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Bin im Garten: Meike Winnemuths neuer Selbstversuch

Foto: Felix Amsel

Die Sehnsucht nach dem echten Leben

Haben Sie auch das Gefühl, dass viele Menschen bewusster und nachhaltiger leben wollen? Weg vom Digitalen, wieder das echte Leben spüren, die Natur mit den Händen fühlen. Besonders zeigt sich diese Sehnsucht in der neuen Liebe zum Gärtnern. Überall gibt es plötzlich Gartenparzellen zu mieten, in den Städten werden Hausdächer begrünt und jeder Zentimeter Balkon zum Bepflanzen genutzt. In Ruhe „Gewachsenes" wollen alle auf dem Teller, Obst und Gemüse wird selbst angebaut, es wird gebuddelt, gepflanzt und geerntet, Gartencenter erleben einen neuen Zulauf. Gärtnern ist wieder „in" und es ist nie zu spät, damit anzufangen.

Das Jahr des grossen Wachsens - Das neue Abenteuer der Meike Winnemuth

„Nanu, wunderten sich die Leute, Sie reisen gar nicht mehr?" Meike Winnemuth, die Weitgereiste, schmunzelte über diese Frage, denn was spricht dagegen, auch mal irgendwo anzukommen, Heimat zu fühlen. Und prompt sah sie ihre nächste grosse Aufgabe deutlich vor Augen... In ihrem neuen (Tage-)Buch „Bin im Garten – Ein Jahr wachsen und wachsen lassen“ nimmt uns die wunderbare Kolumnistin und Buch-Autorin mit in ihren ersten Garten. Doch stopp, wer sich auf einen Garten-Ratgeber mit guten Tipps einstellt, liegt falsch. Meike Winnemuth beharrt darauf, als blutige Anfängerin völlig ahnungslos begonnen zu haben und erzählt unterhaltsam, lebensklug und witzig „vom grossen Wachsen (Muskelkater!) und Werden (plötzlich: geduldig!)" und wie sie sich mit vielen Höhen und Tiefen dieses Stückchen Erde eroberte. Ein Unterfangen, mindestens genauso aufregend wie eine Weltreise, weil jeden Tag etwas anderes los ist, ein Garten täglich sein Gesicht verändert.

Rein in was Neues

Nachdem Meike Winnemuth mit einem „Wer wird Millionär?“-Gewinn ein Jahr lang jeden Monat in einer anderen Stadt auf der Welt wohnte, packte sie die Sehnsucht nach dem wahren, verwurzelten Leben, einem Leben im Einklang mit der Natur. Ein Mann mit Hund am Strand von Hawaii, der mit sich und seinem Leben völlig im Reinen wirkte, weckte in ihr die Sehnsucht, irgendwo wirklich daheim zu sein und Alltag zu erleben. Dieser Drang führte die Journalistin zusammen mit Hund Fiete auf ein Stück Land an der Ostsee und da Frau Winnemuth alles, was sie tut, mit Mut, Neugier und Schaffensfreude angeht, wollte sie sich auch ausgiebig mit ihrer nächsten Umgebung beschäftigen. Ganz nach ihrem persönlichen Motto: „Einfach mal machen. Es könnte ja gut werden." So kam es, dass sich die Winnemuth, die Abenteuersucherin, auf die neue Herausforderung einliess: „Ein Jahr im Garten leben. Gemüse anbauen. Bäume pflanzen. Blümchen natürlich auch. Wurzeln schlagen. Boden unter den Füssen finden, und zwar einen, den ich persönlich dorthin geschaufelt habe."

Podcast: Meike Winnemuth über das Ankommen, Heimkommen, Wurzeln schlagen

„Heimat ist nicht nur der Ort, an dem man geboren ist, es ist auch der Ort, den man sich aussuchen darf, wo man sich wohl und geborgen fühlt, der Ort, der mich „Ich“ sein lässt", sagt Meike Winnemuth im Interview mit Andrea Lindner. Ein humorvolles und anregendes Gespräch über eine neugewonnene Liebe zur Natur - wetten, dass Sie Lust bekommen, demnächst selbst Hacke und Schaufel in die Hand zu nehmen?

Penguin lädt ein: Autoren erzählen Geschichten

Andrea Lindner im Gespräch mit Meike Winnemuth

Copyright: © Penguin Verlage, Verlagsgruppe Random House GmbH

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Bei Weltbild entdecken

„Schreiben und Gärtnern sind zwei handwerkliche Berufe, einmal hackt man in die Tastatur, dann hackt man in die Erde" (Meike Winnemuth)

Der erste eigene Garten wurde für die Schreiberin Meike Winnemuth zu einem grossen Abenteuer mit neuen, ungekannten Aufgaben. Zu tun gab es jede Menge und die Hände wurden schmutzig, kurz: Meike Winnemuth hat richtig geschuftet. Es wurde geplant und gegraben, gesät, gepflanzt, Kompost umgehoben und Beet für Beet angelegt. Aber es wurde auch viel gelernt und voller Freude geerntet, gegessen und genossen, wie sie selbst erzählt. Und auf ihre unverkennbare Weise gelangte Meike Winnemuth bei aller Lust und jeglichem Frust jedes Gärtners zu einer wunderbaren Erkenntnis: „Um weiterzukommen, muss man oft nur ein paar Meter zurücklegen".