Fotos: Bernd Jaworek

Ruth Moschner ist vielen TV-Zuschauern ein Begriff. Die fröhliche Blondine mit dem herzerfrischenden Lachen hat immer einen lockeren Spruch auf der Lippe und sorgt für beste Stimmung. Ausgerechnet sie hat ein Buch übers Fasten gemacht? Ja, weil Ruth Moschner, wie nur wenige wissen, auch eine Ausbildung zur ganzheitlichen Gesundheits- und Ernährungsberaterin absolviert hat und genau weiss, wovon sie spricht. Zudem kommen ihre Leidenschaft fürs Essen und viele leidige Selbsterfahrungen zum Thema Persönlichkeitsoptimierung, wie sie selbst sagt. In ihrem neuen Buch „Total Detox“ geht es aber nicht um Idealgewicht, Hungerqualen und neue Diäten. Ruth Moschner lädt ein, das Fasten in all seinen Facetten kennenzulernen, mit guter Laune und selbstbestimmt all das loszuwerden, was wir nicht mehr gebrauchen können und unsere eigene Vorstellung vom Wohlfühlen zu definieren.

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Mit ihrem ersten Buch „Die Schokodiät“ sorgte Ruth Moschner vor fast 10 Jahren für Aufmerksamkeit. Zwei Stückchen dunkle Schokolade vor jeder Mahlzeit sollen sättigen und dem Heisshunger nach Süssem vorbeugen. Die Moderatorin selbst hat mit dieser Methode zwei Kleidergrössen verloren. Und sie wurde zur Expertin in Sachen Ernährung, liest alles zum Thema, beobachtet Trends, berät Freunde und Kollegen. 2016 lässt sie sich ihr Hobby zertifizieren, mit einem Fernstudium zur Fachberaterin für ganzheitliche Gesundheit und Ernährung.

Dem Bauchgefühl vertrauen

Kennen Sie das auch? Wir haben schon ein komisches Gefühl vor dem Genuss mancher Lebensmittel und prompt reagiert unser Magen oder Darm mit Völlegefühl, Blähungen oder Unwohlsein. Falls ja, Glückwunsch, dann können Sie sich auf Ihr Bauchgefühl in punkto Ernährung verlassen. Leider haben viele Menschen im Alltagsstress verlernt, ihr Bauchgefühl überhaupt wahrzunehmen und das Gefühl dafür, was ihnen gut tut und was nicht. Aber es treten auch immer mehr Unverträglichkeiten und Allergien auf, weil der Mensch von der biologischen und genetischen Grundausstattung und Prägung nun mal verschieden ist - was für den einen wunderbar und bekömmlich ist, liegt einem anderen schwer im Magen und sorgt für gesundheitliche Probleme.

Anti-Aging ohne Nebenwirkungen

Es gilt, für sich die richtige Balance zu finden. In ihrem Ernährungsratgeber „Total Detox“ stellt Ruth Moschner typgerechte Detox-Ansätze vor. Ihr Credo: Diäten machen alt und dick, detoxen dagegen macht straff und schön. Was ist eigentlich Detox? Man nennt es auch entgiften oder schlicht fasten, aber egal wie es bezeichnet wird, es ist ein Los- und Weglassen vieler Auslöser von Unwohlsein und hat nachweislich eine heilende Wirkung. Alte Einlagerungen im Körper verschwinden und das Gewebe kann wieder auftanken, was die Haut glatter und strahlender werden lässt. Und weil ein gesunder Organismus leichter arbeitet, bessert sich die Laune und auch die Gesundheit stabilisiert sich und man wird weniger anfällig für chronische Krankheiten.

Fasten – ein uraltes Reinigungsritual

Buddha fastete, um Erleuchtung zu finden. Muslime halten sich während des Ramadan an strikte Fastenregeln, beten und trennen sich von Dingen, die ihnen nicht gut tun, die Christen fasten zwischen Aschermittwoch und Ostern und üben sich in Verzicht auf Überflüssiges, und im Judentum soll an Jom Kippur 25 Stunden lang nichts gegessen und getrunken sowie mentale Blockaden gelöst werden. Das Fasten in den Religionen zeigt, dass es nicht nur um Genuss-Verzicht geht, sondern auch um geistiges Loslassen.

Süsskartoffel-Pizzen sehen bunt und lecker aus und helfen beim "Detoxen"

Ruth Moschner: "Behandle deinen Körper wie deinen besten Freund"

Unser Alltag ist bestimmt von ständiger Hektik, wir machen so gut wie niemals nichts, sind ständigen Reizen, Informationen, Einflüssen ausgesetzt, ungesunde Ernährung und Stress tun ein übriges. Unser Gehirn filtert und filtert, aber irgendwann ist der Speicher voll, die Kapazität des ewigen Ausgleichens ist erschöpft. Oder wie Ruth Moschner es formuliert: "Wir können unserem Körper zwar einiges zumuten, aber irgendwann hat auch er die Schnauze voll von unserem Benehmen".

Die Folgen können gravierend sein, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Verdauungsprobleme, Kopfschmerzen, Verlust der Lebensqualität. Der Säure-Basen-Haushalt unseres Körpers gerät aus dem Gleichgewicht, die täglich aufgenommenen Säuren können nicht mehr vollständig mithilfe von Mineralien in Salze umgewandelt und ausgeschieden werden, sondern werden eingelagert. Sage und schreibe bis zu 18 Kilogramm Säuren kann unser Körper einlagern, was irgendwann zu einer Übersäuerung des ganzen Systems und einem geschwächten Immunsystem führt.

Der Schrei nach einer kurzen Pause: Detox

Unsinnig wäre es, jetzt einfach loszuhungern oder nur noch grüne Säfte zu trinken, um den ganzen Ballast auf die Schnelle loszuwerden. Entgiften ist Arbeit für Körper und Geist, umso mehr, je länger dem Organismus übel mitgespielt wurde, deshalb sollte man eine für sich verträgliche Methode wählen. Als Belohnung steht in Aussicht, dass schon eine Verdauungspause von 14 Stunden die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder ankurbelt und für neues Wohlgefühl sorgt.

Was darf ich überhaupt zu mir nehmen?

So unterschiedlich die verschiedenen, typgerechten Detox-Ansätze sein mögen, allen gemeinsam ist eine basenüberschüssige Ernährung. Dazu gehört beispielsweise Gemüse wie Grünkohl, Gurke, Kartoffeln, rote Bete und Zucchini, Obst wie Äpfel, Birnen, Grapefruit und Beeren, ausserdem Hülsenfrüchte und in Massen auch Mandeln, Leinsamen und Kürbiskerne sowie gute Öle wie Olivenöl oder Leinöl. Sie ernähren sich mit einer einfachen, vollwertigen, aber keineswegs kargen Kost.

Über 50 leckere Rezepte hierzu finden Sie in Ruth Moschners Buch „Total Detox“. Vom Buchweizenbrot über Quinoa-Bohnen-Salat bis hin zum Detox-Smoothie entdeckt dort jeder etwas Passendes für seinen individuellen Geschmack.

Süsskartoffel-Pizzen

Vorbereitung: ca. 15 MinutenKochzeit: ca. 15 Minuten
Zutaten
Süsskartoffeln
für 1-2 Personen
Belegvariante ab Tag 1:
Süsskartoffeln
1 EL Mandelmus
1 Handvoll TK-Beeren
2 EL passierte Tomaten
1 TL Thymian
1 TL Oregano
1 TL Sole
1/2 Tl Zimt
Olivenöl, Wasser
Belegvarante ab Tag 8:
2 EL TK-Blattspinat
einige Brokkoli- und Blumenkohlröschen
1 EL TK-Erbsen
1 EL Tahin (Sesammus)
1 TL Sole
1 EL Zitronensaft
1/2 TL gemahlenen Kreuzkümmel
1 EL gegarte Kichererbsen
Zubereitung

Ofen auf 175 °C Umluft vorheizen. Süsskartoffeln ca. 1 cm dick aufschneiden. Variante 1: Mandelmus mit Wasser, Zimt, Thymian, Oregano, passierte Tomaten und Sole verrühren, Beeren auflegen, etwas Olivenöl drüberträufeln und ca. 12 bis 14 MInuten in den Ofen geben (je nach Dicke der Süsskartoffelscheiben).

Variante 2: Blattspinat antauen lassen, Brokkoli, Erbsen, Tahin mit Wasser, Sole, Krezukümmel und Zitronensaft verrühren, Kichererbsen und Mini-Blumenkohlröschen dazueben und Süsskartoffelscheiben damit belegen. Für. ca. 12 bis 15 Minuten in den Ofen geben (je nach Dicke der Süsskartoffelscheiben)

Ruth Moschner rät: "Wählen Sie die Variante, die Ihrem Alltag und Essverhalten am nächsten ist."

Ob Sie sich als Einstieg für ein Detox-Shortie-Wochenende oder eine machbare Entgiftungswoche, für eine Kur von mindestens 28 Tagen oder für dauerhaftes Intervallfasten entscheiden: Wichtig ist, dass Sie Ihren Detox-Weg finden, der zu Ihnen und Ihren individuellen Lebensumständen passt. Das erspart Ihnen Heisshunger-Attacken, mildert Entgiftungskrisen und zeigt das Detoxen als einen spannenden Ausflug in ungewohnte Geschmackswelten, die dann erstaunlicherweise oft zu neuen Vorlieben werden.