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Anna Faris

In vier "Scary Movie"-Hits wurde die Kombi aus Sexobjekt und Slapstickqueen Kult, liess peinlichste Situationen komisch wirken. Cindy kollidierte mit Mobiliar, bremste Bälle mit Backe, kämpfte mit Katzen, wurde von Typen mit hängenden Zungen begehrt, manchmal sogar von körperlosen.

Der ungläubige Kulleraugenblick, Markenzeichen der Blondine aus Baltimore, spiegelt auch die Reaktion auf Annas Karriere - und nicht nur die eigene: "Als meine College-Mitbewohnerin 'Scary Movie' gesehen hatte, rief sie mich an und sagte: 'Dass Du diese Rolle bekommen hast, ist wirklich kurios, denn Du bist nicht komisch!" Darin genau liegt die Ironie: Faris gilt als Insel der Freundlichkeit, aber eine Ulknudel war sie nie.

In Seattle, wohin sie mit sechs Jahren gezogen war, stand Anna mit neun erstmals auf der Bühne. Auf der High School fühlte sie sich mit Brille, Zahnspange und plumpen Outfits ausgegrenzt, "sah aus wie elf" und hasste die populären Girls mit ihren Puppengesichtern und Lolita-Figuren.

An der Universität von Washington, an der sie Englische Literatur studierte, blühte "Sunshine" auf - so nannte sie der Leiter ihrer Theatergruppe. Ihr Filmdebüt absolvierte die Blondine in Seattle, in einer kleinen Rolle im Drama "Eden", spielte in Schulungsvideos, darunter für Krankenschwestern eine Krebspatientin. An eine Kamerakarriere dachte die mittlerweile 31-Jährige nie, wollte in die Werbung und zur Fortbildung nach London.

Dann kam "Lovers Lane", ein in Seattle gedrehter Low-Budget-Slasherfilm. Hier geriet Faris - Vergeltung für ihre Biografie - als Cheerleader an den Haken eines Schlitzers, aber auch an den Kollegen Ben Indra, mit dem sie bis zur Scheidung im Frühjahr 2008 vier Jahre verheiratet war.

"Lovers Lane" floppte, doch er brachte Anna einen Agenten ein, der sie für "Scary Movie" vorschlug. Seitdem ist der 165-Zentimeter-Floh auf Komik festgelegt. In "Hot Chick - Verrückte Hühner" fand sie Gefallen an Freundin Rachel McAdams, als diese mit Rob Schneider den Körper tauschte.

"Lost in Translation" bereicherte Faris als quietschendes Vakuum-Starlet, in "Wild X-Mas" fand ihr Parcours der Peinlichkeiten seinen Höhepunkt. Hier baggerte Anna als talentfreier, verzogener Popstar Ryan Reynolds an, der sich ihre Tonleiter quälenden Songs wie "Forgiveness" anhören musste und danach nicht mehr vergeben konnte.

Den ganzen Film lang high war sie in der Cannabis-Comedy "Smiley Face", eine Tour de Force in Gesichtskomik. In "Die Super-Ex" hatte Anna Konfrontationen mit Uma Thurman, die einen Hai nach ihr warf. Aber auch Sex mit Luke Wilson, der dies dankbar quittierte: "Es war toll... und hat überhaupt nicht wehgetan."

Niedlich, komisch und sexy ist sie auch in "House Bunny" als Ex-Playboy-Häschen, das im rosa BH das Selbstwertgefühl von Studentinnen stärkt. Natürlich ist die liebenswerte Blubberblase, die ihre Karriere dominiert, auch ein Fluch, den die Schauspielerin zu brechen versucht. Im Horrorfilm "May" betörte sie die gestörte Titelfigur, entdeckte dabei nicht nur die Freuden des Schmerzes.

Sogar im Oscardrama "Brokeback Mountain" wirkte Faris mit, in einem Minutenauftritt als plappermäulige Freundin von Anne Hathaway. Noch immer hat sie viele Komödien geplant, seit Langem aber auch ein Drama, das nicht nur ein anderes Gesicht, sondern wohl noch mehr von Anna zeigen würde. Die Biografie der Porno-Aktrice Linda Lovelace hat bereits Regisseur und Titel ("Inferno"), aber immer noch keine Finanzierung.

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