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Corona - ein Virus verändert die Welt

Was Sie jetzt wissen sollten – mit Virologen-Interview und Tipps

Antworten auf wichtige Fragen gibt das eBook „Coronavirus

Was Sie jetzt wissen sollten – Informationen und Experten-Tipps von Prof. Dr. Hendrik Streeck

Anfang dieses Jahres hätte sich das niemand vorstellen können: Wir leben aktuell weltweit im Ausnahmezustand. Geschlossene Schulen, Kindergärten, Geschäfte, Restaurants, vielerorts Home Office und soziale Kontakte fast ausschliesslich digital: Das Coronavirus hat unseren gewohnten Alltag komplett verändert, fast stündlich gibt es neue Meldungen und Zahlen. Das alles wirft täglich neue Fragen auf: Wie kann ich mich vor Ansteckung schützen? Welche Symptome hat das Virus, das die Lungenkrankheit COVID-19 verursacht? Was kann ich während einer möglichen Quarantäne überhaupt noch tun? Was mache ich, wenn ich glaube, das Virus in mir zu haben? Und was, wenn ich tatsächlich positiv getestet worden und mit leichtem Verlauf zu Hause bin?

Damit Sie diese Zeit körperlich und mental gut überstehen und einen Überblick über verschiedene Massnahmen zur Vorbeugung und Symptombehandlung erhalten, haben wir für Sie mit freundlicher Genehmigung vom Gräfe und Unzer-Verlag, München, hier wissenswerte Informationen aus dem eBook „Coronavirus sowie Auszüge aus dem Interview mit dem Virologen Prof. Dr. Hendrik Streeck zusammengefasst. Prof. Dr. Streeck übernahm 2019 die Nachfolge von Prof. Dr. Christian Drosten als Professor für Virologie und Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der medizinischen Fakultät der Universität Bonn.

Das will jeder wissen: Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Der beste Schutz vor einer Infektion, da sind sich Virusforscher einig, ist – neben Abstand halten und häufiges Händewaschen mit Seife (Seife löst die Lipidhülle der Coronaviren auf, wodurch die Viren zerstört werden) - ein intaktes und stabiles Immunsystem. Damit hat der Körper ein wirkungsvolles Instrument, um eine Ansteckung mit Viren abzuwehren bzw. er kann dadurch mit zusätzlichen Infektionen besser umgehen.

Dazu Prof. Streeck: Wichtig ist, das Immunsystem bei seiner Abwehrarbeit zu unterstützen. Bewährt haben sich vor allem Vitamin C und Vitamin D. Dagegen sollte man die Anwendung von Zink, dem man ebenfalls eine immunsystemstärkende Wirkung zuschreibt, allenfalls auf die Anfangsphase der Erkrankung begrenzen. Zu viel Zink kann den angestrebten Therapieeffekt ins Gegenteil verkehren und das Immunsystem beeinträchtigen.

Prophylaktisch unterstützen können Sie Ihr Immunsystem durch verschiedene Massnahmen und zwar durch:

  • gesunde und vitaminreiche Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Salat
  • einen moderaten Lebensstil ohne zu viel Stress
  • ausreichend Schlaf
  • viel Bewegung an der frischen Luft.

Bewegung an der frischen Luft, das lässt sich ja nicht durchführen, wenn man unter Quarantäne steht …

Prof. Streeck: …das stimmt. Aber man kann in seinen vier Wänden immer mal wieder kräftig durchlüften und am geöffneten Fenster tief ein- und ausatmen. Auf diese Weise versorgt man den Organismus mit dem belebenden Sauerstoff der frischen Luft und bringt so auch den Kreislauf in Schwung. Verkehrt wäre es, eine mild verlaufende Infektion auf dem Sofa auszusitzen. Wichtig ist, das richtige Mass zu finden: Weder sollte man sich überanstrengen noch sollte man auf jede Form der Bewegung verzichten. Auch Bettruhe ist bei mässig ausgeprägten Symptomen nicht sinnvoll. Im Gegenteil: Wer über Tage flach im Bett liegt, riskiert, dass die Atmung immer flacher wird und man so Gefahr läuft, dass sich ein bakterieller Infekt dazugesellt.

Was sind typische Symptome von COVID-19?

  • Fieber
  • trockener Husten
  • schwere Infektionen der unteren Atemwege (Lungenentzündung)
  • Atemnot, Kurzatmigkeit
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit/Schlappheit
  • seltenere Symptome: Auswurf, Kopfschmerzen, Bluthusten, Durchfall

Besonders betroffen sind Erwachsene ab 50 Jahren und Menschen mit einer Vorerkrankungen oder mit geschwächtem Immunsystem.

Ich bin in Quarantäne, was jetzt? Kann ich in dieser Zeit kurz das Haus verlassen, um zum Beispiel schnell einkaufen zu gehen?

Prof. Streeck: Nein, das geht nicht! Die Quarantäneanordnung bedeutet wirklich, das Haus solange nicht verlassen zu dürfen, bis sie offiziell wieder aufgehoben ist. Wird gegen die Quarantäneanordnung verstossen, ist die Polizei verpflichtet, dagegen vorzugehen. Im Extremfall droht sogar eine mehrjährige Freiheitsstrafe.

Was ist zu tun, wenn man den Verdacht hat, sich infiziert zu haben?

Prof. Streeck: Grundsätzlich gilt: Nicht jeder mit einem Schnupfen oder Husten hat sich gleich mit SARS-CoV-2 infiziert … Generell empfehle ich denjenigen, die Kontakt mit einer positiv getesteten Person hatten, sich vorsichtshalber in häusliche Quarantäne zu begeben und ein Symptomtagebuch zu führen. Ein solches Symptomtagebuch kann man zum Beispiel im Internet herunterladen. Treten dann tatsächlich Beschwerden auf, sollte man den Hausarzt kontaktieren. Alternativ kann man sich auch an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden, die Telefonnummer lautet 116117. Bei schweren Krankheitserscheinungen wie hohes Fieber oder Atemnot sollte man umgehend die Notfallaufnahme aufsuchen.

Die Naturheilkunde setzt bei leichten Beschwerden auf unterschiedliche Wege für die Behandlung von Viruserkrankungen. Zuallererst muss die körpereigene Abwehr gestärkt werden, damit es dem Organismus gelingt, die Viren abzuwehren, so dass sie sich nicht in Schleimhautzellen einnisten und sich dort vermehren können.

Dazu Prof Streeck: Ich empfehle, therapeutisch direkt dort anzusetzen, wo sich das Virus vermehrt: im Rachen. Dort ist das Virus millionenfach zu finden und dort springt es von Zelle zu Zelle, um sich weiter zu vermehren. Dies lässt sich verhindern, indem man den Viren nicht die Möglichkeit gibt, an einer Zelle anzuhaften. Hierfür muss man die Schleimhäute gut befeuchten, also vor allem viel Wasser und Tee trinken. Ein wirksames Mittel ist Gingerol – das ist der Stoff, der frischem Ingwer seinen scharfen Geschmack verleiht. Deshalb bietet es sich an, viel Ingwertee zu trinken: Er ist generell schleimfördernd und er ist speziell für die Schleimhäute hinten im Rachen nützlich, indem er die Viren quasi aus den Geweben herausschwemmt. Sie können dann einfach runtergeschluckt und von der Magensäure vernichtet werden. Dieser Effekt lässt sich im Übrigen auch mit Mundspülungen erzielen.

Bewährtes aus der Natur

Hilfreich ist auf jeden Fall, die Schleimhäute gut feucht zu halten. Neben dem Ingwer zeigen auch diese bewährten Kräuter-Tees, Tropfen und Öle gute Wirkung:

  • Thymiantee: Die Inhaltsstoffe von Thymian (das ätherische Öl Thymol) fördern den Hustenauswurf, haben einen entkrampfenden Effekt und können gegen Viren wirken.
  • Eukalyptusöl, in warmem Wasser getrunken, denn seine Inhaltsstoffe wirken auswurffördernd und krampflösend.
  • Artemisia annua: Der Einjährige Beifuss enthält den Wirkstoff Artemisin, der gegen Viren wirken soll. Aus den Blättern kann ein Tee bereitet werden, der Erkältungssymptome lindert.
  • Salbeitee und -tropfen als Gurgellösung lindern Halsschmerzen.
  • Cistus-Tee: Die Zistrose enthält Polyphenole (siehe unten), die im Rachen als physikalische Sperre wirken und verhindern, dass sich die Viren anheften können.

Ausserdem bitte beachten:

  • Wichtig ist frische Luft. Lüften Sie also regelmässig die Räume.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser pro Tag.
  • Um andere nicht durch die Viren in Ihrem Speichel oder Nasensekret zu gefährden, sollten Sie sich beim Niesen und Husten korrekt verhalten. Das heisst, dass Sie nicht die Hand vor Mund oder Nase halten, sondern in ein Taschentuch oder in die Armbeuge husten/niesen und das Taschentuch sofort entsorgen. Drehen Sie sich dabei auch weg von anderen Personen in Ihrer Nähe.
  • Auch über eine befeuchtete Raumluft, etwa mit Luftbefeuchtern wie beispielsweise Aroma-Diffuser, können Sie dazu beitragen, dass es Viren schwer haben, sich anzusiedeln.

Wie verhält sich eine Familie, die gemeinsam mit einem positiv getesteten Familienmitglied unter häuslicher Quarantäne gestellt wurde?

Prof. Streeck: In diesem Fall sollte man nach Möglichkeit direkte Kontakte mit dem infizierten Familienmitglied vermeiden. Beispielsweise können die Mahlzeiten nacheinander eingenommen werden und die Person, bei der eine Infektion nachgewiesen wurde, könnte sich, wenn räumlich möglich, in einem anderen Zimmer als die übrigen Haushaltsmitglieder aufhalten. Generell sollten Handtücher und andere Hygieneartikel nicht geteilt werden und die Wäsche sollte regelmässig und gründlich gewaschen werden. Kontaktoberflächen wie Tische oder Türklinken können mit Haushaltsreiniger gereinigt werden – die häufige Reinigung mit einem speziellen Desinfektionsmittel ist nicht nötig. Sehr viel wichtiger ist es, sich möglichst oft die Hände zu waschen.

Virusgefahr und mehr - Informationen jetzt bei Weltbild

Wir alle warten darauf, dass es draussen wieder wärmer wird – auch, weil es heisst, dass die Coronavirus-Epidemie dann schnell vorbei ist. Wie realistisch ist diese Hoffnung?

Prof. Streeck: Von den hierzulande ansässigen Coronaviren wissen wir, dass sie zwar in den wärmeren Monaten vorkommen können, dass sie jedoch nur vereinzelt auftreten und dementsprechend auch keine grösseren Infektionsketten initiieren können. Tatsächlich sind die Bedingungen für Viren, sich in Zellen einzunisten und sich dann im Körper auszubreiten, im Sommer deutlich schlechter. Das hat auch etwas mit unserem Verhalten zu tun: Wir halten uns seltener in geschlossenen Räumen auf und unsere Schleimhäute sind feuchter und besser durchblutet, sodass sich Viren weniger gut einnisten können. Und nicht zuletzt profitiert unser Immunsystem von der Einwirkung der Sonnenstrahlen und davon, dass wir uns viel mehr an der frischen Luft bewegen. Ich halte es deshalb für sehr wahrscheinlich, dass sich auch das SARS-CoV-2 im Sommer weniger stark verbreitet. Allerdings gehe ich auch davon aus, dass es in der kälteren Jahreszeit erneut aufritt. Aber ich bin auch davon überzeugt, dass die vielfältigen Erfahrungen, die wir alle bis dahin gesammelt haben, uns dabei helfen werden, für erneute Infektionswellen gut gerüstet zu sein.

Bleiben Sie gesund.

Quelle: Coronavirus, Alles, was Sie wissen müssen, Gräfe und Unzer Verlag, 2020