Nachhaltig leben
vor 2 Wochen
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Joghurt selber machen

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Joghurt selber machen ist ganz einfach und belohnt mit gesundem Genuss.

Genuss aus eigener Herstellung

Joghurt selber machen spart Geld, vermeidet Plastikmüll und ist vielfältig und lecker

Ob mit Früchten oder ganz natur, zum Löffeln oder zum Trinken – Joghurt ist lecker und gesund. Und er lässt sich super easy selber zuhause herstellen. Das spart nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Plastik. Wir verraten, wie Sie Joghurt selber machen können und erklären, warum Joghurt so gut für unsere Gesundheit ist.

Traditionelle Sauermilchprodukte

Sauermilchprodukte gehören zu den ältesten Milchprodukten überhaupt, denn es wurde schon früh beobachtet, dass fermentierte Milch länger haltbar ist als frische. Bei der Fermentierung vergären Milchsäurebakterien den Milchzucker und durch die Säure dickt die Milch ein. Auf diese Weise entstehen Sauermilch, Kefir, Joghurt und Co., je nach verwendetem Bakterienstamm.

Während diese Prozesse früher eher zufällig abliefen, konnte ein bulgarischer Wissenschaftler im Jahr 1905 erstmals das Bakterium in Joghurt isolieren, das später den Namen „Bacillus bulgaricus“ bekam. Dieser Mikroorganismus wird heute immer noch für die Herstellung von Joghurt verwendet.

Das macht Joghurt so gesund

Nachdem ein russischer Wissenschaftler zu Beginn des 20. Jahrhunderts die hohe Lebenserwartung bulgarischer Bauern auf deren Joghurtkonsum zurück führte, verbreitete sich das Milchprodukt rasch Richtung Europa und Nordamerika. Längst wurde auch das Geheimnis gelüftet, welche Inhaltsstoffe Joghurt und Co. so gesund machen:

  • Milchsäurebakterien zählen zu den „guten“ Bakterien, die für eine gesunde Darmflora wichtig sind und so das Immunsystem stärken. Allerdings ist es seit einigen Jahren verboten, mit dieser Wirkung zu werben, weil nicht gesichert ist, wie viele der Bakterien aus Milchprodukten, die sogenannten Probiotika, überhaupt lebend im Darm ankommen.
  • Joghurt liefert Kalzium für Knochen und Zähne sowie die Vitamine A und D.
  • Der hohe Eiweissgehalt in Joghurt kann zum Aufbau von Muskeln genutzt werden und macht satt.
  • Weil bei der Fermentation der Milchzucker, die Laktose, teilweise abgebaut wird, ist Joghurt besser verdaulich als frische Milch und wird häufig auch von Menschen mit Laktoseunverträglichkeit vertragen.

Aber: Diese gesundheitlichen Vorteile gelten nur für Naturjoghurt, der nicht wärmebehandelt wurde. Gezuckerte Joghurtprodukte mit Früchten oder Schokostückchen sind dagegen wahre Kalorienbomben und gehören in die Kategorie „Süssigkeiten“. Auch ein Riesenvorteil, wenn Sie Joghurt selber machen: Sie brauchen nur wenige natürliche Zutaten und können selbst bestimmen, ob und wie Sie ihn später verfeinern.

Mit einem Joghurtbereiter lässt sich besonders einfach feiner Joghurt selber herstellen. Angerichtet in hübschen Schalen schmeckt er doppelt lecker.

Joghurtherstellung – das Grundrezept

Um Joghurt zuhause selbst zuzubereiten, brauchen Sie eigentlich nur einen Liter Milch und Naturjoghurt oder Joghurt-Ferment aus dem Beutel.

So geht es weiter:

  1. Erhitzen Sie die Milch in einem Topf auf ungefähr 90°C und lassen Sie diese etwa 10 Minuten köcheln, um eventuell enthaltene Bakterien abzutöten. Wenn Sie H-Milch verwenden, müssen Sie diese nur kurz erhitzen.

  2. Lassen Sie die Milch anschliessend auf 45 Grad abkühlen. Unbedingt auf die richtige Temperatur achten! Die Temperatur sollte 50°C keinesfalls überschreiten, weil die Bakterien sonst absterben. Andererseits brauchen diese aber auch eine gewisse Wärme, um aktiv zu sein. Bei 36 bis 42°C fühlen sich die Mikroorganismen am wohlsten. Am besten kontrollieren Sie die Temperatur mit einem Küchen- oder Teethermometer.

  3. Jetzt kommen zwei Esslöffel Naturjoghurt oder Joghurt-Ferment nach Packungsbeilage in die Milch und werden gut verrührt.

  4. Füllen Sie die Milch-Joghurt-Mischung nun in sterile Gläser, verschliessen Sie sie und sorgen sie dafür, dass die Bakterien acht bis zwölf Stunden lang bei konstanter Wohlfühltemperatur arbeiten können, zum Beispiel im Backofen. Schalten Sie den Ofen zwischendurch immer mal wieder aus, damit er nicht zu heiss wird.

  5. Stellen Sie den Joghurt in den Kühlschrank. Dort können Sie ihn drei bis vier Tage aufbewahren.

Helferlein für die konstante Temperatur

Um die Temperatur konstant zu halten, ist ein Küchenthermometer ein nützlicher Helfer. Bei der Zubereitung im Backofen sollten Sie damit regelmässig überprüfen, dass die 50-Grad-Marke nicht überschritten wird.

Joghurt selber machen mit Maschine? Ja, denn ganz unkompliziert geht es mit Küchenmaschinen, bei denen die Temperatur automatisch geregelt wird. Eine praktische Lösung sind auch Joghurtbereiter mit passenden Gläsern, mit denen die Joghurtherstellung zum Kinderspiel wird.

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Tipp: Vegane Joghurtalternativen

Joghurt können Sie nicht nur mit Milch zubereiten, sondern auch mit pflanzlichen Milchalternativen wie Soja- oder Mandeldrink. Je fettreicher das Ausgangsprodukt, desto cremiger wird der Joghurt.

Joghurt verfeinern und geniessen

  • Verfeinern Sie Ihren selbstgemachten Naturjoghurt mit frischen Früchten, mit Nüssen oder mit Granola (ein Knuspermix aus Getreideflocken, Nüssen, Samen und Kernen).
  • Süsse im Joghurt bringen zum Beispiel Honig oder Agavendicksaft.
  • Wer Zucker vermeiden möchte, kann die natürliche Süsse von pürierten Datteln nutzen.
  • Wer es lieber pikant mag, macht mit Knoblauch, Gurkenraspeln, Olivenöl, Salz und Pfeffer aus cremigen Joghurt leckeres Tsatsiki.
  • Oder geniessen Sie den Joghurt im morgendlichen Müsli, im Smoothie oder als Beigabe zu orientalischen Gerichten. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt.

Wenn Sie einmal damit angefangen haben, Ihren Joghurt selbst zu machen, werden Sie bestimmt nur noch selten welchen kaufen. Das müssen Sie auch eigentlich erst, wenn Sie den eigenen Joghurt ein paar Mal dafür verwendet haben, um neuen anzusetzen. Denn irgendwann hat sich die Zahl der Bakterien darin so verringert, dass Sie wieder frischen Naturjoghurt oder Ferment benötigen. Aber dann kann jederzeit frischer Joghurt genossen werden.