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  • 4 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gaby Hochrainer, 19.05.2015

    Jazz Sanders Schwester Danika und ihre Mutter Verena sind verschwunden. Jazz selbst entkommt nur knapp einem brutalen Überfall. Die Kommissare Max Krause und Joshua Manser stehen vor einem Rätsel. Und vor Jazz liegt ein langer Weg, bei dem es ums Überleben geht.

    Die Haupt-Protagonistin Jazz leidet am Asperger-Syndrom, einer Entwicklungsstörung, die dem Autismus ähnlich ist. Sie versteht z.B. keine Vergleiche und benutzt diese auch nicht. Daher hat es mir bei der sehr ernsten, manchmal auch brutalen Geschichte ab und zu die Mundwinkel hochgezogen und ich konnte ein Grinsen nicht vermeiden. Jazz wurde schon immer wegen ihrer Andersartigkeit gehänselt, hat sich aber trotz allem zu einer taffen jungen Frau entwickelt, die versucht ihr Leben selbstständig zu meistern. Auf diese Andersartigkeit wird im Buch sehr gut eingegangen und ich kann daher vieles verstehen, was Jazz denkt und tut, wo es für mich ansonsten irreal gewesen wäre.

    Die Geschichte wird aus Sicht von Jazz erzählt. Den Täter und seine Beweggründe lerne ich im Laufe der Geschichte immer besser kennen. Aber ich hatte bis zur Entlarvung keine Idee, aus welcher Ecke er wohl stammen mochte. Die Geschichte mit den knappen Kapiteln verwirrt mit immer neuen Perspektiven und Wendungen. Die Spannung ist von Anfang an hoch und hält dieses Niveau auch bis zum Schluss.

    Die handelnden Personen selbst bleiben für mich, ausser Jazz, Kommissar Manser und dem Täter, eher blass, was sich aber nicht all zu sehr auf das Verständnis und mein Leseerlebnis auswirkt.

    Auch die Liebe kommt nicht zu kurz. Kommissar Manser, der sich sehr um Jazz kümmert und sie kommen sich langsam immer näher. Die Leidenschaft der Beiden wäre für mich aber auch ohne Drogen, die Jazz immer wieder konsumiert, verständlich und greifbar gewesen.

    Was mich etwas gestört hat, sind fehlende Wort und Buchstaben, was aber nicht an der Autorin liegt. Da wäre ein gewissenhafteres Lektorat gefragt.

    Alles in allem habe ich einen schockierenden Thriller gelesen, der durch Brutalität und Spannung besticht. Auch wenn ich Kleinigkeiten zu bemängeln habe, bekommt dieses Buch meine absolute Leseempfehlung.

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    janein
  • 4 Sterne

    Angelique Sauerbrey, 05.05.2015

    Innerhalb weniger Minuten ändert sich das Leben der neunzehnjährigen Jazz Sanders. Sie ist kein "Normalo", wie sie selbst über sich sagt, sie leidet an einer leichten Form des Asperger-Syndroms, braucht Strukturen und Regelmässigkeit. Mit Gestik und Mimik kann Jazz nichts anfangen, auch redet sie nie um den "heissen Brei", sondern sagt das, was sie denkt. Damit kann man aber keine Freunde finden. Jazz lebt sehr zurückgezogen bei ihrer Mutter Verena und hat aber dank Georg, dem Lebensgefährten ihrer Mutter einen Arbeitsplatz. Ihre Zwillingsschwester Danika ist das komplette Gegenteil, sie sprüht vor Leben und will Sängerin werden.
    An diesem gewissen Abend tritt Danika bei einer Casting-Show auf und Verena ist auf den Weg dorthin, als Jazz zu hause von einem maskierten Unbekannten brutal überfallen wird. Dank ihrer Ausbildung im Kampfsport gelingt es ihr zu fliehen…
    Dann verschwinden Verena und Danika, hängen die beiden Ereignisse zusammen?
    Wer steckt hinter diesen ganzen Grausamkeiten?

    Mit "Zerrspiegel" hat die Autorin Katja Montejano einen spannenden aber auch brutalen Thriller geschrieben, der einen nicht mehr loslässt. Die Warnung der Autorin: "Dies ist nichts für schwache Nerven!" muss man ernst nehmen, es stimmt absolut.
    Der Schreibstil ist rasant und flüssig, die Beschreibungen einzelner Szenen sind sehr authentisch und realistisch. Der Leser ist sofort in der Geschichte.
    Die Spannung ist die ganze Zeit auf einem hohen Level und meine Nerven waren wie Drahtseile gespannt. Dazu beigetragen hat der ständige Perspektivwechsel und die kurzen Kapitel. Auf der einen Seite erleben wir die Ängste und Nöte von Jazz und dann tauchen wir Leser in die grausame Gedankenwelt des kranken aber intelligenten Psychophaten ein.

    Die Charaktere sind gut gewählt und fügen sich in die Story ein. Jazz habe ich sofort ins Herz geschlossen, sie ist trotz ihrer Ängste eine starke Frau. Die Autorin hat mir das Krankheitsbild des Asperger-Syndroms näher gebracht, so dass ich mir vorstellen konnte, was in Jazz vor sich geht.
    Der Kommissar Joshua Manser ist sehr sensibel, er entwickelt ein besonderes Verhältnis zu Jazz und geht auch auf ihre Krankheit ein. Das gefällt mir besonders gut. Jazz fasst so nach und nach Vertrauen zu ihm.
    Der Mörder ist grausam und skrupellos, es spornt ihn regelrecht an, dass sich Jazz so wehrt.

    Das Ende mit der Beseitigung aller Unklarheiten hat die Autorin gut und spannend umgesetzt, dem Leser wird ein grausames Geheimnis offenbart.

    Fazit: Ein spannender und fesselnder Thriller, aber nichts für schwache Nerven.

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    janein
  • 4 Sterne

    Cornelia R., 21.07.2015

    Eine ungewöhnlich zusammengewürfelte Patchworkfamilie wird Ziel eines kranken und perversen Psychopathen.
    Verena - angeblich trockene Alkoholikerin, Mutter von 19-jährigen Zwillingen und hochverschuldet.
    Danika - 19 Jahre, hübsch, talentiert und eine der Zwillinge
    Diese Beiden verschwinden, ohne ersichtlichen Grund und ohne Spuren zu
    hinterlassen, von der Bildfläche.
    Georg - der Lebensgefährte von Verena. Gut situierter Antiquitätenhändler, der Verena finanziell unter die Arme greift, obwohl es doch vergebens ist.
    Nico - der 17-jähriger Sohn Georgs, ein pummeliger Nerd, der es nicht leicht in der Schule hat.
    Und mittendrin Jazz - der andere Zwilling, ein 19-jähriges Mädchen mit einer leichten Form des Asperger-Syndroms,
    und der Täter, dessen einzige Lebensaufgabe darin besteht, auf kranke Art und Weise diese Familie zu zerstören und Rache walten zu lassen.

    Der Thriller wird aus der Sicht von Jazz und des Täters erzählt und beginnt gleich mit einem Plot, der morbider und blutiger nicht sein kann.
    Die Spannung zieht sich durch das gesamte Buch und der Schreibstil ist rasant und fesselnd.
    Der Leser wird immer wieder mit den grausamen Handlungen und morbiden Gedanken des Täters konfrontiert und tappt trotzdem im Dunkeln.
    Dazwischen begleitet man Jazz, die dabei ist ein dunkles Familiengeheimnis zu lüften. Dabei werden ihre Sicht und Gedanken als "Aspi" authentisch beschrieben und der Leser gewinnt Einblicke in diese Krankheit und welche Probleme sie mit sich bringt.
    Auch alle weiteren Figuren sind gut beschrieben, interessant, authentisch und deren Handlungen nachvollziehbar.

    Im Finale wird dann nochmal so richtig Gas gegeben und es enthält eine überraschende Auflösung. Für mich war der Showdown dann aber doch etwas zu kurz gehalten und war viel zu schnell vorbei.
    Des Weiteren störten mich die nicht selten auftretenden Rechtschreibfehler und verhutzelten Satzstellungen. Da hat das Lektorat eindeutig Mist gebaut - daher 1 Stern Abzug.

    Fazit:Ein knallharter, morbider Thriller der anderen Art, da hier aus der Sicht eines Mädchens mit Asperger-Syndrom erzählt wird.
    Rasant, fesselnd und nichts für schwache Nerven. Es war mir unmöglich das Buch vor Ende aus der Hand zu legen.
    Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung!

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    janein