vor 2 Wochen

Mit Kräutern und Gewürzen gegen Grippe

Der Volksmund sagt „Eine Erkältung dauert ohne Medikamente eine Woche und mit Medikamenten sieben Tage.“ Tatsächlich ist sowohl ein grippaler Infekt als auch eine „echte“ Grippe (Influenza) meist nach gut einer Woche ausgestanden - obwohl letztere sich in schweren Fällen auch länger hinziehen kann. Weltbild gibt Tipps, wie Sie Erkältungssymptome mit Kräutern und Gewürzen ganz natürlich lindern können.

Erkältungen sind Infektionen der oberen Atemwege und werden meist durch Viren ausgelöst. Daher gilt es, Symptome wie Schniefnase, Brummschädel und Husten zu lindern und das Immunsystem beim Kampf gegen die fiesen Erreger zu stärken. Solange der Infekt nicht mit starken Schmerzen und hohem Fieber einhergeht, können bewährte Helfer aus der Natur dazu beitragen, dass wir uns nicht ganz so elend fühlen und schnell wieder auf die Beine kommen.

Hilft immer: Kräutertee

Seit Jahrhunderten bewährt, ist heisser Tee immer noch eines der beliebtesten Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Welches Kraut am besten wirkt, kommt auch auf die Symptome an, die Sie damit bekämpfen möchten. Ganz allgemein haben Tees aus Heilkräutern, je nach Sorte, folgende positive Eigenschaften:

  • schleimlösend
  • entkrampfend
  • entzündungshemmend
  • schmerzstillend
  • fiebersenkend

Die Wärme eines heissen Tees ist einfach wohltuend und bringt uns zum Schwitzen. Das wiederum mögen Viren gar nicht gerne: Die meisten von ihnen sind hitzeempfindlich und werden auf diese Weise unschädlich gemacht. Viel trinken hilft ausserdem, um die Schleimhäute feucht zu halten – so haben Krankheitserreger keine Chance, in tiefere Bereiche vorzudringen.

Diese Kräuter helfen bei Husten, Schnupfen und Fieber

  • Holunderblüten- und Lindenblütentee wirken schweisstreibend, fiebersenkend und immunstärkend.
  • Salbeitee, getrunken oder gegurgelt, ist der Klassiker gegen Halsschmerzen.
  • Die ätherischen Öle des Thymians helfen, festsitzenden Schleim zu lösen. Thymiantee trägt auch dazu bei, dass sich die Bronchialmuskeln entspannen.
  • Pfefferminztee wird vor allem wegen seines guten Geschmacks geschätzt, er kann jedoch auch die Atemwege befreien und Husten lindern.
  • Fencheltee ist als hilfreich bei Magen-Darm-Beschwerden bekannt, wirkt aber auch schleimlösend in den Atemwegen und mildert Hustenreiz.
  • Kamillentee wird seit dem Mittelalter gegen grippale Infekte angewendet. Durch das ätherische Öl der Kamille wirkt er entzündungshemmend, ausserdem auch beruhigend und entspannend.
  • Mädesüss ist ein wirksames Heilkraut, das jedoch den wenigsten Menschen bekannt sein dürfte. Blüten und Kraut der Pflanze enthalten Vorstufen der Salicylsäure, aus der eins der bekanntesten Schmerzmittel hergestellt wird (Acetylsalicylsäure, z. B. Aspirin). Dementsprechend wirkt Mädesüss fiebersenkend und schmerzstillend.

Gurgeln gegen Halsschmerzen

Die meisten Infekte beginnen mit einem Kratzen im Hals. Bekämpfen Sie es gleich, können Sie verhindern, dass sich die Erkältung auf die Nasennebenhöhlen oder die Bronchien ausweitet. Gurgeln Sie zum Beispiel mehrmals am Tag, zum Beispiel

  • mit Salzwasser (einen Teelöffel Salz in ein Glas warmes Wasser geben) oder
  • mit einem gut durchgezogenen Salbei-, Kamillen- oder Thymiantee oder
  • mit Ingwer (als Tee aus dem Teebeutel oder kochendes Wasser über frisch geschnittenen Ingwer geben und mindestens 10 Minuten ziehen lassen) – er wirkt stark entzündungshemmend, was bei Halsschmerzen schnell Linderung bringt.

Hilfe bei verstopfter Nase

Gegen eine verstopfte Nase hilft inhalieren mit frisch gebrühtem Kräutertee, beispielsweise aus Kamillen- oder Lindenblüten, Thymian oder Pfefferminze oder mit ätherischen Ölen wie Eukalyptusöl, Menthol oder Kampfer. Dazu heisses Wasser mit dem Heilkraut oder ein paar Tropfen Öl der Wahl in einen Inhalator oder in eine Schüssel giessen, den Kopf mit einem Handtuch abdecken und den aufsteigenden Wasserdampf einatmen. Das löst festsitzenden Schleim, macht die Atemwege frei, nimmt den Druck vom Kopf und hilft auch gegen trockenen Husten.

Viren wegspülen mit der Nasendusche

Effektiv und einfach anzuwenden ist auch das Inhalieren mit Salz. Das kann normales Kochsalz sein oder spezielles Inhalationssalz. Dieselbe Lösung mit ca. 9 Gramm Salz auf einen Liter Wasser ist ausserdem ideal für eine Nasendusche.

Die Nase mit Salzlösung zu spülen, hilft in vielen Fällen, die Atemwege zu befreien und Krankheitserreger zu bekämpfen. Gefässe für eine solche Nasendusche gibt es in grosser Auswahl, vom Nasenspülkännchen aus Keramik bis zum Nasenspüler aus Silikon. Das Prinzip ist aber immer dasselbe: Die warme Flüssigkeit läuft durch das Gerät in das eine Nasenloch und kommt am anderen wieder heraus. Dabei werden Schleim und Viren ausgeschwemmt.

Macht Schnupfen den Garaus: Scharfes Essen

Wer feurige Gerichte liebt, weiss, dass auch scharfe Gewürze die Nase frei machen. Chili, Cayennepfeffer und scharfe Paprika enthalten den Scharfstoff Capsaicin, bei Pfeffer ist das Piperin für den Effekt verantwortlich. Beide Stoffe fördern die Durchblutung der Nasenschleimhaut und unterstützen das Immunsystem. Pfeffer soll ausserdem fiebersenkend wirken.

Scharf und eine bewährte Allzweckwaffe gegen Schnupfen ist auch die Ingwerknolle. Ob in Curry-Gerichten, in Smoothies oder als Tee – Ingwer feuert uns kräftig ein. Seine wärmende und schweisstreibende Wirkung soll dazu führen, dass Erreger sprichwörtlich ausgeschwitzt werden.

Oft gilt auch: Wer etwas gegen den Schnupfen tut, tut Gutes für seine Beziehung. Lesen Sie dazu auch den Beitrag zum Thema Schnarchen

Noch mehr heisse Tipps gegen Grippe

Solo oder gemischt, mit Wasser oder Kräutertee aufgegossen, helfen ausserdem diese Gewürze gegen Erkältungssymptome:

  • Der gelbe Farbstoff Curcumin sorgt dafür, dass Kurkuma seine entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkung entfaltet.
  • Ein heisser Sud aus Zwiebeln oder Knoblauch liefert schwefelhaltige Verbindungen, die Entzündungen hemmen.
  • 3-4 Teelöffel gemahlener Zimt, mit je 1 Teelöffel Honig und Pfeffer mit kochendem Wasser aufgegossen und möglichst heiss getrunken, soll wahre Wunder bewirken.
  • Zimt im Kräutertee hilft gegen Husten.
  • Sternanis wirkt als Tee schleimlösend und schmerzstillend.
  • Muskatnuss lindert Mattigkeit und Gliederschmerzen.

Übrigens: Auch Kakao stärkt die Abwehrkräfte und hilft laut einer Studie besser gegen Reizhusten als das Alkaloid Codein in rezeptpflichtigen Hustenmitteln. Probieren Sie zum Beispiel einmal einen stärkenden Schokotrunk nach Azteken-Art.

Vorbeugen ist besser als heilen

Viele der genannten Kräuter und Gewürze können Sie präventiv verwenden. Daneben ist es sinnvoll, das Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse zu stärken. Auch regelmässige Bewegung an der frischen Luft sowie ausreichend Schlaf und Entspannung sorgen dafür, dass Sie fit und ohne Schniefnase durch den Winter kommen.