vor 2 Monate

Versetzt uns gern in Angst und Schrecken: Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek hat viel Sinn für Humor - trotz Dauerbeschäftigung mit den menschlichen Abgründen. Foto: © Gene Glover. Rechts: vier der packendsten Fitzek-Thriller in einem exklusiven Schuber: "Splitter", "Der Augensammler", "Der Augenjäger" und "Der Nachtwandler".

Warum der „furchtsame“ Thriller-Autor furchtlos gegen Analphabetismus kämpft

Seine Romanfiguren erleiden Todesängste und Folterqualen, Kinder verschwinden spurlos und Psychopaten treiben ihr Unwesen. Thriller-Autor Sebastian Fitzek liebt es, seine Leserinnen und Leser in Angst und Schrecken zu versetzen. Dabei ist der 48-jährige Dreifach-Papa selbst eher ein „furchtsamer Mensch“ wie er jüngst in einem Interview erzählte. Auch wenn er leidenschaftlich gern über Nahtoderfahrungen schreibt, privat steigt er nicht mal gerne in die Achterbahn: „Ich stelle mir immer vor, was alles passieren kann.“

Seine Recherchen: Von der geschlossenen Psychiatrie bis zum Kreuzfahrtschiff

Was nicht heissen soll, dass Fitzek nicht auf Tuchfühlung mit der Realität geht. Im Weltbild-Interview erzählt er, wo er für seine insgesamt 19 Thriller mit über 12 Millionen Auflage schon überall recherchiert hat: Von der Justizvollzugsanstalt über die geschlossene Psychiatrie bis hin zum Kreuzfahrtschiff. „Die Hauptrecherche ist, wenn ich am Ende die erste Fassung einem Experten zu lesen gebe: einem Kapitän, einem Arzt, einem Psychiater, einem Polizisten beispielsweise oder hier […] bei „Das Geschenk“ hat ein ehemaliger Analphabet dieses Buch vorab gelesen. Tim-Thilo Fellmer.“

Wer nicht lesen kann, übt mit Fitzek

Analphabetismus ist für Fitzek aber nicht nur Stoff fürs aktuelle Buch. Schon am Anfang seiner Karriere schrieb ihm eine Pädagogin, dass sie seine Bücher zum Lesenlernen in der Erwachsenenklasse einsetze. Rückblickend schmunzelt Fitzek über seine erste Reaktion, lobte die Lehrerin doch seinen einfachen Schreibstil. Doch das Thema wurde für ihn schnell zur Herzensangelegenheit: „Wir haben 6,2 Millionen funktionale Analphabeten allein in Deutschland, weit über 7 Millionen, wenn man noch Österreich und Schweiz dazu nimmt. […] Wir haben hier eine ganz grosse Zielgruppe von Leserinnen und Lesern, die wirklich danach dürsten, es zu lernen und dazu muss das Thema erstmal in den Fokus gerückt werden.“ Ein Grund für Fitzek sich als Botschafter des Verbandes „Alfa-Selbsthilfe“ zu engagieren.

Ihn selbst haben in der Jugend die „unerreichbaren“ Klassiker der Weltliteratur fürs Lesen begeistert wie zum Beispiel „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende oder „Fegefeuer der Eitelkeiten“ von Tom Wolfe. Die hätte er auch gerne selbst geschrieben, genauso wie „Das Schweigen der Lämmer“ von Thomas Harris. „Deshalb schreibe ich auch gar nicht so viele Serienkiller-Bücher, weil ich finde, nach wie vor ist Hannibal Lecter unerreicht.“

Thriller-Spannung bei Weltbild entdecken

1 Kommentar
  • Michel B., 16.01.2020

    Ich habe einige Hörbücher von Sebastian Fitzek und kann diese wirklich empfehlen.

    Mitr zumindest gefallen die Hörbücher sehr gut, sie sind spannend und es wird nie langweilig.