Tolino vision 6 - Preis dauerhaft gesenkt!

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Die 68er werden 50!

Thomas Gottschalk feiert in einer grossen ZDF Musik-Show das Jahr 1968

Foto: obs/ZDF/Richard Hübner

Thomas Gottschalk präsentierte die grosse 68er Show

Ein einziges Jahr kann die Welt verändern: Das ZDF feierte das 50.ste Jubiläum der "wilden 68er" in Thomas Gottschalks grosser 68er Show am 6. Oktober. Mit einer Vielzahl an prominenten Gästen und "echten" 68ern, die unterhaltsam "aus dem Nähkästchen plauderten", liess Thomas Gottschalk das einzigartige Lebensgefühl einer ganzen Generation wieder aufleben.

Auch er selbst ist ein echter 68er: Der stets gutgelaunte Moderator wurde im vergangenen Mai 68 Jahre alt. Gemeinsam mit Weggefährten und Zeitzeugen wie Weltstar Peter Fonda, "Mr. Bean" Rowan Atkinson, Uschi Glas und Claudia Roth, dazu Michael "Bully" Herbig, Inka Bause und Dagmar Frederic und weiteren Überraschungsgästen blickte er in der grossen 68er-Show zurück auf eine prägende Zeit und 50 Jahre gute Musik. Hörenswerte Highlights gab es von weltberühmten Musiklegenden wie Melanie, Donovan, Chris Thompson und The Box Tops. Ausserdem überraschten Künstler wie Wolfgang Niedecken, Katie Melua, Vanessa Mai, Andreas Gabalier, David Garrett, Stefanie Heinzmann und andere mit eigenen Live-Interpretationen von bekannten 68er-Songs. Das Best Of der Flower-Power-Hits wurde musikalisch begleitet von Deutschlands bekanntester Fernsehband, den Heavytones.

Nie war Musik so bewegend und revolutionär!

Begleitend zur Fernsehshow wurden zwei Tonträger veröffentlicht, zum einen die CD "Gottschalks grosse 68er-Show" mit allen Hits aus der TV-Show. Ergänzend dazu die 3-CD-Box "Gottschalks grosse 68er-Hits" mit den unsterblichen Songs der 68er Bewegung!

Ein Jahr, das die ganze Welt veränderte

1968? Das war doch das Jahr der Studentenrevolte, des Protestes gegen den Vietnam-Krieg, der Kampfansage an Spiesser und unverbesserliche Alt-Nazis, des Drangs nach neuen, freien Lebensformen und -inhalten. Doch 1968 war noch mehr, viel mehr! Es war das Jahr spektakulärer Musik, sensationeller Events, legendärer Konzerte, epochaler Bandgründungen, historischer LP-Veröffentlichungen …

Kurz zurück zur politisch-gesellschaftlichen Situation, die in diesem besonderen Jahr herrschte – und die den Rahmen bildete für die musikalischen Höhenflüge: 1968 – Sie erinnern sich: Rudi Dutschke, Fritz Teufel, Kommune 1, „Unter den Talaren, der Muff von tausend Jahren“, Steine gegen Wasserwerfer und Polizeiknüppel, der Tod von Benno Ohnesorg, in Frankreich sogar die Solidarisierung von Arbeitern mit Studenten sowie ein Generalstreik, in den USA die Ermordung von Martin Luther King und Robert F. Kennedy …

Die Früchte der 68er Saat

Noch heute steht der Begriff „Die 68er“ für eine aufbegehrende, auf Konventionen pfeifende Generation, die einen langen Marsch durch die Institutionen der Bundesrepublik begonnen hat – und diesen mühsamen Weg auch, trotz zahlreicher Stolpersteine, bis zum Ende gegangen ist. Was dieser Marsch bewirkt hat, welche Früchte aus dem 68er Saatgut letztlich herangereift sind und die Gesellschaft verändert hat, das ist bis heute greif- und spürbar: Ausstieg aus der Atomenergie, Emanzipation der Frau, Umweltschutz, die Ehe für alle u.v.m. Aber vom 68er-Baum liessen sich auch so wohlschmeckende Spezialitäten ernten wie die Songs von „Crosby, Stills & Nash“ oder „Deep Purple“.

1968: gute Musik satt!

Ein aussergewöhnlicher Auftritt an einem ungewöhnlichen Ort: Am 13. Januar spielte Johnny Cash im kalifornischen Folsom State Prison vor völlig begeisterten Straftätern: Die in der Regel wegen Mordes oder Vergewaltigung lebenslänglich Einsitzenden lagen dem Country-Idol mit Outlaw-Attitüde zu Füssen. Bis heute gilt der Mitschnitt des legendären Konzertes als eines der besten Live-Alben aller Zeiten. Was passierte noch im Musik-Jahr 1968? Die Beatles veröffentlichten eine Doppel-LP, die unter dem Namen „White Album“ für Furore sorgte. Aus Ex-Mitgliedern der „Hollies“ und „Buffalo Springfield“ formierte sich eine neue Supergroup: „Crosby, Stills & Nash“ (später noch unterstützt vom Kanadier Neil Young). „Deep Purple“ wurde gegründet, allerdings noch ohne den Meister-Shouter Ian Gillan. Die Band erklomm wenige Jahre später mit Songs wie „Smoke On The Water“ den Hard-Rock-Olymp.
Bei „Pink Floyd“ wurde Syd Barrett, Kopf, Sänger und Gitarrist der englischen Psychedelic-Band, durch David Gilmore ersetzt. Syds LSD-Konsum hatte den talentierten Songschreiber in eine schwere Psychose mit Klinikaufenthalt gestürzt. Dem kreativen (und kommerziellen) Höhenflug der Gruppe hat der Personalwechsel nicht geschadet.

Der (Musik-)Zeppelin hebt ab

Am 7. September erhob sich der Zeppelin erstmalig in die Lüfte: Die vom früheren „Yardbirds“-Gitarristen Jimmy Page gegründete Rock-Band „Led Zeppelin“ absolvierte ihr erstes Konzert – natürlich mit Sänger und Sex-Symbol Robert Plant. Der Startschuss zur Welteroberung war gefallen.
Für Furore sorgten im Jahr 1968 auch „The Who“, die, ihren aktuellen Single-Hit- „Magic Bus“ im Gepäck, zu einer Down-Under-Tour aufbrachen und Fans in Australien und Neuseeland mit energiegeladenen Gigs beglückten. Konzertbesucher freuten sich vor allem darüber, wie wenig fürsorglich Pete Townshend mit seinen E-Gitarren umging. Smash! Tournee-Partner der „Who“ waren damals übrigens die „Small Faces“. 1968 sprinteten weitere spätere Tonträger-Million-Seller aus den Startlöchern. Art- und Bombast-Rocker wie „Yes“ oder „King Crimson“ etwa, bodenständige Chart-Stürmer wie „Nazareth“ oder „Free“ mit charismatischen Lead-Sängern, Trendsetter und Experimentierlustige wie „Can“ oder „Amon Düül 2“ – mit ihrem frischen deutschen „Kraut“-Sound.

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Farewell & so long

Auch einige Abschiede verzeichnet das Musik-Jahr 1968: Im Dezember tritt Janis Joplin zum letzten Mal mit ihrer Band „Big Brother And The Holding Company“ auf, bevor sie eine Solokarriere beginnt. „Cream“ spielen ihr „Farewell-Concert“ in der Londoner Royal Album Hall. Und „Animal“ Chess Chandler, Entdecker, Förderer und Manager von Jimi Hendrix, kriegt sich mit dem E-Gitarren-Virtuosen kräftig in die Haare: Ausgerechnet während der Aufnahme-Sessions von „Electric Ladyland“, einer der Rock-Album-Meilensteine des Jahres (und aller Zeiten), zerstreiten sie sich: das Ende einer genialen Zusammenarbeit.

Da waren ja auch noch …

Während herausragende Bands und Künstler im Jahr 1968 für Schlagzeilen sorgten, Karrieren starteten oder Musikgeschichte schrieben …

  • …verbot Papst Paul VI. die Anti-Baby-Pille bzw. jede künstliche Geburtenkontrolle
  • … verübten Andreas Baader und Gudrun Ensslin Brandanschläge auf zwei Frankfurter Kaufhäuser
  • …wurde dem „Prager Frühling“ von sowjetischen Truppen ein frühes, gewaltsames Ende beschert
  • … wählten die US-Amerikaner den Republikaner Richard Nixon (denkbar knapp) zum ihrem 46. Präsidenten. Im Wahlkampf hatte Nixon übrigens versprochen, einen „geheimen Plan“ zur Beendigung des Vietnam-Konfliktes zu besitzen!
  • … ohrfeigte Beate Klarsfeld Bundeskanzler Georg Kiesinger auf dem CDU-Parteitag in Berlin – wegen seiner NS-Vergangenheit

SPECIAL 1:

Welche Songs hörten und kauften Westdeutsche im Revolten-Jahr?

In den heimischen Hitparaden tummelte sich 1968 eine bunte Mischung aus Rock, Pop und Schlager. Während internationale, englischsprachige Bands und Künstler wie Beatles, Rolling Stones, Manfred Mann oder Tom Jones Nr.- 1-Erfolge in den Single-Charts feierten, sicherten sich auch deutschsprachige Stars ihr Stück vom Kuchen. So erreichten Peter Alexander mit „Der letzte Walzer“ und Heintje mit „Du sollst nie weinen“ sowie „Heidschi Bumbeidschi“ die Nr.-1-Positionen. Udo Jürgens machte „Mathilda“ zum grossen Mitsing-Hit, während Roy Blacks Aufforderung „Bleib bei mir“ Heerscharen von Fans Folge leisteten.

SPECIAL 2:

Die grössten internationalen Single-Hits 1968

Was toppte weltweit im Jahr 1968 die Singles-Charts? Den absoluten Hitparaden-Abräumer konnten die Beatles global mit „Hey Jude“ verbuchen. Der Song erreichte in fast allen Ländern der Erde die Nr. 1 Position, allein in Deutschland thronte er 27 Wochen lang auf Platz 1! Angesichts der ungewöhnlichen Länge von über 7 Minuten war dies keine Selbstverständlichkeit. Mit ca. 7,5 Millionen verkauften Exemplaren wurde „Hey Jude“ übrigens die erfolgreichste Single-Schallplatte der Beatles. Auf den Plätzen 2 bis 5 der 1968er Welt-Charts folgten:

  • Nr. 2: „What A Wonderful World“ von Louis Armstrong
  • Nr. 3: „Sitting On The Dock Of The Bay“ von Otis Redding
  • Nr. 4: „Jumpin’ Jack Flash“ von den Rolling Stones
  • Nr. 5: „Lady Madonna“ von den Beatles

SPECIAL 3:

68er Juwelen: Zehn LP-Meilensteine

Musikalisch gesehen war das Jahr 1968 ein Gigant. Viele Künstler und Bands befanden sich auf dem Höhepunkt ihres Schaffens; insbesondere Freunde von Pop, Rock und Soul konnten aus dem Vollen schöpfen. Auf der soliden Basis von Blues und Rock’n’Roll entwickelten sich unzählige Musiker und Gruppen kreativ enorm weiter, mixten munter die verschiedensten Musikstile und liessen ihrer künstlerischen Fantasie freien Lauf. Dementsprechend bunt und vielfältig war das musikalische Angebot in den Schallplattenläden. Trotz der grossen Bedeutung, regelmässig möglichst weit oben in den Single-Hitparaden vertreten zu sein, natürlich vor allem aus kommerziellen Gründen, entwickelten sich Langspielplatten mehr und mehr zum Gradmesser des kreativen Potentials einer Band bzw. eines Künstlers. Und nach und nach wurde der Verkauf von LPs ein immer grösser werdender wirtschaftlicher Faktor.
Das musikalische LP-Angebot in den Läden war grandios: In den Regalen tummelten sich Vinyl-Scheiben, auf denen beispielsweise zu hören war: West-Coast-Rock, Blues-Rock, Soul, Southern-Rock, Art-Rock, Country & Western, Latin-Rock, Hard-Rock, Psychedelic-Rock, Folk-Rock, Rockabilly, Pop … Bei diesem vielschichtigen Angebot konnte wirklich jeder Musik-Fan fündig und glücklich werden.

Hier sind die vielleicht zehn besten, wichtigsten oder einflussreichsten LPs des Jahres 1968 im Bereich Pop und Rock (eine Rangfolge spielt hier keine Rolle, der eigene Geschmack kann natürlich nicht ganz ausgeblendet werden):

  • The Rolling Stones: „Beggars Banquet“
  • Jefferson Airplane: „Crown Of Creation“
  • Van Morrison: „Astral Weeks“
  • Jimi Hendrix: „Electric Ladyland“
  • The Kinks: „The Kinks Are The Village Green Preservation Society“
  • Grateful Dead: „Anthem Of The Sun“
  • The Beatles: „The Beatles“ (White Album)
  • The Small Faces: „Ogdens’ Nut Gone Flake“ (Brit-Pop goes psychedelic.)
  • The Zombies: „Odessey And Oracle“
  • Spirit: „Spirit“