vor 2 Wochen

Verführerisch: "Paula schreibt" - Office Nights Folge 1

Sexpertin Paula Lambert, bekannt aus Sixx, hat ihr erstes erzählendes Werk geschrieben. Die verführerischen Kurzgeschichten unter dem Titel "Office Nights" erscheinen als eBooks im Label CLUB bei HarperCollins Germany | © Foto: sixx/Jens Koch

Achtung! Verführerischer Lesestoff - vorab exklusiv im Weltbild Magazin

Paula Lambert ist derzeit Deutschlands bekannteste Sex- und Beziehungsexpertin. Die Journalistin hat verschiedene Fernsehformate unter der Marke „Paula kommt“ bei dem Sender Sixx, zum Beispiel ein Talkformat und eine Call-in-Show. Darüber hinaus ist sie erfolgreiche Podcasterin ihres eigenen Podcasts des Scheiterns. Ausserdem schreibt sie Sachbücher, u.a. "Finde dich gut, sonst findet dich keiner".

Lesen kann so sexy sein, denn "Paula schreibt"

Jetzt hat Paula Lambert ihre erste fiktionale Geschichte verfasst. Exklusiv vorab können Sie die 28-teilige Reihe Office Nights online hier im Weltbild Magazin lesen.

"Weltpremiere! Nicht immer nur Sachbücher, ich habe jetzt meine allererste Kurzgeschichtenreihe geschrieben. Viel Vergnügen!", wünscht Beziehungsexpertin Paula Lambert im Video den Weltbild Lesern.

Die Geschichten erscheinen im Digitallabel CLUB bei Harper Collins Germany und sind vier Wochen exklusiv und kostenlos im Weltbild Magazin verfügbar, danach werden jeweils vier Kurzgeschichten in einem E-Bundle zum Kauf angeboten.

ACHTUNG, es erwartet Sie prickelnde Lektüre.

Verführerisch: Gewagtes Spiel

OFFICE NIGHTS ist eine 28-teilige Reihe erotischer Kurzgeschichten. Diese können unabhängig voneinander oder am Stück gelesen werden. In jeder Folge wird sich die Protagonistin Stella einer anderen Herausforderung widmen – eine verführerischer als die andere.

Office Nights von Paula Lambert

Darum geht es: Stella Durigatti ist eine toughe Geschäftsfrau, die nicht nur ihre Angestellten, sondern auch sich selbst fest im Griff hat. Versagen ist für sie keine Option, Freizeit auch nicht. Lediglich für die Freitagsdinner mit ihrer Familie reisst sie sich vom Laptop los. Und obwohl sie behauptet, dieses Leben zu lieben, macht der Stress sich bei ihr langsam bemerkbar.

Eines Tages bekommt sie eine E-Mail von einem Fremden, der behauptet, sich um sie zu sorgen. Er fordert er sie zu einem gewagten Spiel heraus, das Stella die wahren Freuden des Lebens entdecken lässt.

28 Folgen mit sinnlichem Lesestoff von Paula Lambert. Verführerische Geschichten ab sofort jede Woche in der Reihe OFFICE NIGHTS kostenlos vorab lesen - nur im Weltbild Magazin.

OFFICE NIGHTS - Folge 1

von Paula Lambert

Mein Name ist Stella Durigatti, und ich habe vier Regeln:

  1. Die Arbeit kommt zuerst.
  2. Der Kunde bekommt das absolut Beste.
  3. Wenn es nicht das absolut Beste ist, hast du versagt.
  4. Versagen ist keine Option.

Gerade deshalb sollte ich jetzt aufmerksamer sein. Stattdessen spiele ich mit dem Kugelschreiber in meiner Hand, klick, klack, klick, klack. Das Silber, aus dem dieser Stift gefertigt ist, hat irgendjemand aus einer Mine in Chile geschürft und an den grossen Gringo aus der Schweiz übergeben, der es dann zurückgeflogen und extra für mich zusammengeschmolzen hat. An der Seite des Stiftes steht mein Name in Schönschrift.

Vorn am Whiteboard steht einer meiner Angestellten und erklärt Tabellen, die er nicht versteht. Ich erkenne es deutlich an seinen Augen: Sie huschen hin und her wie Karnickel in einem zu kleinen Stall. Er ist kurz davor, die Kontrolle zu verlieren. Der Kunde aus New York ist per Video zugeschaltet, die Londoner Dependance auch, und irgendeine arme Sau hat sich in Tokio aus dem Bett geschält, um zuzuhören, wie wir ihnen das Beste verkaufen, was wir in wochenlanger Arbeit geschaffen haben. Wenn wir diesen Pitch nicht gewinnen, bin ich am Arsch. Zehn Leute mindestens müssen dann gehen. Aber obwohl uns das Wasser an den Ohrläppchen leckt, kann ich kein Stück Begeisterung aufbringen. Ich bin müde, so schrecklich müde.

Den CLUB bei Weltbild entdecken

Vom anderen Ende des Konferenzraumes lächelt mir die Skulptur von Francis Walden aufmunternd zu, eine Interpretation von Atlas, dem Träger des Himmels. Die definierten Muskeln des Titanen scheinen unter dessen Last zu zittern. Venen treten an seinen Armen hervor, während er sich gegen das Himmelsgewölbe stemmt, um es davon abzuhalten, auf die Erde zu schmettern. Und niemand hilft ihm. Atlas versteht mich. Endlich mal jemand, der mich versteht.

Meine Augen beginnen vor Langeweile zu tränen. Ich blinzele kurz, dann erschrecke ich mich, weil mir klar wird, dass ich keine Skulptur anstarre, sondern einen Typen, den ich noch nie zuvor gesehen habe. Er muss von Kundenseite kommen, und es ist mir ein Rätsel, warum er mir vorher nicht aufgefallen ist. Sein braunes Haar kräuselt sich in dicken Locken über die Stirn. Sind seine Augen blau oder grün? Von hier aus schwer zu sagen. Sein Lächeln nimmt einen verschmitzten Zug an, und er hebt das Kinn in Richtung Tür. Verwundert blicke ich mich um, aber er scheint ganz sicher mich zu meinen. Will er draussen etwas besprechen, das er nicht vor den anderen sagen kann?

Leise schiebe ich meinen Stuhl zurück und murmle eine Entschuldigung, bevor ich den Konferenzraum durch die hintere Tür verlasse. Er geht vor, immer den Flur entlang. Zwei Minuten, denke ich. Mehr Zeit kriegt er nicht, sonst verpasse ich noch den wichtigen Kram, der am Ende irgendwann kommen wird. Das ist das Theater mit Meetings: Erst langweilen sie einen zwei Stunden lang zu Brei, und dann, wenn man kurz auf die Toilette läuft, hauen sie die Top-Informationen raus. Vielleicht verpasse ich gerade, worauf ich vergeblich gewartet habe, aber ich will unbedingt wissen, was dieser Fremde mir sagen möchte. Während er so vor mir hergeht, fällt mir sein Hintern auf, der in einer sehr kostspielig aussehenden Anzughose steckt. Er muss also mindestens Führungsebene sein. Umso spannender.

„Hier.“ Abrupt bleibt er vor einer Wand stehen, und mir wird klar, dass mir auch seine Stimme gänzlich unbekannt ist. Ich bin verwirrt. „Hier?“ Verdutzt berühre ich die Wand. Da ist nichts ausser weisser Farbe auf Putz. Was hat das zu bedeuten? Übersehe ich etwas? Er lacht leise. Ich kann seinen Atem im Nacken spüren. „Die Wand ist völlig in Ordnung“, sagt er. Mit einer Mischung aus Entsetzen und Überraschung spüre ich plötzlich seine Hand auf meinem Handrücken. Seine Finger spreizen meine, und er hält inne, um zu sehen, ob ich schreiend davonlaufe. Sollte ich? Ich kann sein Gesicht nicht sehen, aber ich spüre, wie sich sein Körper meinem nähert. Ich will auf keinen Fall, dass er aufhört. Seine Hand ist grösser als meine, Adern zeichnen sich unter seiner leicht gebräunten Haut ab. Aus Furcht, den Moment zu zerstören, atme ich so flach wie möglich. Er sagt nichts, als er die Bluse aus meinem Rock zieht und anschliessend über meinen Bauch streichelt. Seine Berührung ist wunderbar warm, und ich kann einen Seufzer nicht unterdrücken. „Entspann dich“, flüstert er mir ins Ohr und fährt mit weichen Lippen die Form meines Halses nach. Seine Hand hat inzwischen meine Brust erreicht und streichelt sie sanft. Als er die Spitze umkreist, stöhne ich auf. Er drängt sich an mich, presst mich gegen die Wand, als wäre er der Polizist und ich die Verbrecherin, die nichts weiter will, als sich ihres nassen Höschens schuldig zu bekennen.
Ich reibe meinen Po gegen seinen halbharten Schwanz, der nur noch von der engen Stoffhose zurückgehalten wird. Von irgendwo klingen gedämpfte Stimmen an mein Ohr. Doch interessanterweise stört mich der Gedanke, dass jemand den Flur entlangkommen könnte, überhaupt nicht. Er lässt von meinem Nippel ab und greift nach meinem Rocksaum, wo er die Knopfleiste, die vorn bis zu meinen Knien hinunterläuft, Knopf für Knopf aufspringen lässt. Spielerisch erkundet er den Rand meines Slips und fährt dann hinein, mitten in meine nasse Spalte. Inzwischen stütze ich mich mit beiden Händen an der Wand ab. Ich habe mich ergeben, ich will nichts anderes mehr. Er umspielt meine Klitoris, zupft daran, freut sich über mein Ächzen, und ich spüre, wie meine Feuchtigkeit alles flutet. „Fick mich“, höre ich mich betteln, „bitte fick mich. Jetzt. “ Er zieht seinen Finger aus meinem Slip und öffnet mit raschen Handgriffen seine Hose. Dann dringt sein Schwanz in mich ein, und mein Inneres beginnt zu pulsieren. Sein Rhythmus wird zu meinem, während er mich mit harten Stössen die Wand hochtreibt. Ich komme mit einem leisen Schrei und erzittere, als er seinen Samen in mich pumpt; ein göttliches, erschöpfendes, ach so befriedigendes Gefühl.

„Stella? Was ist denn deine Meinung dazu?“ Erschrocken schnelle ich mit meinem Bürostuhl nach vorn. Der arme Tropf am Whiteboard, den ich wirklich schon vor Monaten hätte feuern sollen, blickt mich hilfesuchend an. „Jepp“, sage ich und räuspere mich. „Ich finde, da sind wir noch steigerungsfähig.“ Natürlich habe ich keine Ahnung, worum es geht, aber „da sind wir noch steigerungsfähig“ passt immer und freut den Kunden. Während ich verzweifelt versuche, meine Gedanken zu sortieren, checke ich die Männer im Raum ab. Keiner von ihnen sieht auch nur annähernd aus wie der Kerl aus meinen Träumen. Sie sind Loser in teuren Klamotten. Aber es sind meine Loser, aus denen ich Gewinner machen werde. Wenn ich eines über die Arbeitswelt gelernt habe, dann, dass die meisten Leute maximal sechzig Prozent ihres Potentials ausschöpfen. Es sei denn, man droht ihnen Schmerzen an, oder, falls das wegen der Gewerkschaft nicht geht, indem man sie gnadenlos wieder und wieder an einer Sache schuften lässt. „Wir arbeiten jetzt mit den Ergebnissen unseres heutigen Gesprächs weiter und senden Ihnen die verbesserten Vorschläge am Mittwoch zu“, beschliesse ich. „Einverstanden?“ New York und London sind einverstanden, Tokio scheint kurz eingenickt zu sein. Ich kann es ihm nicht verdenken.

Als ich schliesslich auch aufstehe, sehe ich, dass mein kleiner Tagesausflug einen sichtbaren Fleck auf meinem Stuhl hinterlassen hat. Vielleicht sollte ich mir doch mal wieder ein Hobby suchen oder wenigstens einen Liebhaber. Wenn ich nur die Zeit dafür hätte. Eigentlich sollte ich jetzt gehen. Das Essen bei Mamma beginnt in einer Stunde, und wenn ich nicht pünktlich erscheine, wird sie mich aus der Familie verbannen. Ich weiss nicht, ob sie es ernst meint, aber mit italienischen Müttern ist nicht zu spassen. Ein letzter Blick in meinen Mailordner zeigt einmal spontanes Feedback aus New York. Und eine Mail mit der Betreffzeile „Ein Spiel für Stella“. Mein IT-Typ hat mir verboten, Mails von unbekannten Adressen zu öffnen, aber hier steht immerhin mein Name. Ich öffne sie.

Liebe Stella,

ich verstehe deine Leidenschaft für Skulpturen und Kunst. Das ist etwas, das wir gemeinsam haben. Und ja, ich habe genau gesehen, wie du die Walden-Figur angestarrt hast. Was war das in deinem Blick? Lust? Woran hast du gedacht? Dass dich der starke Mann nehmen wird? Dabei würdest du das doch niemals zulassen. Ich sehe, wie deine Mitarbeiter dir auf der Nase herumtanzen. Sie müssen sich gar nicht anstrengen, wenn du ohnehin alles machst. Und trotzdem hast du sie eingestellt. Wieso? Kannst du dich nur stark fühlen, wenn alle um dich herum schwach sind? Es wird Zeit, dass du die Kontrolle abgibst. Oder bist du etwa zu feige?Ich schlage dir etwas vor. Nennen wir es ein Spiel. Es besteht aus achtundzwanzig Aufgaben, und wenn du sie bewältigst, wirst du stärker und freier sein als je zuvor. Wenn, und nur wenn, du die Aufgaben bestehst, werde ich dich nehmen. Was denkst du, Stella?

Kein Absender. Die Emailadresse sagt mir nichts, Atlas2019. Mich nehmen? Der Typ spinnt wohl! Soweit ich weiss, bestimme immer noch ich, wer hier wann genommen wird. Ich bin aufgebracht, versuche aber, klar zu denken. Es kann kein Zufall sein, dass er sich Atlas nennt. Er hat mich beobachtet. Stammt er etwa aus meinen Team? Nein, so viel Aufmerksamkeit traue ich keinem von ihnen zu. Vielleicht einer der Kunden? Wer auch immer es ist, der soll mich kennenlernen. Es gibt nur einen Weg, wie man auf so einen Mist reagiert.

Das Spiel mitspielen, nur besser …

Fortsetzung folgt

Folge 2 lesen

Paula Lambert, Office Nights, erscheint bei Harper Collins. Weitere Titel aus der Reihe CLUB von Harper Collins finden Sie hier.