vor 2 Wochen

Clevere Hilfe bei schlechten Noten

"Ein bisschen Spass muss sein": Motivation und der richtige Dreh beim Lernen - beides können Eltern positiv beeinflussen

Z wie Zwischenzeugnis, oder … bleiben Sie gelassen

„Na, wie war es in der Schule?“ Die Elfjährige murmelt Unverständliches, den Blick aufs Mittagessen gerichtet. Eine Antwort wäre schön, noch schöner wären gute Noten auf dem Zeugnis. Damit ist dieses Mal leider nicht zu rechnen. Bevor Sie sich aufregen, erstmal tief atmen. Oder unsere Tipps lesen. Denn es gibt gute Gründe, gelassen zu bleiben.

Schlechte Noten: Ursachenforschung

Ein schlechtes Zwischenzeugnis ist natürlich ein guter Moment, um Ursachenforschung zu betreiben. Bis zum Jahresende ist noch reichlich Zeit und die Lehrer schlagen eine neue Seite im Notizbuch auf. Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Lehrer, um herausfinden, warum die Noten im Keller sind: Langweilt sich das Kind? Ist es faul? Will es nicht als Streber dastehen?

Auch zu Hause können Sie etwas tun. Was immer die Ursache für die schlechten Noten ist, Vorbilder können für neue Motivation sorgen. Sie selber sind da aus Sicht des Pubertiers eher ungeeignet, aber vielleicht gibt es im Freundeskreis einen Sohn im ersten Lehrjahr? Eine Tochter, die ein Praktikum im Ausland gemacht hat? Laden Sie junge Erwachsene ein, die dem Teenie erzählen, wie wichtig gute Noten sind - und behalten Sie im Hinterkopf, dass Noten nicht alles sind! Vielleicht hat Ihr Kind noch nicht den richtigen Dreh beim Lernen raus? Dann können kleine Veränderungen das Lernen effektiver gestalten: Zum Beispiel die richtige Zeit, das richtige Material oder der richtige Ort.

Lernhilfe: Was können Eltern tun?

  • Zeigen Sie Interesse: Bleiben Sie in Kontakt mit Ihrem Kind. Fragen Sie nach Hobbies und Freunden – irgendwann, wenn das Gehirn es zulässt, kommt der Moment zum Reden.
  • Zeigen Sie Verständnis: Erzählen Sie aus Ihrer Schulzeit. Von missglückten Freundschaften und schlechten Noten, aber auch ein wenig von persönlichen Erfolgen.
  • Zeigen Sie ihre Zuneigung: Der Ausgabetag eine gute Gelegenheit, den Sohn oder die Tochter in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen, dass man es liebt - egal, wie die Noten ausgefallen sind.
  • Zeigen Sie Lösungen: In der Mittelstufe sind viele Kinder mit dem eigenen Zeitmanagement überfordert. Hinweise wie „Am Mittwoch nach dem Training hast du Zeit zum Mathe üben“ sind hilfreicher als ein allgemeines „Vergiss nicht, dass du noch Mathe üben musst“. Freizeitaktivitäten sind wichtig, aber zu viele Hobbies bringen Ihr Kind womöglich in Zeitnot.

Sorgen Sie für Entspannung!

Der Kinder-Alltag ist anstrengend genug. Schaffen Sie Ihrem Kind regelmässig Zeit zum Entspannen. Schauen Sie gemeinsam einen tollen Film, gehen Sie raus in die Natur oder lesen Sie gemeinsam eine spannende Geschichte. Wer arbeitet, darf auch mal entspannen. So sammelt Ihr Kind neue Kraft, Energie und Ideen für den Schulalltag - und dann klappt es auch mit unseren Lerntipps.

Die richtige Atmosphäre: Manchmal hilft es schon, wenn die grosse Schwester statt die Mami den Stoff erklärt. So wie eine schöne Umgebung oder eine Meerjungfraudecke zum Einkuscheln Lesefreude schafft

Tipps für mehr Erfolg beim Lernen

So schade! Wieder einmal hat Ihr Kind alles gegeben, und wieder einmal hat es nicht für die ersehnten Zweier und Dreier gereicht? Falls Sie sich fragen, ob Ihr Kind die richtige Schule besucht, orientieren Sie sich an den Schulprofis. Die sagen: Die Wahl stimmt, solange ein Schüler mittlere Leistungen ohne Dauernachhilfe bringt.

Anschauen, malen, rätseln, üben – schon ehe der Schulalltag losgeht, können Sie mit Kindern spielerich "lernen" üben - zum Beispiel mit dem Buch "Fit für dieVorschule"- damit lernen Kinder mit viel Spass das Alphabet und erste Wörter und trainieren spielerisch erstes Zählen und Rechnen.

Die richtige Lerntechnik

Was Ihrem Kind aber mit grosser Wahrscheinlichkeit fehlt, sind zeitsparende Arbeitstechniken. Lernt es mündliche Aufgaben kurz und oft? Dreimal zehn Minuten sind effektiver als eine Stunde Dauerbüffeln. Nutzt es für die Strukturierung eines Textes so genannte Mindmaps? Arbeitet es mit Ringbüchern oder Karteikarten, in denen sich Lerninhalte gut korrigieren oder nachtragen lassen?

Die richtige Lernzeit

Überlegen Sie gemeinsam, wann die beste Zeit zum Lernen ist. Nach dem Mittagessen ist Suppenkoma angesagt, kurz vor dem Schlafengehen wird die Zeit knapp.

Die richtige Lernumgebung

An der Wand hängen Janosch-Bilder und in der Ecke steht eine Spielzeug-Kiste? Dann ist es Zeit für einen Relaunch im Kinderzimmer: Ein geräumiger Schreibtisch, ein gemütlicher Sitzsack und ein Poster der Lieblingsband an der Wand schaffen Platz und Wohlfühl-Atmo.

hier weiterlesen: Den Lerntyp beachten

Lerntyp beachten

Jeder Mensch ist anders:

  1. Visuelle Menschen erfassen viele Inhalte beim Lesen. Skizzen und Infografiken erleichtern das Lernen.
  2. Auditive Menschen wollen hören. Laut (vor-)gelesene Fakten gehen am besten ins Gehirn.
  3. Der motorische Typ braucht Bewegung: Er läuft durch das Zimmer oder wippelt mit dem Stuhl. Vokabeln oder das 1x1 lassen sich zum Beispiel auf der Treppe lernen: Jedes richtige Wort oder jedes richtige Ergebnis bedeutet: eine Stufe höher klettern.
  4. Experimentierkästen helfen beim Lernen.
  5. Der kommunikative Typ büffelt am Besten in der Gruppe.

Egal für welchen Lerntyp, das richtige Material finden Sie im Schulbuchbereich von Weltbild mit mehr als 70.000 Büchern und Lernhilfen.

Gut geplant ist halb gewonnen

Bereiten Sie Klassenarbeiten immer langfristig vor, erstellen Sie dazu mit Ihrem Kind einen Plan (z.B. 4- Tage Plan ab Klasse 3), der übersichtlich zeigt, wie viel Ihr Kind schon gelernt hat und was noch fehlt

Brainfood - gut für Hirn und Haut

Reichlich Obst und Gemüse, gerne auch mal ein Glas Saft und Vollkornprodukte, versorgen Hirn und Körper mit wichtigen Nährstoffen. Anderthalb Liter Wasser am Tag sollten es auch sein. Sogar Snacks können wichtige Nährstoffe liefern. Wer statt Schokolade und Chips zu Nüssen und Trockenfrüchten greift, kann gleichzeitig das Hautbild verbessern.

Bewegung sorgt für gute Laune

Ist Ihr Kind eine echte Couchpotato? Locken Sie es vor die Tür: Erwähnen Sie Veranstaltungen und Locations, die interessant sein könnten. Fahren Sie kein Eltern-Taxi. Je mehr Wege alleine zu bewältigen sind, desto mehr Licht und Luft bekommt das Kind. Vielleicht helfen ein stylisches Fahrrad oder ein schickes Longboard dabei, den Teenie vom Sofa zu locken?

Bitte keine übersteigerten Erwartungen

Bitte überprüfen Sie die Leistungsfähigkeit Ihres Kindes und Ihre eigenen Erwartungen. Fragen Sie auch Freunde und Verwandte nach ihrer Einschätzung, denn selber ist jeder etwas „betriebsblind“. Bleiben Sie realistisch und bestärken Sie ihr Kind.

Motivation ist alles

Zurück am Essenstisch - die Teller sind leer. Während das Früh-Pubertier noch etwas muffelig am Tisch sitzt, ist die kleine Schwester schon begeistert in ihr grosses Vorschulbuch vertieft. “Übst du Diktat mit mir?”, kräht die kleine die grosse Schwester an. Ihre Elfjährige schaut - erst überrascht, dann grinst sie. “Na klar! Aber wehe, du machst einen Fehler.” Beide lachen. “Mama”, dreht die Grosse sich zu Ihnen um. “Wo ist denn der Duden, den du mir neulich gekauft hast?” . Na also! Auch wenn das Zwischenzeugnis wahrscheinlich kein Glanzstück wird – es ist was es ist: Ein Zwischenstand.

Jugendliche – das unbekannte Wesen

Ist Ihr Kind in der Pubertät? Bleiben Sie geduldig, denn im Körper von Jugendlichen ist die Hölle los. Zu den äusserlichen Veränderungen kommt der Umbau des Gehirns. Alte Verbindungen werden gelöst, neue Verknüpfungen entstehen. Auch der Schlafrhythmus ändert sich: Das Schlafhormon Melatonin wird erst später am Abend produziert, das Pubertier damit auch später müde. Leider klingelt der Wecker trotzdem um 6:30 Uhr. Zwei amerikanische Forscherteams der Brown Universität in Providence halten den chronischen Schlafmangel für die Ursache von Stimmungsschwankungen und Lethargie.