heimelig - Warum Nelly aus dem Altersheim spazierte und nie mehr wiederkam, Blanca Imboden

heimelig - Warum Nelly aus dem Altersheim spazierte und nie mehr wiederkam

Wie Nelly aus dem Altersheim spazierte und nie mehr wiederkam

Blanca Imboden

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  • 5 Sterne

    24 von 28 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Dreamworx, 30.05.2019

    Als Buch bewertet

    Kaum war ihre Ehemann Xaver gestorben, hatte Tochter Trudi nichts Besseres zu tun, als ihre 77-jährige Mutter Nelly in das Seniorenheim „heimelig“ abzuschieben. Nelly, die noch recht rüstig und geistig fit ist, langweilt der monotone Alltag, während sie viele Dinge vermisst, die das Leben schöner machen. Ob es ein funktionstüchtiges WLAN oder auch nur gutes Essen ist, im „heimelig“ wird das leider nicht geboten. Darin sind sich alle Bewohner einig, doch wer kann das schon ändern. Nelly aber, moralisch unterstützt durch Enkelin Kim, möchte sich damit nicht abfinden, vor allem möchte sie auf Reisen gehen, und wenn es nur Tagesausflüge sind, Hauptsache RAUS! So stellt sie den Plan auf, sich zu jedem Buchstaben des Alphabets eine Schweizer Stadt auszusuchen, die sie besuchen möchte. Schon mit A wie Ascona beginnt sie ihr Abenteuer und hat ihren Heimmitbewohnern nach ihrer Rückkehr so einiges zu erzählen. Ihre Ausflüge bringen aber nicht nur Abwechslung in ihr Leben, sondern helfen auch dem einen oder anderen Mitbewohner. Mit einigem Selbstbewusstsein ausgestattet, macht sich Nelly nebenbei daran, eine Forderungsliste zu erstellen, um unliebsame Zustände für alle zu ändern…
    Blanca Imboden hat mit „heimelig“ einen sehr unterhaltsamen und warmherzigen Roman vorgelegt, der zudem mit spritzigem Humor punkten kann. Der Schreibstil ist locker-flüssig und lässt dem Leser kaum eine Chance, sich von den Seiten zu lösen. An der Seite der älteren Dame Nelly begibt er sich auf ein Abenteuer der besonderen Art und folgt ihr auf Schritt und Tritt, um die Mitbewohner im Heim kennenzulernen, die dortigen Zustände mitzuerleben und Nellys Gedankengänge zu verfolgen. Sensibel und mit der nötigen Empathie wendet sich die Autorin einem sehr aktuellen Thema zu und verpackt dies in einer sehr lebensnahen Geschichte. Dabei lässt sie sich nicht nehmen, Mängel im Heim aufzuzeigen sowie die kleinen alltäglichen Wünsche der einzelnen Bewohner aufzuzeigen, die ihren Aufenthalt dort angenehmer machen könnten und ihnen wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Nicht alle, die eine sogenannte Altersresidenz wählen, haben mit dem Leben abgeschlossen und wollen mit lieblosen Angeboten abgespeist werden, ganz zu schweigen von einer eintönigen Verpflegung. Alt zu sein heisst schliesslich nicht, alles mit sich machen lassen zu müssen oder sogar seine Selbstständigkeit aufzugeben, wenn man in ein Seniorenheim zieht. Man ist immer noch ein mündiger Mensch und sollte sich dies auch nicht nehmen lassen.
    Die Charaktere sind mitten aus dem Leben gegriffen und erobern gerade durch ihre Authentizität das Herz des Lesers im Sturm, denn man fühlt sich ihnen sofort ganz nah und verbunden, ob es ihre Gedanken oder auch ihre Wünsche sind. Nelly ist eine tolle Protagonistin, sympathisch, aufgeschlossen, freundlich und mit klarem Verstand gesegnet. Sie ist nie um eine Antwort verlegen, hat ein grosses Herz und nimmt es in die Hand, ihr Leben mit dem nötigen Pfiff zu versorgen. Direktorin Meier ist die typische Heimleiterin, man kann ihr nicht verdenken, dass sie es nicht allen recht machen kann, aber sie könnte sich mehr für bessere Bedingungen einsetzen und ihre Heimbewohner nicht bevormunden. Enkelin Kim ist eine Wucht, sie unterstützt ihre Oma in allem und hat ein besonders liebevolles Verhältnis zu ihr. Auch die einzelnen Heimbewohner sowie der ein oder andere neue Reisekontakt geben der Geschichte ganz spezielle Momente, die die Handlung einfach einmalig machen.
    „heimelig“ ist wirklich ein „unheimlich“ schöner und humoriger Roman, der nicht nur wunderbar unterhält, sondern mit seiner Handlung auch ganz nah am Puls der Zeit liegt. Herrlich erzählt, was eine absolute Leseempfehlung verdient!

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    janein
  • 5 Sterne

    11 von 18 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    peedee, 30.05.2019

    Als Buch bewertet

    Leben und lieben, lachen und weinen

    Nelly ist 77 Jahre, verwitwet, geistig und körperlich glücklicherweise noch gut unterwegs. Trotzdem zieht sie ins Altersheim, da ihre Tochter Trudi meinte, dass ihr Haus zu gross für sie sei. Trudi lässt dann das Haus abreissen und durch etwas Modernes ersetzen. Nelly hätte nun zwar in die kleine Einliegerwohnung einziehen können, aber das wollte sie auch nicht. Dann eben ins Heim – „Heimelig“ heisst es. Dies entspricht jedoch überhaupt nicht Nellys Empfinden. Ihre Enkelin bringt sie auf den Gedanken, wieder auszuziehen oder zumindest zu reisen. Nelly gefällt die Idee, das ABC in der Schweiz abzureisen, beginnend mit Ascona. Es wird aufregend – und lässt Nelly ihr Leben und die Zukunft ganz neu überdenken…

    Erster Eindruck: Das Cover erinnert mich an eine Wachstuchtischdecke mit einem altmodischen floralen Muster. Der Gepäckanhänger mit dem handgeschriebenen Untertitel finde ich gelungen. Mir gefällt das Cover sehr gut – passt zum Thema.

    Nelly hat mir gleich von Anfang an gefallen – sie ist eine tolle Frau und ich würde mir wünschen, in diesem Alter auch so aufgestellt zu sein. Nelly gibt dem Leser einen guten Einblick in das Leben in einem Altersheim. Etliche Passagen haben mich sehr ins Grübeln gebracht, wie z.B. das Interview von der Maturandin, als sie fragt, wie man die Situation im Heim verbessern könnte. Ja, was könnte man tun? Sich nur zu beklagen, ist wahrlich einfach, aber eine Lösung zu haben, etwas ganz anderes. Nellys Enkelin Kim ist eine feine junge Frau – die Gespräche der beiden sind sehr schön und man spürt die Liebe zwischen ihnen.

    „Je älter man wird, desto merkwürdiger werden die anderen.“ Da musste ich wirklich lachen – das hat was, oder?

    Durch das Ausbrechen von Nelly aus dem Heimalltag wird sie fast ein bisschen berühmt, denn Nelly hat nun Einiges zu berichten. Wie heisst es doch so schön „Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“

    Altersheim = Endstation? Leider ist das ja meistens der Fall, da müssen wir uns gar nichts schönreden. Doch bis es Zeit ist, das Leben, wie wir es kennen, zu verlassen, liegt es auch zu einem grossen Teil an jedem Einzelnen, wie er den Alltag füllt. Dies war nun mein achtes Buch von Blanca Imboden und es hat mir nebst „Anna & Otto – Liebe mit Verfallsdatum“ am besten gefallen. Die Geschichte um das Leben im Alter, Lebenslust oder -frust, Sterbehilfe, Liebe und Freundschaft, hat mich schmunzeln lassen, mich nachdenklich gemacht, aber auch leer schlucken lassen. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne. Abschliessend hätte ich noch einen klitzekleinen Auftrag an die Autorin: Band 2 mit dem Titel „Daheim“ *lach*. Ich mache schon mal Platz im Bücherregal…

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    janein
  • 5 Sterne

    6 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Buchwurm05, 30.05.2019

    Als Buch bewertet

    Nelly ist 77 Jahre alt und lebt in einem Altersheim in der Schweiz, dem heimelig. Welches aber eher unheimelig ist. Im Gegensatz zu ihren Mitbewohnern müsste sie nicht hier sein. Aber Nelly hat ihren Stolz. Tochter Trudi hat sie aus ihrem wunderschönen Haus gedrängt, nur um auf dem Grundstück eine garagenähnliche Betonvilla zu bauen. Klar, sie hat mehr als genug Geld von ihrer Tochter bekommen und hätte auch in eine Einliegerwohnung im neu gebauten Haus ziehen können. Das wollte Nelly jedoch nicht. Eines Tages schlägt ihre Enkelin Kim vor, doch Städte in der Schweiz zu bereisen. Immer nur einen Tag und immer nach dem Alphabet. So kommt es, dass Nelly noch einige Abenteuer erlebt......

    "heimelig" ist eine liebenswerte Geschichte. Geschrieben in einem flüssigen und humorvollen Schreibstil. Aus Sicht der Hauptprotagonistin Nelly. Thematisiert wird einiges. Zum Beispiel Pflegenotstand, Sterbehilfe, das Leben im Altersheim, Liebe im Alter. Und das auf sehr humorvolle und einfühlsame Weise. Ich habe gelacht, war traurig, war gerührt und habe mich gefreut. Es gab auch Szenen, die etwas kitschig oder übertrieben gewirkt haben. Was mich aber keinesfalls gestört hat. Ich habe es einfach nur genossen diesen wundervollen Roman zu lesen. Durch ihre Ausflüge lernt Nelly, das man im Alter auch mal etwas wagen sollte und es nie zu spät für einen Neuanfang ist. Denn entscheidend ist nicht wie lange man noch lebt, sondern was man aus dieser Zeit macht.
    Fazit: Ein humorvoller und gefühlvoller Roman über das Älterwerden. Der zeigt, dass man auch dann noch etwas aus seinem Leben machen kann. Sehr zu empfehlen.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elke S., 30.05.2019

    Als Buch bewertet

    Alt werden mit Herz und Humor, auch wenn´s nicht immer einfach ist.

    „Sind sie gern hier? Auf eine Skala von eins - was negativ ist – bis zehn – der Bestnote.“ – „
    Das Haus ist doch viel zu gross für dich allein! Für Tochter Trudis glückliches und ach so erfolgreiches Leben fehlt nur noch ein trautes Eigenheim in hübscher Lage und ein genau solches scheint in erreichbarere Nähe als ihr Vater Xaver stirbt und Mutter Nelly doch all den Platz gar nicht mehr braucht. Immer auf den lieben Frieden bedacht und auch ein wenig trotzig zieht Nelly freiwillig ins „Heimlig“, die Seniorenresidenz, oder um es mit Enkelin Kims Worten auszudrücken, ins „Runzelsilo“. Kim ist es aber auch, die ihre Oma bei einem Besuch auf den Trichter bringt, dass sie doch, so fit wie sie mit ihren 77 Jahre noch ist, eigentlich auf Reisen gehen kann, wozu denn sparen? Afrika muss es ja nicht gleich sein, aber Tagestouren sollten doch drin sein. Los geht´s mit Ascona, vielleicht lässt sich ja das ABC noch abreisen? Und wenn nicht, auch egal schliesslich geht es nicht darum, noch möglichst viele Tage zu leben, sondern die verbleibenden mit möglichst viel Leben zu füllen.

    Als Leser darf man Nelly begleiten. Erlebt mit ihr den Alltag im Heim, Putzlappenfalten als Beschäftigungsprogramm, Darbietungen von Musikschülern, die im Ohr wehtun und da es im Heimelig oft eher unheimelig ist, darf man mit ihr auch auf Reisen gehen. Und klar wer auf solche geht, kann auch etwas berichten, was Nelly mit Inbrunst und mach einer Ausschmückung auch tut, wenn sie wieder im Heimelig ankommt. Welche Städte, welche Pannen, welche wichtigen Begegnungen, ich denke da verrät die Buchbeschreibung ja fast schon zu viel, deshalb möchte ich hier gar nicht mehr darüber schreiben.

    Blanca Imboden hat mich bereits mit ihren Jugendbüchern schon herzerfrischend, witzig und stets gelungen unterhalten und deshalb habe ich mich sehr auf diesen Roman gefreut. Der pointiert, spritzige Sprachstil liest sich wunderbar und die Seiten sind leider viel zu schnell verschlungen. Die gut gewählte Portion Humor, die mit fein dosierter Situationskomik, pointierten Dialogen und spitzen Bemerkungen daherkommt, macht richtig Spass beim Lesen. Da wird einer Schwiegermutter, der man nicht genug ist, schon mal erwidert, „Warum sollte ich Kim ernähren? Sie verdient doch so viel mehr als ich?“ oder es heisst, „Ich bin siebenundsiebzig Jahre alt. Da rinnt nicht mehr viel Sand durch meine Sanduhr. Ich habe nicht mehr so viel Zeit wie unsere junge Direktorin. Darum mag ich sie auch nicht mehr bei derartigen Ansprachen verschwenden.“, wenn sich Nelly frühzeitig von einer Schimpftirade von Frau Rottenmeier verabschiedet oder ein Selbstgespräch mit den Worten, ab und an bräuchte man ja mal einen intelligenten Gesprächspartner gerechtfertigt. Aber es ist nicht nur witzig, ganz klar, das ist Altwerden ja nie. Die Autorin hat mich gefühlsmässig völlig eingenommen. „Ich zucke zusammen, als hätte sie mich geschlagen. Sie verletzt mich immer wieder gekonnt. So wie es halt nur jemand kann, den man liebt.“ Ganz oft habe ich einen Stich im Herz gespürt oder es ist die Wut in mir hochgekocht, wenn eine respektlose Tochter Worte wie, „Denkst du überhaupt noch darüber nach, dass deine Handlungen Konsequenzen haben? Oder bist du jetzt total im verblödeten Kindheitsmodus?“ bei einer kurzen Stippvisite über die Lippen kommen. „Das ist schwierig im Alter: Man muss viel zu oft Abschied nehmen. Von Freunden., Verwandten, Geliebten, Kollegen. Und wenn man seinen eigenen Abgang verpasst, zu spät stirbt, alle anderen vorher gehen, dann steht man plötzlich allein da.“ Ganz besonders die Abschiede, die man hier nehmen muss haben mich zudem sehr berührt.

    „Da steht, dass in den meisten Altersheimen Bewohner mit Medikamenten ruhiggestellt würden, damit man Pflegepersonal einsparen könne.“ Mitbewohner, nein vielmehr Freund, Tobias zitiert beim Essen oft solche Zeitungsberichte. So macht die Autorin gekonnt aufmerksam auf so manche haltlose Situation, auf den schrecklichen Pflegenotstand. Die Art wie sie ihre Kritik anbringt, gefällt mir, da sie niemanden verteufelt, sondern sehr wohl auch Verständnis für Angestellte hat, die Druck und Regeln ausgesetzt sind. Auf besonders berührende und einfühlsame Art und Weise kommt auch das Thema Sterbehilfe aufs Tapet. Da war ich fast den Tränen nahe, ganz besonders beim Formulieren von Abschiedsbriefen. Blanca Imboden widmet sich zudem der Liebe im Alter, der Tatsache, dass alte Menschen ganz oft und viel zu leicht unterschätzt werden, sowie Mehr-Generationen-WG´s als mögliche Perspektive für die Zukunft, von der Jung und Alt nur profitieren können. Alles rund ums Alter in einer ausgewogenen Mischung, die Spass macht, aber eben auch die schwierigen Seiten nicht verschweigt.

    Alles in allem hatte ich grossartige Unterhaltung mit Blanca Imbodens Roman, einziger Kritikpunkt ist wohl, dass das Lesevergnügen viel zu schnell vorbei war. Aber wer weiss, vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung von Nellys Geschichte, ich wäre sofort dabei. Begeisterte fünf Sterne.

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    janein
  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    S.L., 29.05.2019

    Als eBook bewertet

    Vom „heimelig“ ins Daheim
    Nelly ist eine liebenswerte 77-jährige, die noch lange nicht genug vom Leben hat. Trudi, ihre Tochter, ist nicht wirklich ihre beste Freundin - schwatzt ihr das geliebte Haus ab und bietet dafür eine unpersönliche Einliegerwohnung. Nein, das mag Nelly nicht und zieht ins Altenheim „heimelig“. Bequem, aber laaaangweilig. Was tun? Verreisen, und zwar in Orte, die mit Buchstaben in der Reihenfolge des Alphabets beginnen. Hört sich unspektakulär an, wird aber zur Herausforderung und durchaus spannend. Nicht zuletzt durch vergessene Geldbörsen, Bombenalarme, zickige Angehörige. Dazu kommen Polizisten auf Drogensuche in Nellys Kleiderschrank, schöne Flötenspieler und weitere Überraschungen.
    Blanca Imboden schildert mit viel Gefühl, welche Empfindungen Menschen im reiferen Alter hegen, welche Gedanken sie umtreiben, welche Probleme ihnen begegnen. Bewundernswert, wie aktiv und mutig ihre Heldin agiert. Schön, dass Liebe und Nähe zugelassen werden. So möchte man alt werden.
    Eine wunderbare Geschichte aus dem Wörtherseh Verlag.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    leseratte61, 07.06.2019

    Als eBook bewertet

    Humorvoller Roman über das Leben im Altersheim, mit viel Tiefgang

    Klappentext:

    Nelly ist mit ihren 77 Jahren eine fröhliche, selbstbewusste, gesunde und recht muntere Witwe. Trotzdem zieht sie ins Altersheim, weil ihre Tochter Trudi den dringenden Wunsch hat, ihr gemütliches Elternhaus durch einen modernen Neubau zu ersetzen. Trudi verspricht ihrer Mutter zwar eine coole Einliegerwohnung, aber da macht Nelly – auch ein wenig trotzig – nicht mit. Dann lieber grad ab ins heimelig. Dort wird es ihr aber schon bald ganz unheimelig langweilig, und sie überlegt sich, dass sie – jetzt, wo sie so viel Zeit hat – eigentlich auf Reisen gehen könnte. Nicht weit, nur durch die Schweiz. Nicht lang. Nur immer für einen Tag. Die Idee dahinter: Sie will das Abc abreisen. Und so macht sie sich auf den Weg nach Ascona, nach Buochs, nach Chur und erlebt dabei einiges. Sie macht neue Bekanntschaften, lernt die Drogenfahndung kennen, muss einen Panflötenspieler abwimmeln und bringt sogar das Leben ihrer Enkelin Kim durcheinander. Natürlich nicht mit Absicht. Mit Absicht zieht sie aber ihre Aktion »Spiegeleier für alle« durch, und die, die wird ein voller Erfolg. Die Quintessenz aller gemachten Erfahrungen überrascht Nelly, denn sie begreift: Sie ist zwar alt, aber sooo alt dann doch wieder nicht. Und schliesslich lässt sie die Erkenntnis zu: »Ich will eigentlich nur eins: raus! Und wieder leben, möglicherweise sogar wieder lieben.«

    Fazit:

    Mir ist zuerst dieses wunderschöne Cover aufgefallen, dann habe ich den Klappentext gelesen und wusste, dieses Buch ist etwas für mich. Nach dem Lesen steht fest, dass ich mehr bekam, als erwartet. Ich durfte liebenswerte Protagonisten kennenlernen und ein Stück ihres Weges mit ihnen gehen. Das Leben im Altersheim wurde hervorragend dargestellt, das ist wirklich so, das kenne ich vom Altersheim in dem meine Mutter ist. Die Autorin schafft es, humorvoll und mit einem Augenzwinkern die Themen des Alterns vom Pflegenotstand über den Tod, die Einsamkeit bis hin zu alterstauglichen Aktivitäten zu beschreiben. Es gab Momente in denen ich lachen konnte und Momente in denen ich traurig und nachdenklich war. Über allem schwebte die Frage: Soll das alles gewesen sein, oder gibt es noch Lebensfreude und Lebensqualität? Mit hat diese emotionale Geschichte mit Tiefgang und Humor sehr gut gefallen, da sie sehr realitätsnah ist, kleine Ausreiser sind erlaubt, da die künstlerische Freiheit auch zu berücksichtigen ist.

    Nelly hat sich aus Trotz für das Leben im Altersheim entschieden, obwohl sie noch viel zu jung und zu fit dafür ist, auf dem Abstellgleis zu landen. Im Heim angekommen, merkt sie immer deutlicher, dass sie dort nicht hingehört und mehr von dem ihr verbleibenden Leben erwartet. Diese immer wieder stattfindenden Gespräche, dieses schlechte Unterhaltungsprogramm und das Warten auf das Ende. Dank ihrer Enkelin, packt Nelly ihren ganzen Mut zusammen, um auf Reisen zu gehen. Es sollen nur Tagesfahrten werden, damit Nelly ihrem Leben neuen Schwung gibt. Welche Überraschungen auf Nelly und ihre Enkelin warten, das müsst ihr selbst lesen, es lohnt sich.

    Nach der ersten Reise hat Nelly ihrer Tischgemeinschaft viel zu erzählen und wird zum leuchtenden Vorbild für diese. Es werden ihr Vorschläge gemacht, wohin sie noch reisen soll, um ihre Erlebnisse mit den anderen Bewohnern des Altersheimes zu teilen. Nelly schafft es trotz kleiner und grösseren Hindernissen, immer neue Abenteuer zu erleben. Sie macht einige Menschen glücklich und sorgt immer wieder dafür, dass Leser nachdenken und sich fragen, wie sie selbst ihr Alter verbringen möchten. Bitte lest dieses Buch selbst und lasst euch begeistern.

    Mit sehr viel Gefühl wurde mir eine schöne Geschichte über das Leben im Alter erzählt, die Hoffnung gibt und dafür sorgt, dass ich mir jetzt schon überlege, was ich nach meinem Arbeitsleben für mich tun will. Die Situation in vielen Altersheimen ist bekannt, obwohl wir alle dazu neigen, gerne die Augen davor zu verschliessen. Diese Geschichte ist auch wichtig, um mit Vorurteilen aufzuräumen, da auch ältere Menschen ein Recht auf Liebe und tolle Erlebnisse haben. Ich ziehe den Hut vor der mutigen und lebensfrohen Nelly und bin glücklich, dass ihre Gedanken, Gefühle und Probleme miterleben durfte.
    Erwähnenswert ist noch, dass die Autorin von den Erlebnissen ihrer Mutter inspiriert wurde, die viel zu früh in ein Altersheim zog. Dort gab es tatsächlich solch ein tolles Unterhaltungsprogramm, wie Putzlappen falten. Mit Esprit, Humor und Warmherzigkeit wurden diese Begebenheiten zu einem wunderbaren Roman verarbeitet.

    Von mir eine absolute Leseempfehlung für alle Leser, die in Pflegeberufen arbeiten und für Angehörige der älteren Generation.

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    janein
  • 5 Sterne

    leseratte1310, 09.07.2019

    Als Buch bewertet

    Kaum ist Nellys Mann Xaver unter der Erde, befindet Tochter Trudy, dass das Haus viel zu gross für Nelly ist. Nelly soll ins Seniorenheim „heimelig“. Aber Nelly ist ein für ihr Alter rüstige Frau, die noch Wünsche ans leben hat. Schnell langweilt sie sich im Heim. Unterstützt von Enkelin Kim setzt Nelly ihre Wünsche in die Tat um. Auch wenn die erträumten Reisen nur Tagesausflüge in die Umgebung sind, so fühlt sich die alte Dame doch wieder voller Leben. Sie beschliesst, nach ABC zu reisen – Ascona, Buochs, Chur…
    Diese Ausflüge bringen Unterhaltung und Abwechslung in Nellys Leben. Damit wird sie auch selbstbewusster und stellt Forderungen, um die Bedingungen im Heim zu verbessern. Ausserdem stellt sie fest, dass sie für so ein Heim noch viel zu jung ist. Sie will wieder raus und ihr Leben so leben, wie sie es möchte.
    Dies war mein erstes Buch von Blanca Imboden, aber sicherlich nicht mein letztes. Der Schreibstil ist wunderbar zu lesen.
    Mir hat Nelly sehr gut gefallen. Sie will sich nicht unterbuttern lassen. Sie braucht ein wenig bis sie sich eingesteht, dass sie noch Träume und Wünsche hat. Fit genug ist sie, um auch ohne Heim zurecht zu kommen. Wer schon einmal in einem solchen Seniorenheim war, weiss wie es dort zugeht. Alles verläuft nach einem geordneten Zeitplan und Zeit für ein bisschen Betüdeln und ein Gespräch bleiben da kaum. Wer noch ein wenig fit ist, fühlt sich dort unwohl, bevormundet und abgeschrieben. Die Zustände, die im Buch beschrieben sind, kommen mir sehr bekannt vor. Für Nelly finde ich es schön, dass sie so von Kim unterstützt wird.
    Es ist eine Geschichte, die aus dem Leben gegriffen ist und einem sehr nahegeht.

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    janein
  • 5 Sterne

    Michaela W., 24.06.2019

    Als Buch bewertet

    Die 77jährige Nelly geht ins Altenheim,weil ihre Tochter Trudi ,das Haus in dem Nelly viele Jahre,ihres Lebens lebte abreissen möchte.Um dann ein neues Haus für sich und ihre Familie zu bauen.Zwar soll Nelly eine kleine Einliegerwohnung bekommen,aber Nelly hat ihren Stolz-sie geht lieber ins Altenheim um ihrer Tochter nicht zur Last zu fallen.Da Nelly geistig ,wie körperlich fit ist-wird es ihr bald langweilig im Altenheim. Sie überlegt zu reisen,ihre Enkelin Kim bringt sie auf die Idee,das in alphabetischer Reihenfolge zu tun.Anfangen will Nelly bei A-wie Ascona.Es macht Nelly Spass,sie lernt andere Menschen kennen, schöne Landschaft und viele neue Erfahrungen.Im Heim bleibt ihre Unternehmung nicht verborgen und gemeinsam mit den anderen Heimbewohner überlegt Nelly ,wo sie als nächstes hin reisen soll.Tobias der Nelly besonders ans Herz gewachsen ist bittet Nelly zu seiner Tochter zu fahren-er hat schon eine Weile keinen Kontakt mehr zu ihr.Und Tobias geht es nicht gut-er möchte sich mit seiner Tochter versöhnen-bevor er stirbt……

    Die Autorin Blanca Imboden hat einen sehr ans Herz gehenden Roman geschrieben.Einfühlsam beschreibt sie den Heimalltag.Wobei der Pflegenotstand ,die Einsamkeit der Heimbewohner und das Thema Sterbehilfe,Konflickte der verschiedenen Gerartionen feinfühlsam den Leser näher gebracht werden.Aber das Buch ist nicht nur traurig,es hat auch eine ganze Menge Humor und sogar die Liebe kommt im Alter nicht zu kurz.

    Das Buch regt einem zum Nachdenken an,aber es unterhält den Leser auf ganz besondere Art,ich gebe dem Buch volle 5 Sterne.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    zitroenchen, 02.06.2019

    Als eBook bewertet

    Nelly, 77 Jahre alt, Witwe, geistig fit und noch sehr rüstig, zieht freiwillig ins Seniorenheim "Heimelig". Ihre Tochter Trudi reisst nämlich das Elternhaus ab und baut einen Betonklotz hin. Das möchte sich Nelly nicht mit ansehen.
    Der Heimalltag wird durch tolle Aktionen, wie Putzlappenfalten, Musikvorführungen, etc. unterbrochen - doch für die lebenslustige Nelly ist das zu eintönig. Sie beschliesst Tagesausflüge zu machen. Städte nach dem ABC auszusuchen...

    Ihre Enkelin Kim unterstütz sie dabei aktiv und die anderen Heimbewohner freuen sich auf die Erzählungen.

    Der Roman ist HAMMER! Aus der Sicht von Nelly, wird der Heimalltag erzählt. Die Gefühle, Probleme und Wehwechen der Bewohner. Dabei ist der Roman in einem lustigen Schreibstil gehalten. Absolut flüssig. Freundschaft, Leben, Tod und Trauer alles wird hier verarbeitet und dennoch wird der Roman nicht schwermütig!

    Ich habe unsere "Seniorenresidenzen" absolut wiedererkannt. Ebenso kenne ich die "Hürden" zwischen Kinder und Eltern.
    Lustiger und trotzdem realitätsnaher Roman! Bitte jeder lesen, der mit Heimen Kontakt hat!

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Erika M., 16.06.2019

    Als Buch bewertet

    Die Bücher von Blanca Imboden muss man einfach gelesen haben! Sie schreibt so richtig aus dem Leben und der Leser nimmt teil an ihren Geschichten. Man kann sich alles so gut vorstellen und will wissen wie's weitergeht. Sooo spannend! Auch das neuste Buch: "heimelig" hat es wieder in sich und könnte total wahr sein! Viel Spass beim Lesen!

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    janein
  • 5 Sterne

    Pia S., 07.07.2019

    Als eBook bewertet

    Sehr gut und menschlich geschrieben. Man merkt das Blanca Imboden weiss von was sie schreibt!
    Manchmal muss man laut lachen, manchmal wird man auch traurig oder ärgert sich ab einigen. Sehr kurzweilig und liebevoll.
    Man legt das Buch, oder den Tolino, nicht mehr gerne auf die Seite :-))

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    janein
  • 4 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Karin S., 14.06.2019

    Als Buch bewertet

    Da ich alle Bücher von Blanca Imboden gelesen habe und besitze, war es für mich klar dies auch zu bestellen.
    Einmal mehr liest sich auch dieses Buch leicht und viele Situationen sind genau so beschrieben, wie ich die Besuche im Altersheim selbst erlebe!
    Die Idee mit den Ausflügen nach ABC gefällt mir besonders, könnte man sich selbst mal vornehmen.

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    janein
  • 5 Sterne

    Roman H., 24.06.2019

    Als Buch bewertet

    echt Imboden und Handlung gut nachvollziehbar

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  • 5 Sterne

    8 von 22 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    katikatharinenhof, 30.05.2019

    Als Buch bewertet

    Nelly hat eine grosse Enttäuschung verkraften müssen - trotz aller Liebe und Fürsorge, die sie ihrer Tochter entgegengebracht hat, "entsorgt" sie ihre Mutter regelrecht in einem Altersheim und lässt das Elternhaus abreissen.
    Nelly fühlt sich mit ihren 77 Jahren aber noch zu jung, um im Heimalltag einzugehen wie eine Primel ohne Wasser.
    Nelly fasst einen Entschluss und bereist die Schweiz nach dem Alphabet - nicht weite Ziele, sondern einfach nur das, was man innerhalb eines Tages entdecken kann. Die Reisen bereichern sie und das was Nelly erlebt ist schon unglaublich .-)

    "heimelig" von Blanca Imboden ist ein ganz toller Roman, der mit viel Respekt vor dem Älter werden in Würde berichtet. Nelly ist eine lebensbejahende ältere Dame, die noch nicht aufs Abstellgleis geschoben werden möchte und deswegen bricht sie aus dem schnöden Heimalltag aus. Das Heim ist ja auch nicht wirklich ihr Zuhause, denn gemütlich und freundlich geht anders. Ihre kleinen und grossen Abenteuer sind für den Leser wirklich herzerfrischend geschrieben, locken viele Emotionen hervor und sorgen für Lachtränen, Freudentränen und Tränen des Abschieds und der Trauer.
    Die Autorin gibt dem Alt werden und Sterben einen würdigen Hintergrund, verpackt die Episoden im Heim mit ganz viel Liebe und Anerkennung und lässt daraus einen abwechslungsreichen Roman entstehen,
    Die Botschaft, dass man sich immer die Neugier auf das Leben erhalten soll, wird gut durch die quirlige Nellly transportiert und ich komme nicht umhin, die Dame in mein Herz zu schliessen.
    Sterbebegleitung, aktive Sterbehilfe, Pflegenotstand und so manches andere heisse Eisen bekommt hier im Buch eine wirkungsvolle Plattform. Man kommt nicht drumherum nachzudenken, wie man sein eigenes Älterwerden gestalten und erleben möchte. Viele Szenen gehen unter die Haut, viele Ereignisse berühren und manche Szenen sind brüllend komisch - ich kann nur hoffen, dass ich einmal so werde wie Nelly und ihrem Credo folge - Lebe.Liebe.Lache und bleibe neugierig auf das Leben.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Christina A., 29.05.2019

    Als Buch bewertet

    Das Buch kommt schon sehr nostalgisch und heimelig daher und hat mich sofort angesprochen.

    Passend zum Cover , handelt die Geschichte von Nelly und ihrem Alltag im Altersheim oder wie man auch zu sagen pflegt,...in einer Altersresidenz.

    Mit ihren 77 Jahren ist sie eigentlich noch zu jung dafür, zumal sie noch topfit ist und sehr rege im Kopf. Doch ihre Tochter Trudy , war der Meinung, dass es besser für ihre Mutter sei ihren Lebensabend nun im Altersheim zu verbringen

    Nelly fühlt sich abgeschoben und fehl am Platz, doch sie ist für die Mitbewohner ein Segen und bringt ganz schön viel Trubel in den Heimalltag hinein.

    Die Geschichte versteht es, sehr viele aktuelle Themen anzusprechen, die uns alle angehen, aber auch solche, die vor allem für die ältere Generation relevant sind.

    Man würde wirklich nicht glauben, was alles so in dieses “schnuggelige” Buch reinpasst.

    Der Schreibstil ist schnörkellos und direkt , mit einem leisen Humor den ich sehr mag.

    Ein liebevolles Buch , das man in einem Rutsch durch hat.

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    janein
  • 5 Sterne

    9 von 20 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Simone S., 25.05.2019

    Als Buch bewertet

    In dem Buch handelt es sich um das Leben und die Liebe, egal in welchem Alter!!!
    Ich war so begeistert, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legte :-))

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    janein
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