Nachhaltig leben
vor 2 Wochen
Nachhaltig leben

Festmahl für unsere gefiederten Freunde

In der kalten Jahreszeit brauchen Vögel unsere Hilfe. Rechts: Originell sieht das Vogel-Restaurant im Apfeldesign aus.

Es ist aufgetischt: Praktische Tipps zum Vögel füttern

Die gute Nachricht vorweg: Jeder von uns kann etwas tun – und somit die Welt Schritt für Schritt ein kleines bisschen besser machen. Denn auch wenn die Nachrichten Tag für Tag voller Schreckensmeldungen über die globale Klimakrise und das grösste Artensterben seit Ende der Dinosaurier sind, so liegt die Kraft oftmals im Kleinen, Lokalen. Gerade zu Hause gibt es viele Möglichkeiten, Gutes zu tun – wie zum Beispiel Vögel füttern und somit den heimischen Wildvögeln beim Überwintern helfen.

Wie Sie mit kleinen Schritten Grosses bewirken können, lesen Sie hier:

Amsel, Drossel, Fink und Star – jeder von uns kann helfen

Weniger Insekten, weniger Futter für die Wildvögel. Ob in der Stadt oder auf dem Land: Vögel können sich eigentlich ganz gut von allein ernähren – nur in der kalten Jahreszeit nicht, wenn die Natur im Winterschlaf ist. Zusätzlich bleiben durch die Erderwärmung sogar immer mehr Wildvögel als üblich den Winter über einfach in Deutschland: Zu den klassischen Daheimbleibern wie Amseln, Rotkehlchen und Eichelhäher gesellen sich Wintergäste wie Stare, Feldlerchen und Singdrosseln. Und sie alle sind froh über die Hilfe von uns Vogelfreunden. Lars Lachmann ist Vogelexperte beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) und sagt: „Der NABU empfiehlt grundsätzlich die Vogelfütterung als hervorragende Naturerlebnismöglichkeit und Umweltbildungsgelegenheit.“

So wird in der Edel-Variante gefüttert: Futterspender als Hängebank im Long-Island-Look. Rechts: Futterstelle im Herbstblätterdesign für Ihre gefiederten Freunde.

Vögel füttern, aber richtig:

8 Antworten auf die wichtigsten Fragen

1. Wie gestalte ich meinen Garten vogelfreundlich?

Ein eigener Garten ist Naturerlebnis, Ruheoase – und eine natürliche Nahrungsquelle für unsere gefiederten Freunde! Bevorzugen Sie also heimische Pflanzen, die wiederum ansässige Insektenarten anziehen. Auch Sträucher mit Beeren sind ein beliebter Snack für die Piepmätze. Und wer den Rasenmäher einfach mal in der Ecke stehen lässt, tut ebenfalls etwas für die Umwelt: Das höhere Gras und die Wildblumen sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten.

2. Ab wann füttern?

Der NABU empfiehlt die Vogelfütterung von November bis Ende Februar. Spätestens bei Wintereinbruch mit Schnee und Frost sollten also die Futterstellen bereitstehen, damit die Tiere gerade in der kalten Jahreszeit genügend Nahrung finden können. „Auch eine Ganzjahresfütterung von Vögeln bei Beachtung der im Sommer erhöhten hygienischen Vorsichtsmassnahmen lehnt der NABU nicht ab,” sagt Lars Lachmann. „Er befürchtet dadurch auch keine negativen Auswirkungen auf die Vogelwelt.”

3. Womit füttern?

Generell gilt: Lieber Getreideflocken als harte Kerne! Die können viele Kleinvögel mit ihren zarten Schnäbeln nämlich gar nicht erst öffnen. Im Fachhandel gibt es deshalb extra Vogelfutter und Meisenknödel zu kaufen. Ganz wichtig: Das Futter sollte regelmässig gewechselt werden.

4. Welche Futterschalen gibt es und wozu braucht es Futterspender?

Ob Platz für einen oder mehrere Wildvögel – Futterschalen gibt es in verschiedenen Grössen und Ausführungen. Dabei sollte ein Dach das Futter vor Regen schützen. Wichtiger als die Art ist der Ort: Damit die Vögelchen keine Angst vor Katzen haben müssen, sollte das Futterhäuschen am besten aufgehängt sein. Allerdings nicht in der Nähe einer Fensterscheibe, damit kein Vogel dagegen fliegt. Zusätzliche Futterspender sorgen für ein Plus an Hygiene, da nur so viel Futter herauskommt, wie gebraucht wird – und die Vögel nicht direkt im Futter stehen und es nicht verkoten können.

5. Was bringen Nistkästen?

Nistkästen sind zuallererst als Brutort gedacht. Doch wenn es draussen kalt und windig ist, sind auch unsere gefiederten Freunde froh über eine warme Stube: Hier können sie schlafen und wieder zu Kräften kommen.

6. Brauchen Vögel Wasser?

Es wird empfohlen, neben der Vogelstelle eine Schale mit Wasser aufzustellen. Nicht nur zum Trinken, sondern auch zum Baden. Im Winter enthalten viele Pfützen Streusalz – da freuen sich die Vöglein über ein Bad in sauberem Wasser.

7. Was tut man gegen unerwünschte Gäste?

Oftmals versuchen Tauben, sich ebenfalls Zugang zur Futterstelle zu verschaffen. Doch mittlerweile gibt es so viele davon, dass die Fütterung von Tauben unter Geldstrafe steht. Die Lösung? Achten Sie darauf, dass die Öffnung zur Futterstelle nicht zu gross ist und somit nur Kleinvögel Zugang haben, damit ihnen niemand das Essen wegnehmen kann.

Alles für Vogelfreunde bei Weltbild entdecken

8. Wie wäre es, wenn Sie einfach gleich selbst ein Futterhäuschen bauen?

Darüber freuen sich nicht nur unsere gefiederten Freunde – das Bauen eines Futtersilos für Vögel lässt sich ideal als gemeinsames Projekt mit Freunden, Kindern oder Enkelkindern unternehmen. So verbringen Sie nicht nur wertvolle Zeit mit Ihren Liebsten, sondern sorgen für ein gesteigertes Interesse an unserer Natur und der Umwelt. Gleichzeitig ist es eine schöne Deko für Ihren Garten.

Folgen Sie einfach Schritt für Schritt der Bauanleitung:

DIY-Tipp: Futterhäuschen selbst gebaut

Das Vogelfutterhaus wird am Ende ein einfaches rechteckiges Häuschen mit Dach und Zugang von allen Seiten sein, die durch Plexiglas geschützt sind.

Nach Anleitung des NABU

Sie benötigen:

  • Holzbretter, am besten in Öko-Qualität und mindestens 18mm dick
  • eine starke Holzleiste (ca. 80 cm lang), mindestens 10mm dick
  • Plexiglas als Futterspender
  • Nägel oder Holzschrauben, etwa 40 Stück
  • 2 Ösenschrauben mit Holzgewinde
  • Seil zum Aufhängen (mindestens einen Meter lang)
  • Scharnier zum Aufklappen des Daches

Anleitung:

  • Masse mit Bleistift auf die Einzelteile malen und entsprechend aussägen – danach sollte man eine Bodenplatte, zwei Seitenwände, eine Trennwand, zwei Dachseiten haben, sowie vier Bodenleisten und eine Dachleiste
  • Mit der Bodenplatte beginnen, anschliessend die Bodenleisten anbringen und die Seitenwände festschrauben
  • In der Mitte die Trennwand einfügen – so erhält man zwei verschiedene Futterfächer, die von beiden Seiten erreichbar sind
  • Das Plexiglas auf beiden Seiten so einsetzen, dass zur Bodenleiste eine Öffnung von etwa 2 Zentimetern bleibt – hier wird später das Futter portioniert durchfallen
  • Die Dachleiste und Dachseiten festschrauben. Eine Seite mit einem Scharnier versehen, wodurch das Futter immer wieder nachgefüllt werden kann
  • Die Ösenschrauben am Dach befestigen – einen dicken Knoten in das Seil binden
  • In Sichtweite aufgehängt, können Sie die Vögel beim Füttern immer aus nächster Nähe beobachten, ihren Gesang geniessen vielleicht sogar ihre Art bestimmen – eine grosse Freude für Gross und Klein.