Charité - Staffel 2 (DVDs)

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Anni studiert während des Zweiten Weltkriegs Medizin an der Charité und ist überzeugt von der Rassen-Ideologie der Nazis. Sie erwartet freudig ein Kind des angesehenen Kinderarztes Dr. Artur Waldhausen. Als sich jedoch ausgerechnet das Baby des...

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Kommentar zu "Charité - Staffel 2"

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    MaRe, 04.03.2019

    Nach dem grossen Erfolg der ersten Staffel im Jahr 2017 vollzogen die Macher beim MDR einen klaren Schnitt und entschieden, für die Fortsetzung der Serie um das Berliner Krankenhaus „Charité“ in die Zeit des „Zweiten Weltkriegs“ zu springen. Mit anderen Serienfiguren und Schauspielern erzählt Staffel zwei ab Herbst 1943 bis zum Kriegsende von dem Krankenhaus-Mikrokosmos.

    Statt Sönke Wortmann führte Anno Saul (Jahrgang 1963, z.B. bekannt durch die Reihen „München Mord“ oder „Nord Nord Mord“) Regie; das Drehbuch verfassten wie schon für die erste Staffel Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann, auch Kameramann Holly Fink ist geblieben.

    Hauptpersonen sind die von Mala Emde („Meine Tochter Anne Frank“ - 2015, „303“ – 2018) dargestellte fiktive Medizinstudentin Anni Waldhausen und Geheimrat Professor Ernst Ferdinand Sauerbruch, der tatsächlich existiert hat und der, eindrucksvoll von Ulrich Noethen gespielt, noch heute als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Chirurgen des 20. Jahrhunderts gilt.

    Anni Waldhausen ist schwanger und gerade dabei, bei dem Psychiater, Neurologen und SS-Hauptsturmführer Max de Crinis (Lukas Miko), den es ebenfalls wirklich gab, zu promovieren und mit Artur (Artjom Gilz), einem konformistischen Kinder- und Oberarzt verheiratet. Sie selbst - und das ist ungewöhnlich und gewagt, insbesondere für das deutsche Fernsehen - ist, der NS-Ideologie verhaftet, zunächst nicht gerade eine Sympathieträgerin. Anders ihr charmanter, dem Krieg und dem Regime eher reserviert gegenüberstehender Bruder Otto Marquardt (Jannik Schürmann), der ebenfalls an der Charité Medizin studiert, bis er wieder zum Kriegsdienst an die Front eingezogen wird.

    Historische Fakten und Persönlichkeiten (z.B. weitere reale Mediziner wie der von Hans Löw gespielte französische Professor Adolphe Jung, der per „Notdienstverpflichtung“ als Zwangsarbeiter, in der Naziterminologie als „Fremdarbeiter“, an der Charité arbeitete und auf dessen bislang unveröffentlichtem Tagebuch das Drehbuch fusst, oder der Beamte im Auswärtigen Amt Fritz Kolbe, gespielt von Marek Harloff) sowie deren Lebensläufe werden geschickt, informativ und lehrreich mit Fiktion verknüpft. Hinzu kommt, dass der Zuschauer etwas über den damaligen Stand der Medizin und die Schwerpunktsetzung während des Zweiten Weltkriegs, nämlich die Förderung der „biopolitisch und militärmedizinisch relevanten“ Bereiche Chirurgie und Gynäkologie erfährt.

    Eine grausige und für Anni grosse Relevanz erlangende Rolle spielt im Rahmen der NS-Eugenik die „Kinderfachbetreuung“ von „Reichsausschusskindern“ im Wiesengrund unter dem nicht fiktiven Professor Georg Bessau (Peter Kremer), also die „Behandlung“ von Behinderten im Rahmen von Impfversuchen und Kindereuthanasie sowie der Umgang mit Homosexualität.

    Die ganze Bandbreite von Charakteren kommt in dieser Staffel vor: stramm Linientreue, die vor Denunziationen nicht zurückschrecken, Opportunisten und „Wendehälse“, unsichere „Mitläufer“, Menschen, die in verschiedenen Formen Widerstand leisten.

    Ulrich Noethen besticht mit seiner virtuosen Rollenanlage: Indem er Ferdinand Sauerbruch mal als sehr trockenen, kurz angebundenen, im Befehlston sprechenden, konzentriert und akribisch arbeitenden Arzt zeigt, mal als unwirschen, ungeduldigen Perfektionisten oder Charmeur mit Witz und Grossmut, der erst einmal alle duzt, erschafft er einen faszinierend komplexen Charakter.

    Sauerbruch wird auch wegen Noehtens Darstellung überzeugend als engagierte Koryphäe in seinem Fachgebiet gezeigt und seine Bedeutung hinsichtlich Operationsmethoden und in Bezug auf den Bau von Prothesen hervorgehoben, nicht aber zum „Halbgott in Weiss“ stilisiert. Genauso wenig wird er zum Helden oder gar politischen Widerstandskämpfer erhoben, sondern - in Einklang mit der heutigen Sicht auf seine Person und Rolle - als jemand beschrieben, der an das Gute in jedem Arzt und Menschen glauben und nicht enttäuscht werden will und der, ohne selbst zu viel wissen, aktiv oder tief involviert werden zu wollen, Widerstandskämpfern wie Hans von Dohnanyi (Max von Pufendorf) oder Claus Schenk Graf von Stauffenberg (Pierre Kiwitt) in den sogenannten „Mittwochsgesellschaften“ einen Rahmen für Zusammenkünfte bot und sich ab und zu in der Schweiz als Kurier betätigte.

    Alle Schauspieler, die reale Persönlichkeiten verkörpern, sind maskenbildnerisch gut an diese angepasst worden.

    Trotz des im Vergleich etwa zu „Babylon Berlin“ sehr geringen Budgets, was damit zusammenhängt, dass Fernsehsender mit Jahresbudgets arbeiten, die für all ihre Projekte reichen müssen, und der knappen Drehzeit wurde der komplexe historische Stoff süffig dargestellt und, auf Szenen in Innenräumen konzentriert, rund inszeniert. Obwohl der Klinikkomplex eigens in Prag nachgebaut worden ist, erscheinen die Aussenkulissen zwar etwas spartanisch, aber ich finde, dass die Optik gut zur Kriegszeit passt.

    Dass der Mut bestand, einen aussergewöhnlichen Ansatz zu wählen, indem die meisten Figuren ambivalent sind und selbst die Hauptperson weniger gewinnend als gewohnt ist, gefällt mir. Am Ende erfahren wir, was aus ihnen, ob reale oder erfundene Person, geworden ist.

    Auch damit, endlich mal wieder gut recherchiertes, bildendes Fernsehen gesehen zu haben, welches das historische Geschehen und die Verhaltensweisen von Menschen erklärt und verständlich macht, ohne es aus der heutigen Perspektive oder Denkweise zu kommentieren und zu interpretieren, punktet die zweite Staffel von „Charité“ bei mir. Fesselnd, stimmig, informativ und lehrreich, etwas riskierend und mit Zug sowie starken Schauspielern umgesetzt: Solche Produktionen wünsche ich mir öfter, und auch deswegen vergebe ich die volle Sternezahl.

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    janein

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