Eine Odyssee

Mein Vater, ein Epos und ich

Daniel Mendelsohn

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Eine berührende Vater-Sohn-Geschichte auf den Spuren des homerischen Epos

Als Jay Mendelsohn, pensionierter Mathematiker und 81 Jahre alt, eines Tages spontan beschliesst, den Uni-Grundkurs seines Sohnes Daniel zum Thema "Odyssee" zu besuchen,...

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Kommentare zu "Eine Odyssee"

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  • 5 Sterne

    Marysol F., 21.06.2019

    Mehr als nur eine fantastische Lesehilfe für die Odyssee; ein Interpretationsangebot, das mit spannenden Einsichten und Verknüpfungen belohnt, wenn man sich dem verworrenen Schreibstil und komplexen Erzählungsaufbau hingibt.

    Als begeisterter (griechische) Mythologie-Leser, jedoch nicht des (Alt-)Griechischen mächtig, reizte mich dieser Titel sofort, als ich von ihm las. Nach der Leseprobe war ich allerdings skeptisch und unentschlossen - auf Grund des, bereits auf den ersten Seiten, verschachtelten Erzählstils könnte dieses Buch entweder genial oder unnötig akademisch-komplex werden. Ich habe mich aber entschieden, dem Buch eine Chance zu geben...

    ... und das nicht bereut! Denn auf etwa 350 Seiten entwirrt der Autor nicht nur die 12.110 Verse der Odyssee, sondern verstrickt diese 10 Jahre Abenteuer Odysseus´ gekonnt mit seinem Leben, dem seines Vaters und anderen Familienangehörigen. Dabei gelingt ihm etwas wunderbares: Er entstaubt dieses über 2500 Jahre alte Epos nicht nur, sondern zeigt auf, dass Geschichte lebt. Was früher die Menschen bewegte, bewegt sie noch immer. Identität, Liebe, Vertrauen und Verrat, Kampf, Tod und Beziehungen beschäftigen Menschen aller Epochen.

    Dieses Buch verlangt Konzentration - nicht nur ob der Wissensfülle, die Mendelsohn zur Odyssee, ihrem Aufbau, "Autor" Homer, Stilmittel und Sprachbilder während seines Seminars bespricht, sondern insbesondere wegen des unkonventionellen Erzähl- und Schreibstils. Ganz wie die Odyssee, ist auch die Begleitgeschichte keine stringent erzählte, sondern folgt Irrungen und Wirrungen der antiken Erzählung, springt vor und zurück, erklärt erst zu späterem Zeitpunkt Ereignisse und ihre Bedeutung. Passend zur aktuellen Leseposition in Homers Werk und den Debatten der Studieren: Anekdoten aus Daniel Mendelsohns Kindheit, Anmerkungen seines Vaters, gemeinsame Erinnerungen, Anspielungen auf Familiengeheimnisse und Verbindungen zur gemeinsamen Odyssee-Kreuzfahrt.

    Buch im Buch im Buch - mithilfe dieses Romans kann man nicht nur die Odysee (besser) kennenlernen und das Leben der Protagonisten aus der Jetztzeit erforschen, sondern bekommt quasi einen Lektüreschlüssel zum antiken Werk - man muss sich natürlich nicht an diese vorgegebene(n) Interpretation(en) halten, sondern kann seine eigene bilden. Ich hätte die Bedeutungen einzelner Szenen und Stilmittel auf keinen Fall so erfassen können; zumal ich ja auch des Griechischen nicht mächtig bin. Das Buch ist also eine Zusammenfassung, ein Lektüreschlüssel und zugleich auch ein eigenständiger Roman und zugleich alles auf einmal.

    So gerne ich auch lesen, durchaus auch Klassiker und Anspruchsvoll(er)es - Literaturwissenschaften, Philologie ("Liebe zur Sprache"), Germanistik und Ähnliches wäre ja gar nichts für mich. Dieses viele Analysieren, diese Ungewissheit, diese Stilmittel... Umso überraschender und beeindruckender war für mich, wie sehr Mendelsohn mir die Liebe zu seiner Disziplin nahbringen und verständlich machen konnte, ohne dass ich das notwendigerweise auch studieren wollen würde. Aber es gelingt ihm eben, indem er mir als Leser das eigenständige Grübeln grösstenteils abnimmt und eine Interpretationsrichtung vorgibt, die Gedanken anstösst, das Wunder der Sprache zu offenbaren. Wie genial bestimmte Stilmittel und Bilder zu einer Absicht passen, wie subtil und zugleich offensichtlich etwas angedeutet werden kann, wie eloquent man etwas ausdrücken kann, ohne es dabei gesagt zu haben...

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    janein
  • 5 Sterne

    Kaffeeelse, 24.06.2019

    Erstmal möchte ich Herrn Mendelsohn für dieses Konstrukt ein unbedingtes Lob aussprechen! Die Odyssee und auch die Ilias herzunehmen, die Vater-Sohn-Beziehung von Odysseus und Telemachos in dieser herauszuarbeiten und diese dann in Bezug zu seiner eigenen Familiengeschichte zu setzen ist eine absolut wunderbare Idee, allerdings muss man darauf auch erstmal kommen. Einerseits zeigt es die Übersetzbarkeit dieses sehr alten Werkes in die heutige Zeit, misst diesem Buch dadurch eine neue erfrischende Bedeutung zu: andererseits arbeitet der Autor auch seine eigene Familiengeschichte etwas auf, zeigt eine grosse Verletzbarkeit und Ehrlichkeit und gewinnt auch dadurch meine Sympathien.


    Ich habe als Kind die griechischen Sagen mit grosser Begeisterung gelesen, schon dadurch war dieses Buch von grossem Interesse für mich. Dieses Buch zeigt neue Betrachtungsweisen und erzeugt in mir den dringenden Wunsch diese alten Sagen nochmals zur Hand zu nehmen. Auch dadurch ist dieses Buch sicher ein Gewinn.


    Die philologischen Betrachtungen zu Homers Werk, die feinsinnige Aufschlüsselung von Bedeutungen einzelner Wörter und deren Einfliessen in andere Sprachen zeigt einerseits die Bedeutung grosser Kulturen und ihrer Sprachen auf ihre Umgebung und gleichzeitig zeugt es auch von einer ungeheuren Vernetzung in unserer westlichen Welt. Gerade auch diese philologischen Betrachtungen machen dieses Buch zu etwas Besonderem.


    Auch den Aufbau des Buches finde ich herausragend. Der Autor gliedert die Odyssee nach verschiedenen Aspekten und bringt diese verschiedenen Grundthemen in Bezug auf das Leben und besonders auf sein eigenes und hier besonders auf die Beziehung des Autors zu seinem Vater Jay Mendelsohn. Hier berührt der Autor ungemein in seiner Ehrlichkeit und bringt den Leser zum Sinnieren und dies in einer schon recht heftigen Weise. Und auch dabei sticht das Buch in meinen Augen aus der Masse deutlich hervor. Für die Ehrlichkeit und auch die Verletzlichkeit, die in diesem Buch transportiert werden, danke ich dem Autor und seiner Familie und spende tosenden Beifall.


    Insgesamt betrachtet ist dieses Buch sicher eines, welches man irgendwann später noch einmal lesen könnte und es ist sicher ein wunderbares Geschenk für Väter und Söhne, welche gern sinnieren. Natürlich wird dieses Buch auch sinnierenden Müttern und Töchtern gefallen. Was kann ich noch sagen? Ausser: unbedingt Lesen!!!

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    janein
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