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Freds Leben ist ziemlich verrückt - kein Wunder, er wohnt auf dem Friedhof ... Statt abends vor dem Fernseher zu hocken, kontrolliert er, ob auch alle Grüfte gut verschlossen sind. Oder er spielt den Alibi-Trauergast, wenn zu wenig Leute zu einer Beerdigung...
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  • 5 Sterne

    6 von 10 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    smartie11, 11.10.2016

    Ein schaurig schöner Gruselspass mit cooler Story und tollen Bildern

    Zum Inhalt:
    Fred ist mit seiner Mutter vor drei Monaten aus einem kleinen Kaff bei Stralsund ins quirlige Berlin gezogen, wo sie nun auf einem Waldfriedhof mitten in Berlin wohnen. Sein einziger Freund ist der pummelige Ober-Nerd Franz Ferdinand und in der Schule terrorisieret ihn die "Ork"-Gang von Klassen-Ekel Aaron Bärbach. Wer jetzt denkt, Freds Leben könnte nicht mehr merkwürdiger werden, der irrt sich gewaltig...

    Meine Meinung:

    "Die Finstersteins" ist das neueste Kinder- & Jugendbuch von Autor Kai Lüftner (u.a. "Der Gewitter-Ritter", "Rotz ´n´ Roll Radio" oder auch "Das Kaff der guten Hoffnung"). Der Start in die 220 Seiten starke Geschichte fiel mir extrem leicht. Fred war mir von Anfang an rundum sympathisch und ich habe immer mit ihm mitgelitten, wenn Aaron und seine fiese "Ork-Gang" ihn und seinen Kumpel Franz drangsaliert haben (hier thematisiert das Buch auch ein ernstes Thema, das in unseren Schulen leider "normaler" Alltag ist). Die Geschichte besticht schon durch ihr ungewöhnliches Setting auf dem alten Waldfriedhof mit den Gruften. Allein hierdurch ergeben sich beim Lesen schon viele Momente mit "wohligem" Grusel. Und wenn Fred sich dann auch noch nachts allein in den Gruften rumtreibt, da kann man beim (vor-)lesen schon mal enger zusammenrücken. Dabei merkt der Leser, dass Fred eigentlich alles andere als ein Antiheld ist. Denn eigentlich ist Fred verdammt mutig! Auch dass Fred immer zu seinem (einzigen) Kumpel Franz Ferdinand hält, finden wir super. Nur wo dieser sein Selbstbewusstsein hernimmt, konnten wir nicht ergründen. Es zeigt aber, dass es ganz, ganz wichtig ist, dass man seinen Kindern ein gesundes Selbstbewusstsein mit auf den Lebensweg gibt.

    Schnell hatte uns die Geschichte auch in ihren Bann gezogen - spätestens ab Seite 42, als Fred sich das erste Mal in die Gruft derer von Finsterstein wagt. Ab hier hätten wir das Buch am liebsten gar nicht mehr aus der Hand gelegt und bis zum wunderbaren, ereignisreichen und auch humorvollen Finale direkt durchgelesen. Unser heimlicher Star war dabei "Peppi", doch wer das ist, soll an dieser Stelle nicht verraten werden!

    Alles in allem eine wirklich gelungene Geschichte für Klein und Gross und wir können auch nur einen klitzekleinen Kritikpunkt anbringen: Wir hätten gerne noch mehr von den Finstersteins gelesen...

    Last but not least möchte ich noch die vielen genialen Illustrationen von Frederic Bertrand (u.a. "Scary Harry"-Reihe) loben, die die Atmosphäre und den Inhalt des Textes stets auf den Punkt genau wiedergeben, manchmal für ein breites Schmunzeln sorgen und manchmal auch für einen extra Gänsehaut-Schauer...

    FAZIT:
    Spannend, fesselnd und humorvoll - genau so muss ein gutes Kinderbuch sein! Wir hoffen auf eine Fortsetzung!

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  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Dani B., 02.11.2016

    Der 11-jährige Fred ist mit Baba, der besten Mutter der Welt, von einem kleinen Dorf an der See nach Berlin Köpenick gezogen. Baba hat dort eine Stelle als Friedhofswärterin/-Gärtnerin mit Dienstwohnung neben der Friedhofskapelle des Waldfriedhofs angetreten. Besonders die 12 Familiengruften am hinteren Rand des Friedhofs faszinieren Fred, der abends schon mal die Runde über den Friedhof macht, um nach dem Rechten zu schauen. Besonders Gruft Nr. 7 der Familie von Finsterstein zieht ihn an, denn diese sieht älter aus als der Friedhof, der aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts stammt.
    In der Schule machen Aaron Bärbach und seine „Orcks“ Fred als dem Neuen das Leben zur Hölle. Einzig der noch seltsamere aber geniale Franz Ferdinand will mit ihm befreundet sein und der ist irgendwie so schräg, dass er schon wieder richtig cool ist. Nachdem Fred die Gruft der von Finstersteins heimlich betritt, findet er ein uraltes Schriftstück dessen Rätsel Franz Ferdinand natürlich knackt. Als Fred unabsichtlich durch die alte Schriftrolle die seit über 400 Jahren verschollenen Von Finstersteins erweckt, wird es so richtig gruselig schräg und Fred braucht dringend einen Freund. Die Bärbachs haben es jetzt nämlich nicht nur auf ihn abgesehen…
    Optisch besticht das Buch erstmal mit seinem gelben Buchschnitt, aber auch das Cover ist ein Hingucker! Zahlreiche kleine Spinnen und Fledermäuse über die Seiten verteilt lassen unterstreichen die schräge Gruselstimmung und die übrigen Illustrationen kommen witzig auf den Punkt.
    Hierzu kommen noch die optisch dargestellten Chatverläufe zwischen Franz Ferdinand alias The Doppel-F-Defender als Chatmaster und Fred, der von Franz Ferdinand stets andere absurde Nicknames erhält. Auf die lohnt es sich echt zu achten! Die kleinen feinen humoristischen Spitzen, die aber auch für Kinder verständlich sind, kamen bei uns besonders gut an und sie mildern auch die Härte der Orcks ab.
    Da es Band 1 einer Reihe ist, dauert es eine gewisse Zeit, bis alle Beteiligten und Örtlichkeiten eingeführt sind. Diese sind aber teilweise so herrlich absurd, dass es sich nicht zieht, bis die angekündigten von Finstersteins endlich auf den Buchseiten auftauchen. Auch wenn die von Finstersteins herrlich gruselig schräg sind, mit Bohrerprothese und Leistenkrokodil Peppi als Haustier. Mein wahrer Held bleibt der totale Anti-Held Franz Ferdinand, wobei ich Fred ja auch schon sehr cool finde.
    Es ist wirklich toll, was diese freakigen Jungs mit Herz und Humor sich so alles einfallen lassen, obwohl Aaron und seine Orcks ihnen mehr als nur übel mitspielen, während alle Aufsichtspflichtigen wegschauen. Dies ist ein Mysterium, das sich vielleicht in den Folgebänden auflöst, denn auch bei den Orcks fragt sich Fred bisweilen, ob sie Aaron aus eigenen Stücken unterstützen.
    Der Autor Kai Lüftner Jahrgang 1975 hat nach dem Sozialpädagogikstudium u.a. als Streetworker und Kabarettist gearbeitet, ehe er sich nun seinen Lebensunterhalt als Kinderbuchautor und Hörbuchregisseur verdient. Der Streetworker macht sich in diesem Buch bemerkbar. Aaron und die Orcks sind echt brutal und alle schauen weg. Das entspricht nicht unbedingt dem Weltbild aller belesenen behüteten Familien, aber eben leider oft der Realität. Für ein Kinderbuch finde ich das aber durchaus vertretbar, eben durch den Kontrast, zu den beiden „Guten“. Die zwei herrlichen Freakt Fred und Franz-Ferdinand reagieren nicht mit sich hochschaukelnder Gewalt, sondern mit Mut, Köpfchen und Hilfe aus der Gruft.
    Das Ende der Geschichte lässt einige Fragen offen, denn Band 2 ist bereits fertig und Band 3 wird wohl gerade illustriert. Dennoch finde ich den Knaller am Ende so originell, dass es mich nicht stört, sondern wir mit einem zufriedenen Grinsen das Buch schliessen konnten. Es zeichnet sich nicht nur durch einen sehr witzigen, sondern auch sehr flüssigen und in sich schlüssigen Schreibstil auf. Dies fiel mir umso mehr auf, als mich in der letzten Zeit genau dieser Punkt bei anderen Büchern bisweilen störte.
    Da meine Tochter sich unbedingt in den Kopf gesetzt hat, dieses Buch an Halloween zu lesen und nicht früher, wurde es uns erst einmal von einer Freundin vom Tisch geschnappt. Anders als wir, war sie mit dem Ende nicht ganz zufrieden. Sie fand das Ende zu abrupt. Ja, es kommt recht schnell, aber der eigentliche „Fall“ ist vorläufig beendet und wie Familie von Finsterstein das findet, erfahren wir sicher im Folgeband. Für uns einfach ein Cliffhanger der unsere Spannung auf Band 2 steigert.
    Daher trotz einiger Punkte die vielleicht nicht jedermanns Geschmack treffen, von uns 5 von 5 Sternen mit einer Empfehlung für Jungs und Mädchen ab 9 Jahren.

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