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Kann KI Krimis schreiben?

Und wird Kommissar Jennerwein zum digital Nerd? Jörg Maurer im Interview

Der 15. Fall für Kommissar Jennerwein ist da! Doch wird er ihn auch überleben? Bestsellerautor Jörg Maurer hetzt ihm eine rachsüchtige Verbrecher-Allianz auf den Hals, während Jennerwein ganz neue Wege beschreitet und mit künstlicher Intelligenz ermittelt. Foto: © Derek Henthorn

Kommissar Jennerwein darf nicht sterben!

Klare Sache für die Fans des Kult-Kommissars – leider sehen das die Schwerverbrecher, die Jennerwein im Laufe seiner 14-bändigen Karriere hinter Gitter gebracht hat, anders. Gemeinsam setzen sie im neuen Buch einen Profikiller auf ihn an. Allzu viel bekommt der Kommissar davon jedoch zunächst nicht mit: Steckt er doch mitten in KI-gestützten Ermittlungen. Genauer gesagt in einem High-Tech Datenanzug...

Eines der Kapitel im neuen Roman sei übrigens von ChatGPT geschrieben worden, behauptet Bestsellerautor Jörg Maurer im Weltbild-Interview...

Wie viel KI steckt wirklich im neuen Jennerwein-Fall? Und wird der Kommissar zum digital Nerd? Jörg Maurer im Interview

12 Verbrecher, ein Plan: Jennerwein muss sterben. Im Buch rätseln die 12, an welchen Film sie das Szenario erinnert. Wie war das bei Ihnen, haben Sie sich auch von einem Film inspirieren lassen oder wie kamen Sie auf die Idee, Jennerwein diese ganze Bande auf den Hals zu hetzen?

Jörg Maurer: Ich fand die Idee nicht abwegig, dass die von Jennerwein hinter Schloss und Riegel gebrachten Verbrecher sich zusammentun, um den Kommissar mit vereinten Kräften aus dem Weg zu räumen, nachdem sie es in ihren jeweiligen Fällen (Jennerwein 1-14) nicht geschafft haben. Klar habe ich den "Mord im Orient-Express" gelesen und gesehen, aber während bei Agatha Christie – Achtung, Spoilerwarnung! – alles glatt läuft, geht in "Kommissar Jennerwein darf nicht sterben" einiges – erneute Spoilerwarnung! – schief.

Die Verschwörer haben einen Auftragskiller auf Jennerwein angesetzt, den Isländer, der sogar selbst eine Rechnung mit dem Kommissar offen hat und ihn gerne leiden sehen will. Wie viel Thriller steckt im neuen Buch?

Jörg Maurer: Ich würde sagen: sehr viel. Denn nach Wikipedia definiert sich ein Thriller durch "weitläufige Spannungsbögen, Spannungsmusik, Cliffhanger und Red Herrings."

Das alles kommt bei mir reichlich vor, vor allem die Red Herrings, die ich wirklich heiss und innig liebe und die inzwischen zu meinem Markenzeichen geworden sind.

(Anmerk. d. Red.: Red Herrings sind falsche Fährten)

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Worum geht’s im neuen Buch von Jörg Maurer?

Kommissar Jennerwein macht Urlaub. Zumindest versucht er es. Man hat ihn ins Sporthotel Relax geschickt mit der strikten Anweisung, bitte einfach mal abzuschalten. Leichter gesagt als getan, wenn man unter „ermittlerischen Zwangshandlungen“ leidet und den Blick fürs Verbrechen hat. Zu allem Überfluss unterbreitet ihm plötzlich auch noch ein Fremder ein unanständiges Angebot. Jennerweins Ruf ist ihm vorausgeeilt und ein High-Tech-Unternehmen will ihn anheuern. Wenn Jennerwein im Urlaub nach einem verschollenen Firmen-Mitarbeiter suche, wolle man eine hohe Summe an eine wohltätige Organisation seiner Wahl spenden. Verlockende Vorstellung und eigentlich hat Jennerwein auch schon Blut geleckt, denn der Abschiedsbrief des Vermissten ist eindeutig verdächtig. Für die internationalen Ermittlungen schlüpft er im Hotelzimmer kurzerhand in einen Datenanzug und damit in den Körper eines Firmenroboters, der vor Ort die Spur aufnimmt.
Was Jennerwein nicht weiss: Während er mit Hilfe von Augmented Reality irgendwo auf der Welt ermittelt, ist sein Tod beschlossene Sache. 12 Verbrecher, denen Jennerwein einst das Handwerk gelegt hat, haben gemeinsam einen Auftragskiller auf ihn angesetzt.

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Fortsetzung des Interviews


Eigentlich soll Jennerwein im Sporthotel Relax ja abschalten – Wassertreten und im Kraftraum schwitzen – aber das ist nicht seine Sache. Ist er arbeitssüchtig und müsste mal zum Hotel-Psychologen?

Jörg Maurer: Natürlich ist er arbeitssüchtig. Und er steht dazu. Er ist der Meinung, dass es nur eine einzige Entspannung für ihn gibt: Ermittlungsarbeit. Und so kommt er auch im Kraftraum und beim Wassertreten seiner Profession nicht aus. Überall wittert er das Böse und Gemeine, das es zu bekämpfen und aufzuklären gilt.

Die Firma, die mit einem Auftrag an ihn herantritt, setzt KI für die Nachforschungen ein und lässt Jennerwein sogar in einen High-Tech-Datenanzug schlüpfen. Jennerwein lässt sich darauf ein, bleibt aber höchst skeptisch gegenüber der künstlichen Intelligenz und den technischen Möglichkeiten. Besser so?

Jörg Maurer: Jennerwein ist natürlich wie die meisten von uns ein technischer Laie, der aber den computergestützten Ermittlungen im Lauf des Falls durchaus auch positive Seiten abgewinnen kann. Wer weiss – vielleicht wird Jennerwein ja auch noch zum digitalen Nerd?

Ein grosses Nachrichten-Magazin titelte erst mit Fotos von Prominenten (Donald Trump im Knast oder Angela Merkel im Badeanzug), die durch KI erzeugt wurden. Realität und Fiktion werden immer schwerer unterscheidbar, meinen Kritiker. Sehen Sie hier auch viel Potential für Verbrechen?

Jörg Maurer: Aber total. Wir sind schon mittendrin.

Wer heute noch händisch klaut oder eine Bank mit vorgehaltener Waffe überfällt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Solche altmodischen Dummheiten sollten sich strafverschärfend auswirken. Und eine gewisse kabellose Eleganz des Verbrechens sollte strafmildernd behandelt werden.

Was kann ein Old-School-Kommissar dieser neuen Verbrechenswelt noch entgegensetzen?

Jörg Maurer: Sehr viel. Denn auch, vielleicht sogar gerade im technischen Bereich kann er seine Gabe, aus einem Wust von Unwesentlichem das Wesentliche herauszufiltern, zielführend einsetzen. Er hat den "Blick", und der ist bei KIs noch nicht ganz so hoch entwickelt. (Triggerwarnung: Das folgende Wort kann düstere Zukunftsvisionen enthalten.) Noch.

Ganz ehrlich: Haben Sie selbst schon mal daran gedacht, eine KI etwas schreiben zu lassen?

Jörg Maurer: Ja, klar. Eines der Kapitel im neuen Roman "Kommissar Jennerwein darf nicht sterben" habe ich ChatGPT überlassen. (Welches, wird natürlich nicht verraten.) Zuerst war ich skeptisch, aber es ist der echteste Maurer geworden, den es je gab.