Was Macht mit Menschen macht (eBook / ePub)

Offene und verborgene Machtfallen in christlichen Gemeinschaften

Markus Liebelt

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Auch in christlichen Gemeinden "menschelt" es. Entscheidungsfindung, Zielvorstellungen, Strukturen, Fragen von Leitung, Finanzen usw. - überall lauern Versuchungen der Macht. Und nicht wenige Gemeinden (und Werke) sind durch subtile innere...

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  • 5 Sterne

    Marianne, 29.05.2018

    Als Buch bewertet

    Was ist Macht? Und was hat Macht mit christlicher Gemeinschaft zu tun? Wo lauern besondere Gefahren, und wie geht man am besten damit um? Um diese Fragen geht es in diesem Buch. Der Autor, Markus Liebelt, ist Theologe und war jahrelang als Pastor tätig. Er kennt die Machtfallen christlicher Gemeinden aus eigener Erfahrung. In diesem umfassenden Buch untersucht er zuerst welche Faktoren einem bestimmten Menschen Macht verleihen. Im Hauptteil des Buchs geht er auf Gefahren ein, die besonders in christlichen Gemeinschaften vorkommen können. Ein kurzer letzter Teil zeigt abschliessend, wie Machfallen vermieden werden können.

    Das Buch geht sehr ausführlich auf alle erdenkliche Fragen ein, die das Thema Macht in Gemeinden betreffen. Die Gemeinde kann nämlich leicht missbraucht werden, wenn trotz aller guter Intention ein Mitarbeiter „sein eigenes Königreich“ aufbauen will.

    Gerade die Bereiche, in denen Gefahren lauern werden ausgiebig erörtert, z.B. die Frage nach Gottes Führung. Die theologische Argumentation ist überzeugend, und die Beispiele aus der Praxis sind anschaulich und hilfreich. Streitfragen werden gut und einleuchtend erklärt. Dabei geht es oft um ganz praktische Fragen, die immer wieder im Gemeindealltag auftauchen können, z.B. welches Gewicht hat eine sogenannte prophetische Aussage? Sollen Entscheidungen per Los getroffen werden? Dürfen wir Gott um ein Zeichen bitten, wie Gideon mit dem Vlies?

    Sehr hilfreich und praxistauglich sind die Gedanken über Gerüchte und wie in einer Gemeinde damit umgegangen werden soll. Die Seelsorge ist ein weiterer wichtiger Bereich, in dem Gefahren lauern.

    Der Schluss des Buchs fällt leider etwas kurz aus. Schon beim Aufzeigen der Problembereiche werden Lösungen aufgezeigt, aber trotzdem scheint der Schwerpunkt des Buchs bei den Gefahren und Problemen zu liegen, nicht bei den Lösungen. Hilfreich wären vielleicht weitergehende Gedanken über eine dienende Einstellung in der Gemeinde, die am Ende des Buchs eingeführt werden.

    Das Thema Macht in der christlichen Gemeinde ist mit Sicherheit ein sehr wichtiges Thema. Jeder, der Verantwortung trägt, sollte sich darüber Gedanken machen. Dieses Buch ist ein sehr umfassender und hilfreicher Ratgeber zu diesem Themenbereich.

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    janein
  • 3 Sterne

    Susanne R., 27.09.2018

    Als Buch bewertet

    Machtfallen begegnen
    In christlichen Gemeinden verbergen sich, wie überall, vielfältige Machtspielchen und Verlockungen, bewusste und unbewusste, die auf Dauer die Gemeinschaft nachhaltig schädigen können. Wie diese rechtzeitig erkannt und beim Namen genannt werden können, davon handelt dieses Buch. Aber auch, wie dadurch das menschliche Miteinander täglich beeinflusst wird, vielleicht ohne dass wir es merken.
    Ein für mich sehr schwer zu bewertendes Buch. Ich gehöre wahrscheinlich nicht direkt zur Zielgruppe als jemand, der in keinster Weise in einer geistlichen Leitung tätig ist. Zum Inhalt und Schreibstil kann ich dennoch etwas sagen. Der Autor beschreibt schliesslich auch allgemeine menschliche Mechanismen der Machtausübung, die überall anzutreffen sind. Ein an sich sehr interessantes und vielschichtiges Thema, mit dem man sich auf jeden Fall beschäftigt haben sollte. In gewisser Weise hilft das Buch dabei, denn es befasst sich sehr strukturiert mit den verschiedensten Machtmechanismen, denen wir begegnen. So listet er verschiedene Faktoren auf, die oft eine Rolle spielen, wenn es um Macht geht: Zeit, Geld, Wissen, Dominanz usw. Des weiteren beschäftigt er sich mit verschiedenen Konstellationen, die Machtgedanken evozieren können: der Generationenkonflikt, die Macht der Seelsorge und die Macht des Wortes. Keines von diesen Themen sollte man leichtfertig übergehen. Der Autor bemüht sich ebenfalls, mit vielen Missverständnissen aufzuräumen. So mahnt er Vorsicht an, wenn es z.B. darum geht, Gottes Willen zu erkennen und anderen mitzuteilen. Auch hier lauert wieder die Versuchung, in Wirklichkeit ganz eigene Motive durchzusetzen. Im Prinzip sollte jeder, auch wenn er denkt, gegen Machtgedanken gefeit zu sein, seine Handlungsabsichten stets genau hinterfragen.
    Es gab allerdings auch einiges, was mich in der einen oder anderen Weise gestört hat. Da wäre zunächst der Umgang des Autors mit der Bibel. Viele Dinge begründet er damit, dass sie „im Neuen Testament nicht vorgesehen“ seien oder nicht „biblisch begründet“ werden können. Das sind meiner Meinung nach sehr schwammige Formulierungen, die zu kurz greifen. Schliesslich sind Gemeinde, Leitung und Kirche heute viel komplexer und auch ganz anders als damals. Deshalb können sich nicht alle Fragen in der Bibel direkt beantworten lassen. Wohlgemerkt, der Autor spricht hier nicht von einer Übereinstimmung mit der Schrift im Geiste, sondern von einem direkten Begründen organisatorischer Strukturen aus der Bibel. Ausserdem sind die Erklärungen oft sehr ausfernd. An vielen Stellen schreibt er sehr klar und deutlich, durchaus realistisch. An anderen wiederholt er sich mehrmals, wählt nur geringfügig andere Formulierungen. Dadurch wurde das Lesen zwischenzeitlich sehr langatmig, da nichts Neues hinzukam. Zudem verwendet er einige Begriffe recht konsequent ohne Artikel, redet bspw. von „Gemeinde, die etwas tun muss“ statt von „der Gemeinde“. Das ist zwar nur eine Kleinigkeit, hat mich jedoch auch jedes einzelne Mal irritiert und gestört.
    Fazit: Ein schwierig zu lesendes Buch, da trotz einiger interessanter Passagen viele Teile sehr langatmig geworden sind. Der Autor drückt sich oft oberflächlich-diffus aus und an einigen Stellen schien mir auch das Thema des Buches in den Hintergrund gerückt. Insgesamt wohl kein Buch, das ich weiterempfehlen würde.

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    janein

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