Nachhaltig leben
vor einer Woche
Nachhaltig leben

Shootingstar Bambus

Er ist dekorativ, winterhart und pflegeleicht: Doch der Bambus kann noch mehr.

Bambus: Der umweltfreundliche und vielseitige Exot in unseren Gärten

In vielen Gärten ist er nicht mehr weg zu denken: der Bambus. Seine ansprechende Optik wie auch extreme Unkompliziertheit machen das pflegeleichte Grasgewächs sehr beliebt als natürliche Sichtschutzhecke oder einzeln als exotischer Hingucker im Garten. Auch ganz schlicht im Kübel sieht er gut aus.

Als nachwachsendes Material verschafft sich der Bambus auch zunehmend in der Deko- und Küchenwelt einen grossen Auftritt, er steckt in umweltfreundlichen Textilien, Handtüchern, Fussböden, Geschirr und vielem anderen. Vorhang auf für den Bambus, den Shootingstar unter den nachhaltigen Rohstoffen.

Wuchsfreudig und oft ungezügelt

Der Bambus kommt hauptsächlich aus China und gehört zur Familie der (Süss-)Gräser. Weltweit umfasst er ca. 116 Gattungen mit weit mehr als 1000 Sorten, die unterschiedliche Wuchshöhen entwickeln können: Von kleinen Exemplaren mit ca. 30 cm Höhe bis zu hochwachsenden Arten von stattlichen rund 10 Metern Höhe.

Wer sich einen Bambus anschaffen möchte, sollte nicht nur die Optik im Auge haben, sondern auch auf passende Grösse, Wuchsform, Winterhärte etc. achten. In Europa werden bei der Gartengestaltung meistens die beiden Bambus-Gattungen „Fargesia“ und „Phyllostachys“ gepflanzt.

Doch Vorsicht: Manchem Nachbarn ist der Bambus ein Dorn im Auge, weil er sich durch unterirdische Wurzelausläufer (Rhizomen) oft schnell und ungezügelt wie Unkraut im Garten verbreitet. Davon abhalten kann man ihn durch eine Wurzelsperre, die sogenannte Rhizomensperre, aus Kunststoff, die als Schutzring um die Pflanze angebracht und mit einer Verschluss-Schiene verschlossen wird.

100 Prozent natürlich: puristisch schön sind Küchenaccessoires aus Bambus.

Bambus – die nachhaltige Alternative zu Plastik und Holz

Der Bambus ist ein perfekter Helfer, um die Welt nach und nach plastikfreier zu machen, weil vieles, das bisher aus unverrottbarem Plastik hergestellt wird, in Zukunft durch Bambusholz bzw. Bambusfasern ersetzt werden kann. Als nachwachsender Rohstoff und durch sein leichtes Gewicht eignet sich Bambus als Grund-Material für Alltags-Gebrauchsgegenstände wie Geschirr, Besteck, Zahn- und Haarbürsten, Regale...

Weiterer Vorteil: Weil sich der Bambus so ausserordentlich schnell vermehrt und aus seiner Wurzel von selbst wieder nachwächst, sind die Ressourcen der Pflanze beinahe unerschöpflich.

Viele Freunde haben die bunten Bambusbecher für Coffee-to-go oder Tee und das Bambus-Geschirr gefunden. Doch hier ist Vorsicht geboten, weil viele der im Handel erhältlichen Bambus-Mehrwegbecher Melaminharz enthalten. Bei kalten Speisen ist das kein Problem. Weil dieser Kunststoff aber unter Hitze oder Einwirkung von Säure Melamin und Formaldehyd an die darin enthaltenen Lebensmittel abgeben kann, kann er eine schädliche Wirkung auf den menschlichen Organismus haben.

Von reinem Bambus geht dagegen keinerlei Gefahr aus. Bambus-Holz ist übrigens durch seine Faserstruktur und aufgrund des hölzernen Aussehens eigentlich ganz leicht von den so genannten Bambus-Harz-Mischungen, die eher wie Kunststoff aussehen, zu unterscheiden.

Wer aber auf Nummer Sicher gehen will, befüllt seine Bambusbecher nicht mit heissen Getränken, Suppen o.ä. Auch im Backofen oder der Mikrowelle sollte man Bambus-Geschirr vorsichtshalber nicht verwenden.

Alles aus Bambus bei Weltbild

Kann Bambus CO2 speichern?

Schnell wachsende Pflanzen wie Bambus (manche Sorten wachsen über einen Meter pro Tag!) sind durch ihre Photosynthese tatsächlich in der Lage, die Kohlendioxidkonzentration in der Atmosphäre zu binden und in Biomasse zu fixieren. Seine unterirdischen Wurzelsysteme lassen ihn schnell regenerieren und neue Halme bilden und tragen auch zur Minderung von Erosion (Bodenabtragung) bei.

Bambus besitzt von Natur aus antibakterielle Eigenschaften und ist extrem widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen, was den Einsatz von Düngemitteln und anderen Chemikalien überflüssig macht. Auch eine künstliche Bewässerung ist meist nicht nötig. Auch deshalb sind Anbau und Kultivierung von Bambus wirtschaftlich und ökologisch von grosser Bedeutung.