubar, mit denen der Ich - Erzähler manipuliert: etwa, wenn er sich gleich eingangs als Kind beschreibt, das miterleben muss, wie sein Vater mit dem Bein in den neu angeschafften Mähdrescher gerät. Eine blutige Szene, viel drastischer geschildert als das eigene Verbrechen und durchdrängt mit Selbstmitleid als nicht wahrgenommenes, weil von den Erwachsenen übersehenes Kind - dabei aber ohne jede Empathie für den Vater, der sein Bein verliert. Sich selbst beschreibt er ausführlich als zärtlichen Vater seiner Tochter - nur über seinen Sohn verliert er kaum ein Wort. Auf solche Fehlstellen muss man als Leser achten, um zu merken, was mit dem Mann nicht stimmt. Auch die Frau des Täters will nichts bemerkt haben, dabei hat sie ihren Mann nach der Tatnacht noch wegen der nicht herauszuwaschenden Flecken in seiner Unterwäsche befragt. Ein genügend deutlicher Hinweis, dergleichen beim Lesen zu hinterfragen. Hinzu kommt die manipulative Verwischung oder gar Vertauschung der Kategorien: Der Sexualmord wird konsequent als Unglück bezeichnet, als einmaliger Ausrutscher, quasi als technisches Versagen, als falsche Einschätzung eines Bremswegs. Die Tat wird letztlich zu einem Stück Naturgewalt, und wenn man nicht achtgibt, ist am Schluss der Täter das Opfer: In der Hauptsache ein tragisch Gescheiterter, der seit der Tatnacht weiterhin tapfer für seine Familie und den Betrieb funktioniert, obwohl er eigentlich kein Leben mehr hat. Bis man sich hoffentlich vergegenwärtigt, dass das Leben des Opfers in der Tatnacht endete und nicht das des Täters. Auffällig ist wie der Roman die Techniken der Manipulation und Wahrheitsverdrehung beleuchtet, besonders auch, wenn vorgebliche Gefühle eines allgemeinen Vernachlässigtseins als Begründung für Untaten herhalten sollen. Das ist ein wichtiger Aspekt, in dem der Roman über sich selbst hinausweist. Unverzichtbar ist jedoch ein kritisches, aufmerksames Hinschauen. Ein Thriller der Extraklasse, der mit den Gefühlen des Lesers spielt. Meisterhaft, verstörend, schmerzhaft, erschreckend, aber auch herzzerreissend – und manchmal sogar lustig. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte.

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  • 5 Sterne

    Inge W., 12.09.2019 bei Jokers bewertet

    Als Buch bewertet

    In einer Nacht hat der Bauer Tille Storkema Grausames vollbracht. Wie kam es dazu? Wie konnte er danach Jahre lang als Familienvater weiterleben, als wäre nichts geschehen? In der Zwischenzeit wuchern die Verdächtigungen und Anschuldigungen gegen die mutmasslichen Täter aus einem Asylbewerberheim, während Tille versucht, ein guter Ehemann, Vater und Bauer zu bleiben. Doch der Druck wächst auf den noch recht junge Landwirt, verheiratet und Vater zweier Kinder, der nach seiner nächtlichen Tat dreizehn Jahre lang schweigt und weiter in Familie und Betrieb funktioniert - scheinbar unauffällig. Zur Zeit des Aufrufs zu besagter DNA- Untersuchung nähert sich seine eigene Tochter dem Alter seines zur Tatzeit sechzehnjährigen Opfers; vielleicht ein Grund, weshalb er keinen Versuch unternimmt, sich dem Test zu entziehen. Warum hat er nicht irgendwo anders neu angefangen? Das Wagnis an dem Roman "Du gehörst mir" ist: Autor Peter Middendorp schlüpft in die Figur des Täters, lässt diesen selbst aus einer fiktiven Ich-Perspektive berichten. Entstanden ist ein höchst kunstvoller Roman, der sich Wahrheiten stärker annähert, als es durch blosse Fakten möglich ist. Die Kniffe und Methoden sind überschaubar, mit denen der Ich - Erzähler manipuliert: etwa, wenn er sich gleich eingangs als Kind beschreibt, das miterleben muss, wie sein Vater mit dem Bein in den neu angeschafften Mähdrescher gerät. Eine blutige Szene, viel drastischer geschildert als das eigene Verbrechen und durchdrängt mit Selbstmitleid als nicht wahrgenommenes, weil von den Erwachsenen übersehenes Kind - dabei aber ohne jede Empathie für den Vater, der sein Bein verliert. Sich selbst beschreibt er ausführlich als zärtlichen Vater seiner Tochter - nur über seinen Sohn verliert er kaum ein Wort. Auf solche Fehlstellen muss man als Leser achten, um zu merken, was mit dem Mann nicht stimmt. Auch die Frau des Täters will nichts bemerkt haben, dabei hat sie ihren Mann nach der Tatnacht noch wegen der nicht herauszuwaschenden Flecken in seiner Unterwäsche befragt. Ein genügend deutlicher Hinweis, dergleichen beim Lesen zu hinterfragen. Hinzu kommt die manipulative Verwischung oder gar Vertauschung der Kategorien: Der Sexualmord wird konsequent als Unglück bezeichnet, als einmaliger Ausrutscher, quasi als technisches Versagen, als falsche Einschätzung eines Bremswegs. Die Tat wird letztlich zu einem Stück Naturgewalt, und wenn man nicht achtgibt, ist am Schluss der Täter das Opfer: In der Hauptsache ein tragisch Gescheiterter, der seit der Tatnacht weiterhin tapfer für seine Familie und den Betrieb funktioniert, obwohl er eigentlich kein Leben mehr hat. Bis man sich hoffentlich vergegenwärtigt, dass das Leben des Opfers in der Tatnacht endete und nicht das des Täters. Auffällig ist wie der Roman die Techniken der Manipulation und Wahrheitsverdrehung beleuchtet, besonders auch, wenn vorgebliche Gefühle eines allgemeinen Vernachlässigtseins als Begründung für Untaten herhalten sollen. Das ist ein wichtiger Aspekt, in dem der Roman über sich selbst hinausweist. Unverzichtbar ist jedoch ein kritisches, aufmerksames Hinschauen. Ein Thriller der Extraklasse, der mit den Gefühlen des Lesers spielt. Meisterhaft, verstörend, schmerzhaft, erschreckend, aber auch herzzerreissend – und manchmal sogar lustig. Jeder Charakter hat seine eigene Geschichte.

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  • 5 Sterne

    nellsche, 08.10.2019

    Als Buch bewertet

    Tille Storkema wächst in einem kleinen Dorf auf. Er heiratet und bekommt Kinder. Dann greift er eines Nachts ein junges Mädchen auf und ermordet es. Es wird dreizehn Jahre dauern, bis er gefasst wird. In diesen Jahren wachsen die Verdächtigungen und Anschuldigungen gegenüber anderer Menschen, Tilles Kinder werden grösser und er wahrt den Schein. 

    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen, weil es eine andere Erzählweise hatte und detaillierte Einblicke in den Täter gab. 
    Der Schreibstil liess sich gut und flüssig lesen, so dass ich zügig mit dem Buch fertig war. 
    Die Charaktere, allen voran Tille, wurden sehr gut gezeichnet und ich hatte klare Bilder von ihnen vor Augen. 
    Das Thema hat mich schockiert und es stellte sich eine sehr beklemmende Atmosphäre während des Lesens bei mir ein. Die Einblicke in die Gedanken des Täters waren wirklich schonungslos und direkt und wirkten dadurch äusserst realistisch. Er konnte nicht anders, als das Mädchen zu vergewaltigen und zu töten. Da lief es mir wirklich schaurig über den Rücken. 
    Die Spannung war bei mir durchgängig vorhanden, manchmal auch nur unterschwellig. Ich war komplett gefesselt von der Geschichte. 

    Mich hat das Buch total gepackt und ich vergebe deshalb 5 von 5 Sternen.

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  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    vöglein, 09.08.2019

    Als eBook bewertet

    Tille Storkema, der sich bereits als Kind ignoriert, verachtet und vor allem ungeliebt fühlt.
    Sein Leben verläuft total unspektakulär....der Vater war bereits Bauer, was liegt näher als ebenfalls Bauer zu werden? Er heiratet Ada, das einzige Mädchen das sich für ihn interessiert....sie bekommen gemeinsame Kinder, sie leben mehr oder weniger zufrieden vor sich hin und die Jahre vergehen.
    Nachdem aus aber seiner Ehe die Luft raus ist, vergewaltigt er eines Tages ein junges Mädchen und bringt sie anschliessend um.
    Die Tat wird erstmal den ansässigen Asylbewerbern angehängt, bis Jahre später Tille als Täter entlarvt wird.
    Mit deutlichen klaren Worten erzählt der Autor diese Geschichte aus Tilles Perspektive und lässt uns teilhaben an den Gedanken und Gefühlen dieses Menschen. Warum hat er das Verbrechen vollbracht?Ist er Täter oder Opfer?
    Schon interessant was sich in so einem Hirn abspielt, aber lies selbst.....
    Von mir ganz klar👍

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  • 4 Sterne

    Miss.mesmerized, 15.09.2019

    Als Buch bewertet

    Tille Storkema wächst in einem niederländischen Dorf auf einem abgeschiedenen Bauernhof auf. Seine Eltern leben so, wie es seit Generationen der Fall war, bestimmt durch den Wechsel der Jahreszeiten, dem natürlichen Gang der Dinge folgend. Als er Ada kennenlernt, wirbelt diese sein Leben durcheinander, sie hinterfragt die nie in Frage gestellten Regeln, fügt sich letztlich aber in die kleine Gemeinschaft ein, denn so etwas wie Familie hat sie selbst nie kennengelernt und vielleicht ist das der Preis für ein Zuhause. Doch dann geschieht etwas, das Tille als er bereits Vater ist, von seinem üblichen Weg abbringt. Ein junges Mädchen, eine Wiese, ein Verbrechen. Doch er wird nicht gefasst. Zwei Jugendliche Asylbewerber verdächtigt man. Und Tille muss mit der Schuld leben.

    Schon wenn man den ersten Satz von Peter Middendorps Roman liest, ist einem klar, dass der Autor seine Leser nicht schonen wird. Mit dem grausamen Unfall mit dem Mähdrescher, der Tilles Vater beinahe das Leben gekostet hätte, beginnt die Geschichte und legt den Grundstein für die völlige Verstörung des Jungen, die in dessen Erwachsenenleben erst richtig dramatische Züge annehmen wird. Der Blick in den Kopf eines Mannes, dessen Horizont begrenzt ist, der nie aus seinem Dorf herausgekommen ist und an dem jede Entwicklung vorbeigegangen ist. Keine leichte Lektüre und bisweilen grenzwertig bis verstörend.

    Der Roman basiert lose auf dem Mord an der 16-jährigen Marianne Vaatstra, die 1999 in der Nähe ihres Elternhauses in Zwaagwesteinde vergewaltigt und ermordet wurde und deren Tod zu Ausschreitungen gegenüber den Bewohnern eines Asylbewerberheims führten. Der Täter wurde erst 2012 dank einer grossangelegten DNA Analyse ausfindig gemacht. Bis dahin lebte der Bauer unbehelligt in der Nähe des Tatortes. Bei der Verhandlung sagte er aus, dass ihm, als er das Mädchen auf dem Fahrrad sah, plötzlich der Gedanke „Du gehörst mir“ durch den Kopf geschossen war und er nicht anders handeln konnte.

    Middendorp findet die passende Sprache für dieses verstörende Verbrechen, für diesen gestörten Protagonisten. Starke Parallelen zur Natur ruft er hervor, um die Verbundenheit der Bauernfamilie zu unterstreichen; kurze Sätze und knappe Dialoge versinnbildlichen das schlichte Gemüt Tilles, der das Geschehen als Unfall sieht, der leider unvermeidlich war. Unfälle passieren halt, ohne dass jemand etwas dafür könnte. Ein schockierendes Buch, das so manchem Leser auch schwer zusetzen dürfte.

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  • 3 Sterne

    LaberLili, 12.08.2019

    Als Buch bewertet

    Spannende Thematik zu diffus umgesetzt

    Eine Leseprobe vom Romananfang hatte mich im Vorfeld schwer beeindruckt und obschon mich die Täterperspektive zwar faszinierte, aber auch relativ verängstigte, wollte ich diesen Roman dann doch sehr gerne lesen, auch um zu erfahren, ob sich der eher nüchterne, knochentrockene Ton der erzählenden Hauptfigur weiterhin so durch die gesamte Geschichte halten würde oder ob er noch deutlich emotionaler werden würde.
    Tja, nun habe ich den Roman gelesen; die Thematik finde ich immer noch ungewöhnlich, die Perspektive krass gewählt: Die hinter dieser Erzählung steckenden Idee finde ich absolut spannend, aber die Umsetzung hat mich letztlich doch eher enttäuscht.
    Dereinst hatte ich die englischsprachige Novelle „Harmony, USA“ von Lewis Bryan gelesen, welche auch von einem (sogar Mehrfach)Mörder selbst erzählt ist, auch wenn die dortigen Taten und ihre Hintergründe sich total vom Verbrechen in „Du gehörst mir“ unterscheiden, aber das war ein eBook, was mich sehr in seinen Bann gezogen und begeistert hat; im Falle von Middendorps Werk hatte ich eben aber auf ein vergleichbar positives Leseerlebnis gehofft.

    Mir blieb Tille allerdings viel zu diffus; ja, der trockene Erzählstil wurde beibehalten, man spürte auch nie Gewissensbisse, Reue oder überhaupt nur ein Bewusstsein für die begangene Tat; für mich hätte er genauso gut sagen können, dass es gestern geregnet hat. Auch innert der eigenen Familie war eine grosse Distanz spürbar; lediglich die Tochter wurde immer als „Papa-Kind“ genannt, so dass ich letztlich das ungute Gefühl hatte, dass Tilles tatsächliches Opfer für ihn zudem nur eine Projektion seiner Tochter gewesen sein könnte… (und eben nicht den Eindruck gewann, dass er von seiner Tat heimgesucht werde, je mehr sich seine Tochter ans Alter seines Opfers annäherte)
    Das Ganze ist zudem achronologisch erzählt, und zwar fliessend: Es gibt also keine klaren Abgrenzungen, die verschiedenen Zeitstränge fliessen häufig ineinander über und hier habe ich teils wirklich nicht gewusst, ob Tille nun von seinen Kindern spricht, etwas aus seiner Kindheit erinnert, ob „jetzt“ vor dem Mord oder danach ist… Es war definitiv alles sehr verschwommen, was die Handlung nicht weniger diffus erscheinen liess. Manchmal wirkten einzelne Absätze in meinen Augen auch völlig zusammenhanglos, was ihr direktes Drumherum betraf, so dass ich mich an vier oder fünf Stellen wirklich fragte, ob der Erzähler nun quasi einfach nur irgendetwas brabbelte oder ob die Übersetzung da so holperig war, dass aus dem Original irgendetwas nicht richtig übertragen worden war.
    Wenn es an anderen Stellen heisst, „Du gehörst mir“ sei ein verstörender Roman: definitiv. Aber ich empfand ihn da wohl als anders verstörend, als es in jenen Fällen vermutlich gemeint war.

    Ich hatte auch nie das Gefühl, dass Tille sich irgendwie unter Druck fühlte; wurde in seinem Umfeld über Täter spekuliert, blieb er eher zurückhaltend und schon nahezu teilnahmslos. Seine Frau war sehr engagiert bzw. neugierig; jene verfolgte den Fall ganz genau, aber das wurde mir von Tille halt auch einfach mal so hingenommen – obschon ich aufgrund der Schilderungen Tilles später selbst den Eindruck gewann, dass seine Frau ihn durchaus eventuell gar längst selbst verdächtigte… insgesamt war mir die tatsächliche Handlung nun noch relativ weit von der Buchbeschreibung entfernt; tatsächlich endet der Roman auch bereits kurz nach Tilles Inhaftierung, also von der Wucht der „überwältigenden Wahrheit“ erfährt man kaum mehr etwas. Alles in Allem steckt man im Kopf eines Vergewaltigers und Mörders, der seiner Tat scheinbar eher gleichgültig gegenübersteht; für mich hatte das so ein bisschen von „na, wenn sie mich kriegen, okay – wenn nicht: sei’s halt drum“… die Tat wurde auch eher sporadisch erwähnt (was ich angesichts des Protagonisten und des von ihm begangenen Verbrechens, das ja eigentlich der zentrale Punkt der Erzählung ist zugegeben erstaunlich fand: Dieser Roman hat in diesem Zusammenhang auffallend wenig Triggerpotential) und die einzigen Verschiebungsmechanismen, die für mich da erkennbar waren, war, dass er die Tatumstände zunächst „beschönigte“. Die Verdrängung kam bei mir als solche gar nicht wirklich an, auch nicht die störenden Erinnerungen: Auf mich wirkte Tille wie ein sehr introvertierter Typ, der viel grübelte, aber sein eigenes Tun weder reflektierte noch sich sonderlich um sich selbst scherte. Eher so der Typ „brummiger Eigenbrötler von nebenan“, von dem man überzeugt ist, dass er zwar ein wenig seltsam ist, aber keiner Fliege etwas zuleide tun könnte.
    Ein Einblick in eine Täterseele wurde angekündigt, der entpuppte sich meiner Ansicht nach aber wiederum als absolut spekulativ. Da es ja hier nun um einen ganz spezifischen Mensch ging, war mir das schliesslich einfach zu wenig deutlich und zu sehr den Analysen des Lesers überlassen.

    Wer gerne selbst Romanfiguren analysiert, zumindest für den ist „Du gehörst mir“ ein wahrer literarischer Glückstreffer!

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  • 4 Sterne

    Hannelore K., 06.10.2019

    Als Buch bewertet

    Im Kopf des Täters
    Die Geschichte
    „Eine Nacht die alles verändert. Der junge Bauer und Vater von zwei kleinen Kindern, Tille Storkema, greift an einem Fahrradweg ein sechzehnjähriges Mädchen aus dem Dorf an. Es wird dreizehn Jahre dauern, bis Tille endlich gefasst wird und die Wahrheit die Welt, das Dorf, seine Frau und seine Kinder gewaltsam überwältigt.
    In der Zwischenzeit wuchern die Verdächtigungen und Anschuldigungen gegen die mutmasslichen Täter aus einem Asylbewerberheim, während Tille versucht, ein guter Ehemann, Vater und Bauer zu bleiben. Doch der Druck wächst: Er wird von störenden Erinnerungen geplagt und seine Tochter Suze erreicht das Alter seines Opfers …“
    verstört den Leser auf den ersten Blick; das dürfte viele Leser vielleicht sogar abschrecken... Doch das macht das Buch wiederum auch so besonders; nichts was man einfach so „weglesen“ kann und sollte...
    Denn Peter Middendorf schont den Leser nicht gerade: das Buch ist zwar meisterhaft, aber eben auch schonungslos, manchmal erschreckend und verstörend. Doch es lohnt sich, es zu lesen. Es scheint fast, als sässe Middendorf im Kopf des Täters...
    Rezension von trucks

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  • 3 Sterne

    Petra L., 25.08.2019

    Als Buch bewertet

    Der Bauer und Familienvater Tille Storkema hat schon als Kind ein sehr einschneidendes Erlebnis, mach dem er völlig alleine gelassen wird. Er wächst in einer völlig lieblosen und kalten Familie auf, heiratet dann die einzige junge Frau, die sich jemals für ihn interessiert hat, die aber auch einige seltsame Eigenheiten hat. Die beiden bekommen zwei Kinder, leben aber irgendwie einfach nur nebeneinander her. Eines Abends, als er, wie so oft, von seiner Frau sexuell abgewiesen wird, fährt er mit dem Fahrrad durch die Gegend und dabei überfällt er ein junges Mädchen, vergewaltigt und tötet sie.
    Danach lebt er 13 lange Jahre weiter, als wäre nichts passiert, bis er schliesslich durch eine DNA Probe, gefasst wird. Und der Autor lässt uns nun in die Gedankenwelt des Mörders , bis zu seiner Verhaftung eintauchen.

    Nach der Leseprobe, die mich wirklich begeistert hat, war ich nun nach dem Lesen von "Du gehörst mir" von Peter Middendorp eher etwas enttäuscht.

    Der Autor schreibt aus der Sicht des Täters, aber trotzdem bleibt einem dieser im Grunde bis zum Ende ziemlich fremd. Der Schreibstil war schwierig, oft musste man sich vieles zusammenreimen, weil es nur ganz kurz angedeutet wurde und man eben nur die Gedanken von Tille als Anhaltspunkt hatte, die aber oft ziemlich wirr und emotionslos waren.
    Was mich z.B. interessiert hätte, sind auch die Gefühle seiner Frau, mich hätte interessiert, ob sie vor der Verhaftung schon etwas ahnte, oder ob Tille sogar schon Andeutungen gemacht hat. Ich habe da eine Szene ziemlich am Schluss im Kopf, als er vor dem Bett seiner Frau und der Tochter steht. Stellt die sich da schlafend oder schläft sie wirklich?
    Und solche verwirrenden Szenen gibt es in diesem Buch immer wieder, es werden kurze Andeutungen gemacht, dann kommt wieder ein riesiger Sprung zu einer ganz anderen Szene oder sogar in eine ganz andere Zeit. Das machte es für mich sehr schwierig, mich zurechtzufinden, mir irgendwie zusammenzureimen , was Realität und was nur die Gedanken von Tille sind.

    Es ist natürlich schwer, das alles genauer zu beschreiben, wenn man nur aus der Sicht des Täters berichtet, denn die Gedanken von dem, sind halt einfach nicht logisch. Aber als Leser hat man es dann wirklich oft nicht leicht, da durchzusteigen.
    Ich bin bei diesem Buch auch irgendwie hin und her gerissen, denn einerseits ist mir vieles zu sehr im Dunkeln geblieben und ich hatte am Ende noch zu viele Fragen, die für mich unbeantwortet blieben. Es kamen zu wenige Emotionen rüber, aber andererseits ist die Psyche eines Mörders, der völlig unerkannt einfach 13 Jahre lang sein Familienleben weiter lebt, ja auch gar nicht logisch und gefesselt hat mich das Buch, trotz des schwierigen Schreibstils.
    Mitleid mit Tille kam bei mir nur anfangs auf, als von seiner sehr schwierigen und lieblosen Kindheit berichtet wurde. Aber selbst dort wurde vieles nur kurz angeschnitten, z.B., dass er wohl in vielen verschiedenen Schulen war, weil er in den vorangegangen immer gemobbt (?) wurde, oder selbst aggressiv war (?). Ich wurde aus der Erzählung da einfach nicht schlau, da fehlten mir einfach mehr Details und Erklärungen.
    Beklemmend fand ich es, wenn er über die Liebe zu seiner Tochter nachdachte, denn ich hatte immer Angst, dass sie irgendwann sein nächstes Opfer wird. Sein Sohn blieb völlig unsichtbar, eigentlich hatte ich da immer das Gefühl, der wird später mal die gleichen Probleme haben wie sein Vater, da er irgendwie genauso still und unbeachtet in der Familie lebt wie Tille damals.
    Also Alles in Allem eine total bedrückende und deprimierende Geschichte, die ich aber dennoch gerne gelesen habe.

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  • 3 Sterne

    PeLi, 25.08.2019 bei Jokers bewertet

    Als Buch bewertet

    Der Bauer und Familienvater Tille Storkema hat schon als Kind ein sehr einschneidendes Erlebnis, mach dem er völlig alleine gelassen wird. Er wächst in einer völlig lieblosen und kalten Familie auf, heiratet dann die einzige junge Frau, die sich jemals für ihn interessiert hat, die aber auch einige seltsame Eigenheiten hat. Die beiden bekommen zwei Kinder, leben aber irgendwie einfach nur nebeneinander her. Eines Abends, als er, wie so oft, von seiner Frau sexuell abgewiesen wird, fährt er mit dem Fahrrad durch die Gegend und dabei überfällt er ein junges Mädchen, vergewaltigt und tötet sie.
    Danach lebt er 13 lange Jahre weiter, als wäre nichts passiert, bis er schliesslich durch eine DNA Probe, gefasst wird. Und der Autor lässt uns nun in die Gedankenwelt des Mörders , bis zu seiner Verhaftung eintauchen.

    Nach der Leseprobe, die mich wirklich begeistert hat, war ich nun nach dem Lesen von "Du gehörst mir" von Peter Middendorp eher etwas enttäuscht.

    Der Autor schreibt aus der Sicht des Täters, aber trotzdem bleibt einem dieser im Grunde bis zum Ende ziemlich fremd. Der Schreibstil war schwierig, oft musste man sich vieles zusammenreimen, weil es nur ganz kurz angedeutet wurde und man eben nur die Gedanken von Tille als Anhaltspunkt hatte, die aber oft ziemlich wirr und emotionslos waren.
    Was mich z.B. interessiert hätte, sind auch die Gefühle seiner Frau, mich hätte interessiert, ob sie vor der Verhaftung schon etwas ahnte, oder ob Tille sogar schon Andeutungen gemacht hat. Ich habe da eine Szene ziemlich am Schluss im Kopf, als er vor dem Bett seiner Frau und der Tochter steht. Stellt die sich da schlafend oder schläft sie wirklich?
    Und solche verwirrenden Szenen gibt es in diesem Buch immer wieder, es werden kurze Andeutungen gemacht, dann kommt wieder ein riesiger Sprung zu einer ganz anderen Szene oder sogar in eine ganz andere Zeit. Das machte es für mich sehr schwierig, mich zurechtzufinden, mir irgendwie zusammenzureimen , was Realität und was nur die Gedanken von Tille sind.

    Es ist natürlich schwer, das alles genauer zu beschreiben, wenn man nur aus der Sicht des Täters berichtet, denn die Gedanken von dem, sind halt einfach nicht logisch. Aber als Leser hat man es dann wirklich oft nicht leicht, da durchzusteigen.
    Ich bin bei diesem Buch auch irgendwie hin und her gerissen, denn einerseits ist mir vieles zu sehr im Dunkeln geblieben und ich hatte am Ende noch zu viele Fragen, die für mich unbeantwortet blieben. Es kamen zu wenige Emotionen rüber, aber andererseits ist die Psyche eines Mörders, der völlig unerkannt einfach 13 Jahre lang sein Familienleben weiter lebt, ja auch gar nicht logisch und gefesselt hat mich das Buch, trotz des schwierigen Schreibstils.
    Mitleid mit Tille kam bei mir nur anfangs auf, als von seiner sehr schwierigen und lieblosen Kindheit berichtet wurde. Aber selbst dort wurde vieles nur kurz angeschnitten, z.B., dass er wohl in vielen verschiedenen Schulen war, weil er in den vorangegangen immer gemobbt (?) wurde, oder selbst aggressiv war (?). Ich wurde aus der Erzählung da einfach nicht schlau, da fehlten mir einfach mehr Details und Erklärungen.
    Beklemmend fand ich es, wenn er über die Liebe zu seiner Tochter nachdachte, denn ich hatte immer Angst, dass sie irgendwann sein nächstes Opfer wird. Sein Sohn blieb völlig unsichtbar, eigentlich hatte ich da immer das Gefühl, der wird später mal die gleichen Probleme haben wie sein Vater, da er irgendwie genauso still und unbeachtet in der Familie lebt wie Tille damals.
    Also Alles in Allem eine total bedrückende und deprimierende Geschichte, die ich aber dennoch gerne gelesen habe.

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  • 4 Sterne

    Inge H., 17.08.2019 bei Jokers bewertet

    Als Buch bewertet

    Der Täter
    Der Roman „Du gehörst mir“ von Peter Middendorp wird von dem Töter als Icherzähler geschrieben.

    Tille war schon als Kind etwas anders. Als er als 13jähriger sieht wie sein Vater sein Bein verlor, ist er ruhig, er beobachtet nur. Gut dieses Trauma kann den robusteren herunter ziehen. Aber, da sehe ich keinen Grund dazu, um Vergewaltiger zu werden.
    Zwischendurch gibt es das Flüchtlingsproblem, denen konnte ja gerne die Schuld gegeben werden.
    Er erzählt seine Taten auch so unbeteiligt nach seiner Verhaftung. Ich finde die Geschichte ziemlich bedrückend. Beim Lesen bekam ich schon früh Angst,wenn er dann über seine Tochter sprach. Es wurde immer gruseliger.
    Der Autor versteht es gut diese Figur ehrlich zu zeichnen. Der Roman ist tragisch und manchmal schmerzhaft zu lesen. Der Typ macht moch richtig wütend.
    Trotzdem war der Roman gut und lesenswert.

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  • 4 Sterne

    Inge H., 17.08.2019

    Als Buch bewertet

    Der Täter
    Der Roman „Du gehörst mir“ von Peter Middendorp wird von dem Töter als Icherzähler geschrieben.

    Tille war schon als Kind etwas anders. Als er als 13jähriger sieht wie sein Vater sein Bein verlor, ist er ruhig, er beobachtet nur. Gut dieses Trauma kann den robusteren herunter ziehen. Aber, da sehe ich keinen Grund dazu, um Vergewaltiger zu werden.
    Zwischendurch gibt es das Flüchtlingsproblem, denen konnte ja gerne die Schuld gegeben werden.
    Er erzählt seine Taten auch so unbeteiligt nach seiner Verhaftung. Ich finde die Geschichte ziemlich bedrückend. Beim Lesen bekam ich schon früh Angst,wenn er dann über seine Tochter sprach. Es wurde immer gruseliger.
    Der Autor versteht es gut diese Figur ehrlich zu zeichnen. Der Roman ist tragisch und manchmal schmerzhaft zu lesen. Der Typ macht moch richtig wütend.
    Trotzdem war der Roman gut und lesenswert.

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  • 3 Sterne

    Susann K., 26.08.2019

    Als Buch bewertet

    " Du gehörst mir "
    1999 wurde das sechzehnjährige Mädchen Marianne Vaatstra ermordet. Ein friesischer Milchviehhalter wird erst 2013 verurteilt, als er nach einer gross angelegten DNA-Verwandtschaftsuntersuchung endlich die Vergewaltigung und den Mord gesteht.
    Peter Middendorp hat diesen realen Fall in seinem Roman integriert. Die Geschichte enthält jedoch hauptsächlich Fiktion, die im Gehirn des Autors keimt.

    Ein junger Bauer und Vater von zwei kleinen Kindern vergewaltigte und tötete eines Nachts Rosalinde, ein 16-jähriges Mädchen aus dem Dorf. Tille Storkema wird allzu oft von seiner Frau Ada abgelehnt. Er selbst verehrt seine Tochter Suze ungemein. Zwei Asylbewerber gelten als mutmassliche Täter. Jahre später steht Suzes sechzehnter Geburtstag vor der Tür. Genau das Alter des Opfers des Mordes vor dreizehn Jahren. Storkema wird nach einem grossen DNA-Test festgenommen.


    In stilistischer Hinsicht ist der Roman auf einem sehr hohen Niveau. Der Autor mischt Ereignisse gekonnt mit Dialogen und Überlegungen. Er trennt die Geschichte von der Zeit; wo Vergangenheit und Gegenwart eins werden. Kraftvolle Sätze und attraktive Prosa geben der Geschichte zusätzliche Unterstützung.

    Aber warum greift Middendorp nicht wirklich tief in den Kopf des Täters ein? Er nutzt nie seine Chance und bleibt an der Oberfläche. Vielleicht bewusst. Das wahre Warum wird nie erklärt. Ist es aus sexueller Täuschung? Wie kann die Hauptfigur mit einem solchen Verbrechen auf seinem Gewissen weiterleben?
    Die meiste harte Arbeit und die Suche nach Antworten bleibt dem Einfühlungsvermögen und der Vorstellungskraft der Leser überlassen.

    Der Leser ist gezwungen, unter die Haut eines unauffälligen Mörders und auch stolzen Vaters einer wachsenden Tochter zu kriechen. Eine intime Vaterliebe mit einer sehr scharfen Kante. Genau so, als stünde die Gefahr hinter jeder Ecke.
    Geht Tille dort auch in die falsche Richtung? Man versteht, dass er ein Kindheitstrauma mit sich trägt. Als Zwölfjähriger sieht er, wie sein Vater durch einen Unfall mit dem Mähdrescher ein Bein verliert. Von diesem Moment an wird der Protagonist nie mehr im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen. Ein Leben, das nicht das bringt, was er sich jemals erhofft hat.

    Tille glaubt, dass er sich des "Unfalls" nicht schuldig gemacht hat (wie er den grausamen Mord an Rosalinde nennt). Er sucht immer nach Ausreden, weil er wirklich nicht erkennt oder erkennen will, was er ihm angetan hat. Er unterdrückt geschickt Gefühle. Ein verstörter Geist? Man kann ihn nicht als reinrassigen Psychopathen bezeichnen. Er arbeitet sehr hart in seiner Firma und kümmert sich um seine Familie. Der Protagonist ist ein Mann, der seine Tochter mehr liebt als sich selbst. Sein Sohn Friso bekommt kaum Aufmerksamkeit.

    Du gehörst mir, ist die schockierende Geschichte eines gewöhnlichen Bauern, Vaters und Täters. Der Ich-Geschichtenerzähler, der jahrelang mit einem beschämenden Geheimnis lebt.

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  • 4 Sterne

    yellowdog, 17.08.2019 bei Jokers bewertet

    Als Buch bewertet

    sich selbst verlieren

    Das Gefühl, sich verächtlich zu fühlen, nagt an einem Menschen. Über lange Zeit gesehen, zerstört es einen Teil des Wesen. Das Menschsein verlassen ist das schlimmste. Die meisten, die so fühlen, werden keine Täter, aber es kann wohl dazu beitragen. Tille ergibt sich in sein Leben als wäre es vom Schicksal vorgegeben. Der Vater Bauer, also wird er es auch. Ada war das einzige Mädchen, das sich für ihn interessierte, also heiratete er sie. Eine echte Lebensgestaltung ist das nicht.

    Peter Middendorp zeichnet die Figuren ehrlich, wie man es nicht immer in der Literatur findet. Eine grosse Stärke des Autors. So kann man Vater und Mutter von Tille so nehmen wie sie sind. Ada auch und die gemeinsamen Kinder.
    Die Geschichte ist wirklich tragisch. Streckenweise ist es schmerzhaft zu lesen.

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  • 4 Sterne

    yellowdog, 17.08.2019

    Als Buch bewertet

    sich selbst verlieren

    Das Gefühl, sich verächtlich zu fühlen, nagt an einem Menschen. Über lange Zeit gesehen, zerstört es einen Teil des Wesen. Das Menschsein verlassen ist das schlimmste. Die meisten, die so fühlen, werden keine Täter, aber es kann wohl dazu beitragen. Tille ergibt sich in sein Leben als wäre es vom Schicksal vorgegeben. Der Vater Bauer, also wird er es auch. Ada war das einzige Mädchen, das sich für ihn interessierte, also heiratete er sie. Eine echte Lebensgestaltung ist das nicht.

    Peter Middendorp zeichnet die Figuren ehrlich, wie man es nicht immer in der Literatur findet. Eine grosse Stärke des Autors. So kann man Vater und Mutter von Tille so nehmen wie sie sind. Ada auch und die gemeinsamen Kinder.
    Die Geschichte ist wirklich tragisch. Streckenweise ist es schmerzhaft zu lesen.

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