Sophies Tagebuch

Roman

Nicolas Remin

Durchschnittliche Bewertung
5Sterne
4 Kommentare
Kommentare lesen (4)

5 von 5 Sternen

5 Sterne3
4 Sterne1
3 Sterne0
2 Sterne0
1 Stern0
Alle 4 Bewertungen lesen

Schreiben Sie einen Kommentar zu "Sophies Tagebuch".

Kommentar verfassen
Ein packendes Familiendrama in den 30er Jahren und zur Zeit des Mauerfalls
Berlin zur Zeit des Mauerfalls: Erika zur Linde erfährt, dass ihr Vater Ulrich sich überraschend an seinem Schreibtisch erschossen hat. Als sie in seinem Nachlass stöbert,...

Produkt empfehlen

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie durch einen Klick auf das i.


Jetzt vorbestellen

Jetzt vorbestellen

Bestellnummer: 100143106

Auf meinen Merkzettel
Katie Fforde (Weltbild EDITION)
Ihre weiteren Vorteile
  • Selbstverständlich 14 Tage Widerrufsrecht
  • Per Rechnung zahlen

Das könnte Ihnen auch gefallen

Kommentare zu "Sophies Tagebuch"

Sortiert nach:relevanteste Bewertung zuerst
Filtern nach:alle
Alle Kommentare
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Lena, 31.10.2018

    Am 2. Oktober 1989 wird Ulrich zur Linde tot von seiner Haushälterin aufgefunden. Die dazu gerufene Tochter Erika redet sich zunächst ein, dass sich beim Reinigen seiner Pistole versehentlich ein Schuss gelöst haben muss, aber ein gezielter Schuss in die Schläfe kann nur als Selbstmord ausgelegt werden. Erika hatte wenig Kontakt zu ihrem Vater und kann sich einen Grund für eine solche Tat nicht vorstellen. Vor vier Tagen hatte ihr Vater nach Angaben der Haushälterin einen Brief erhalten, der ihn verstört hat. Beim Absender handelt es sich um Paul Singer aus Amerika, der auf der Suche nach seinem 1943 verschwundenen Onkel Felix Auerbach, einem Juden, ist, mit dem Ulrich zur Linde befreundet gewesen sein muss.

    Parallel dazu findet Erika im Zimmer ihrer bereits vor dreissig Jahren verstorbenen Mutter Sophie Aufzeichnungen, die sie als Rezeptsammlung getarnt hatte. Ihre Tagebucheinträge beginnen am 20. April 1939, als sie bei einer Parade zu Ehren des Führers Felix Auerbach kennengelernt hat. Für Erika kann dies kein Zufall sein. Sie möchte Paul Singer, der für November einen Besuch in Deutschland angekündigt hat, treffen, um mehr über die Verbindung ihres Vaters bzw. ihrer Eltern zu einem Juden zu erfahren.

    "Sophies Tagebuch" ist eine dramatische Familiengeschichte, die zur Zeit des Mauerfalls in Berlin handelt und dabei auf die Jahre während des Zweiten Weltkriegs zurückblickt. Die Ereignisse 1939 bis 1945 werden durch die Tagebucheinträge von Erikas Mutter erzählt, die diese mühevoll entziffert. Sophie ist eine junge Frau gewesen, die regimetreu von ihren Eltern erzogen wurde und mit neunzehn Jahren Ulrich zur Linde geheiratet hat, den sie allerdings im Vergleich zu seinem Schulfreund Felix Auerbach weniger attraktiv findet. Sophie macht mit ihren abfälligen Äusserungen über ihren Ehemann keinen sympathischen Eindruck. Auch ihre Ausführungen über die Kriegsereignisse und die Verfolgung der Juden wirken einfältig bis naiv. Der von ihr beschriebene Auerbach ist rätselhaft, bemüht er sich doch nur sehr halbherzig um eine Emigration aus Deutschland, während seine Schwester 1941 nach Shanghai geflohen ist.

    Erika tippt die Tagebucheinträge ihrer Mutter ab und versinkt gerade zu in deren Geschichte. So wird auch in der Gegenwart Spannung erzeugt, was das eigenartige Verhalten Auerbachs auf sich haben und was letztlich mit ihm geschehen sein mag. Es ist offensichtlich, dass die vergangenen Ereignisse im Zusammenhang mit Ulrich zur Lindes Freitod stehen müssen. Erika zeigt kaum Regungen, liest das Tagebuch emotionslos, trauert weder um ihre Eltern, noch macht sie sich wirklich Gedanken um die Ereignisse um sie herum, verfolgt nur am Rande die Proteste im Oktober 1989 in der DDR. Stattdessen macht sich die geschiedene Lehrerin, die scheinbar keinerlei Freunde hat, Gedanken um ihre Frisur und ihren Kleidungsstil, den sie ändert, in dem sie die abgelegten Kostümjacken ihrer Mutter trägt. Sie kopiert unterbewusst ihre hübsche Mutter und setzt darauf, dass Paul Singer dem gut aussehenden Felix Auerbach ähnlich ist, um auf diese Weise zur Wahrheit über die Geschichte ihrer Familie zu gelangen.

    Auch wenn kaum einer der Protagonisten ein Sympathieträger ist, fesselt die Geschichte hinter den schwer einschätzbaren Charakteren. Durch die Tagebucheinträge, mit denen Erika aufgrund der Sütterlinschrift nur schwer vorankommt, werden die Ereignisse der Kriegsjahre erst nach und nach offenbart und immer wieder durch die Vorgänge in der Gegenwart in der DDR unterbrochen.
    Die Geschichte überrascht durch zahlreiche Wendungen und ist bis zum Schluss nicht vorhersehbar. Als Leser zweifelt man wie die Charaktere der Gegenwart, die Zeitzeugen treffen, an deren Erzählungen, an den Tagebucheinträgen und was in den letzten Kriegsjahren passiert ist. Insbesondere Felix Auerbach, aber auch Ulrich zur Linde bleiben lange undurchschaubar und so muss die Wahrheit für die nachfolgenden Generationen auch im Kontext des Regimes der Nationalsozialisten interpretiert werden, das das Verhalten der Menschen damals beeinflusste.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 5 Sterne

    kunde, 20.11.2018

    Erika zur Linde findet ihren Vater in seinem Haus tot auf. Er hat sich selbst das Leben genommen. Vier Tage zuvor erhielt er einen mysteriösen Brief aus Amerika. Als Erika in den Sachen ihres Vaters stöbert, entdeckt sie das Tagebuch ihrer Mutter Sophie. Und stösst darin auf eine Geschichte, die sie nie vermutet hätte. Hängt diese Geschichte vielleicht mit dem Brief aus Amerika zusammen? Und dies alles vielleicht mit dem Selbstmord ihres Vaters

    Dieser Roman ist von Beginn an fesselnd. Man befindet sich sehr schnell in der Handlung und verfolgt die Geschichte mit grossem Interesse. Die Geschichte spielt zu zwei Zeiten. Die Vergangenheit wird durch die Tagebucheinträge beleuchtet und beschrieben. Die Gegenwart, also das Berlin im Jahre 1989, erlebt der Leser durch Erika. Dadurch bekommt das Buch einen besonderen Reiz und bietet eine aussergewöhnliche Spannung. Man fragt sich die ganze Zeit, wie beide Handlungen mit dem mysteriösen Brief in Verbindung stehen. Beide Zeiten werden sehr bildhaft beschrieben und man hat das Gefühl, Teil der Handlung zu sein. Der Schreibstil ist dabei klar und flüssig, ohne aufgebläht zu sein. Trotzdem wird alles ausreichend beschrieben, so dass man sehr gut folgen kann. Die Charaktere werden ebenfalls gut daegestellt. Sophie erlebt man lediglich durch ihre Einträge in ihr Tagebuch. Sie wirkt, als ob sie sich gar nicht darüber im klaren ist, was um sie herum passiert. Doch sie wird im Laufe der Geschichte erwachsen und entwickelt sich weiter. Auch Erika macht eine bedeutende Entwicklung durch - sie erstarkt. Was das Buch zu einem besonderen Buch macht ist die Tatsache, dass die beiden Geschichten zu Zeiten spielen, die Eckdaten der deutschen Geschichte sind. Hier wird historisches mit Fiktion perfekt verwoben.

    Dieser Roman lohnt entdeckt und gelesen zu werden. Er ist etwas ganz besonderes!

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
mehr KommentareAlle Kommentare

Mehr Bücher des Autors

0 Gebrauchte Artikel zu „Sophies Tagebuch“

ZustandPreisPortoZahlungVerkäuferRating