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Der neue Roman von Bestsellerautor Alex Capus - die faszinierende Geschichte einer Emanzipation

Alte Gewissheiten gelten nicht mehr, neue sind noch nicht zu haben. In New York wird die Brooklyn Bridge eröffnet, Edisons Glühbirnen erleuchten die Stadt....
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  • 5 Sterne

    14 von 22 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Bücherfreundin, 18.07.2022

    Als Buch bewertet

    Spannender Roman über eine engagierte Frau
    Der Hanser-Verlag hat das neue Buch "Susanna" von Alex Capus veröffentlicht. Ich kenne bisher noch keine Werke des Autors und war daher sehr neugierig auf den Roman.

    "Susanna" beginnt mit der spektakulären Ankunft des "Wilden Mannes" am 13. Januar 1849 im Hafen von Basel. Einmal im Jahr kommt dieser auf seinem Floss an, und alle Bewohner der Stadt strömen herbei, um dem traditionellen Ereignis beizuwohnen. Auch die fünfjährige Susanna Faesch gehört mit ihrer Familie zu den Schaulustigen. Seit 6 Jahren verkörpert der Kutscherknecht Anton Morgenthaler den Wilden Mann. Als er ans Ufer springt, bemerkt er, dass ein kleines Mädchen am Boden liegt. Er will das anscheinend gestürzte Kind hochheben. Susanna erschrickt, in ihrer Angst wehrt sie sich und sticht dabei dem Mann mit ihrem Zeigefinger ein Auge aus. Am Nachmittag unterzieht der Vater, Lukas Faesch, das Kind einem väterlichen Strafprozess, in dem er abwechselnd die Rolle des Anklägers und die des Verteidigers übernimmt. Die ganze Familie muss den Monologen des Vaters beiwohnen, ebenso der seit einigen Wochen bei der Familie weilende Freund des Vaters, der Arzt Karl Valentiny. Die Männer kennen sich seit der Zeit, als sie gemeinsam im algerisch-marokkanischen Grenzgebiet dienten.

    Als Karl fünf Jahre zuvor aus der Fremdenlegion nach Dortmund heimkehrt, überredet ihn sein Vater, seinen Freund, einen Hausarzt ohne eigene Praxis, nach dessen Schlaganfall zu vertreten. Karl übernimmt die Tätigkeit für einige Jahre und gerät in Schwierigkeiten, nachdem er Schusswaffen seiner Patienten reinigte und reparierte. Er ahnt nicht, zu welchem Zweck die Waffen eingesetzt werden und flüchtet nach Basel zu seinem Freund Lukas. Als seine Besuchserlaubnis abläuft, wandert er nach Amerika aus. Ein Jahr später folgt ihm Maria, Susannas Mutter, gemeinsam mit ihrer Tochter. Die Söhne bleiben beim Vater. Maria hatte sich während Karls Aufenthalt in Basel in ihn verliebt, sich ihm allerdings nie offenbart. Ihr Ehemann lässt sie gehen, nimmt ihr aber das Versprechen ab, niemals zurückzukommen.

    Der zweite Teil des Buches schildert das Leben von Karl, Maria und Susanna in Brooklyn. Karl praktiziert als Arzt, Maria unterstützt ihn, und Susanna betätigt sich ab dem 14. Lebensjahr als erfolgreiche Porträtmalerin, was ihr früh zu einem eigenen Einkommen verhilft. Jahre später heiratet sie den jungen Arzt Claude. Nach Erhalt einer grösseren Erbschaft macht sich Susanna mit ihrem 13jährigen Sohn Christie auf den beschwerlichen Weg in das Dakota-Territorium, um den dort lebenden Häuptling Sitting Bull vor den drohenden Gefahren durch amerikanische Soldaten zu warnen.

    Das Buch basiert auf der Lebensgeschichte von Caroline Weldon geb. Susanna Caroline Faesch, einer schweizerisch-amerikanischen Bürgerrechtlerin und Künstlerin des späten 19. Jahrhunderts und Aktivistin in der National Indian Defense Association. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, Fakten und Fiktion zu einer spannenden Geschichte zu verbinden.

    Alex Capus beherrscht die Kunst des Erzählens, das Buch ist in wunderschönem, lebendigem Sprachstil geschrieben und hat mich bis zum Ende gefesselt. Der Autor hat die einzelnen Charaktere sehr authentisch gezeichnet. Die Protagonisten waren mir äusserst sympathisch, und es hat mir sehr viel Freude gemacht, in diese Zeit des 19. Jahrhunderts einzutauchen. Egal, ob es um die Begegnungen mit dem Kutscherknecht, die Schilderung der Jahre in der Fremdenlegion oder die Zeit in Amerika ging - ich habe mich keine Sekunde gelangweilt und mich sehr gut unterhalten gefühlt!

    Von mir unbedingte Leseempfehlung und wohlverdiente 5 Sterne!

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  • 5 Sterne

    11 von 19 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gaby2707, 23.07.2022

    Als Buch bewertet

    Auszüge aus dem Leben der Porträtmalerin Susanna Faesch

    Seit 6 Jahren hält der Kutscherknecht Anton Morgenthaler im Kostüm des Wilden Mannes eine Tradition in Basel hoch. Mit einem Floss kommt er den Rhein herunter. Am 13. Januar 1849 passiert es dann: die 5-jährige Susanne Faesch stürzt, Anton hilft ihr auf, nimmt sie auf den Arm und Susanne sticht ihm in ihrer Angst gezielt das linke Auge aus.

    Damit beginnt die Geschichte von Susanne Faesch und ihrer Familie. Alex Capus erzählt Geschichten von Vater Lukas, der zusammen mit Karl Valentiny aus Dortmund an der algerisch-marokkanischen Grenze als Söldner dient. Von seiner Heimkehr; von Karls Leben als Arzt in Dortmund, von wo er flieht und in Basel bei seinem Freund Unterschlupf findet. Als seine Aufenthaltsgenehmigung abläuft, wandert er nach Amerika aus. Maria und Lukas Faesch haben sich auseinander gelebt und Maria zieht ein Jahr später mit Susanna nach Amerika zu Karl. In New York arbeitet Karl als Arzt, Maria unterstützt ihn und nachdem Maria geschieden ist, heiraten die Beiden. Susanna verdient bald ihr eigenes Geld als angesagte Porträtmalerin.
    Mit 21 lernt sie den 4 Jahre älteren Bernhard Claudius Schlatter aus der Schweiz kennen, ebenfalls Arzt wie Karl. Sie heiraten. Ihren Sohn Christopher bekommt sie von einem anderen Mann.

    Der Autor erzählt die Geschichte von Caroline Weldon geb. Faesch, einer schweizerisch-amerikanischen Künstlerin, die auch Sitting Bull gemalt hat. Durch den bildhaften und lebendigen Erzählstil komme ich den Menschen, die ich hier kennenlerne und durchwegs sympathisch finde, sehr schnell sehr nahe. Gerade die Dialoge zwischen den verschiedenen Parteien, Lukas und Karl, Karl und Hildi, Karl und Maria, Maria und Lukas, Susanna und Christie oder Susanna und Captain Sully finde ich sehr gelungen und aufschlussreich.

    Nachdem ich mir von diesem Buch nach der Leseprobe etwas ganz anderes versprochen hatte, war ich zwar überrascht, aber keinesfalls negativ. Im Gegenteil – ich hatte wunderbare Lesestunden über eine faszinierende, eigenwillige Frau mit einer starken Persönlichkeit.

    Eine sehr interessante und kurzweilige Lektüre, die ich gerne weiter empfehle.

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  • 3 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    raschke64, 18.07.2022 bei Jokers bewertet

    Als Buch bewertet

    Susanna wird in der Schweiz geboren und wächst in einer Stadt mit calvinistischem Hintergrund auf. Das Leben der Familie, der Eltern, der Brüder, ist vorgezeichnet und wird bis ans Lebensende keine Veränderungen haben. Doch da kommt für einige Zeit ein ehemaliger Armeekamerad des Vaters auf eine Art Dauerbesuch, denn er musste aus Deutschland fliehen. Als er nach Amerika auswandert, folgt ihm nach einiger Zeit die Mutter und nimmt nur Susanna mit. So wächst sie in Amerika auf und verdient mit der Malerei Geld. Mehr oder weniger wird sie ihr ganzes Leben lang unkonventionell bleiben.

    Das Buch lässt mich etwas unglücklich zurück. Es erzählt die Lebensgeschichte einer interessanten Frau, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Aufgrund des Buches habe ich angefangen, mich mehr mit ihr zu beschäftigen, was sehr faszinierend ist. Leider erfährt man im Buch davon nur Bruchstücke. Wenige Episoden sind sehr breit erzählen, danach folgen wieder ganz kurze Abschnitte, die mehr an ein Sachbuch oder einen Lexikoneintrag erinnern. Das alles ist zwar gut lesbar, hat aber für mich viel zu viele Lücken. Das Besondere im Leben von Susanne, nämlich die Begegnung mit Sitting Bull und ihr Eintreten für seine Interessen und die der „Indianer“/First Nation werden nur auf ganz wenigen Seiten beschrieben und das Buch endet sehr abrupt. Da hätte man meiner Meinung noch viel mehr draus machen können.

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  • 5 Sterne

    Susanne K., 04.08.2022

    Als Buch bewertet

    1844 kommt Susanna Faesch als jüngstes von vier Kindern von Anna und Lukas Faesch in Kleinbasel zur Welt. Bereits als Kind zeigt sie ein selbstbewusstes, aber ungewöhnliches Verhalten. Susannas Mutter, die unglücklich in der Ehe mit dem zwar wohlhabenden, aber selbstverliebten und oft in Kriegsdiensten abwesenden Lukas ist, folgt dessen Söldnerkameraden, dem Arzt und Revolutionär Karl Valentiny, nach Amerika und nimmt einzig ihre Tochter mit. In Brooklyn zeigt Susanna ihr grosses Talent für die Kunst und beginnt Portraits zu malen, was sie unabhängig macht. Während ihre aus pragmatischen Gründen geschlossene Ehe bald wieder geschieden wird, bekommt sie einen Sohn aus einer Affaire. Von ihrem intellektuellen Stiefvater beeinflusst, wendet sie sich den amerikanischen Ureinwohnern und ihrer traurigen Geschichte zu und tritt mit ihrem Sohn Christie eine grosse Reise an, um den legendären Stammeshäupting Sitting Bull zu warnen....

    In seinem neuen biografischen Roman wendet sich der Schweizer Autor Alex Capus der schon fast in Vergessenheit geratenen Künstlerin und Bürgerrechtlerin Caroline Weldon zu, die unter dem Namen Susanna Carolina Faesch in Kleinbasel zur Welt kam.Doch quasi nebenbei schildert Camus einen grossen Epochenumbruch, die bürgerlich-revolutionären Erhebungen gegen politische und soziale Strukturen in Europa, die Geschichte der nordamerikanischen Ureinwohner und nicht zuletzt ein Stück Emanzipationsgeschichte.

    Wieder einmal bestechend für mich ist der unglaublich poetische, teils überraschend ironische Schreibstil, der mich vollkommen in seinen Bann zog. Oftmals blieb ich an einzelnen Sätzen oder Abschnitten hängen, die mich amüsiert auflachen liessen oder in weitere Gedanken hineinzogen. LIebevoll und detailgetreu beschreibt Camus manche Kleinigkeiten, um dann wieder Jahre zu überspringen, wobei er doch nie das grosse Ganze aus den Augen verliert. So unaufgeregt und ruhig die Erzählweise auch ist, so stark konnte der Autor mich wieder in seinen Bann ziehen. Lediglich das abrupte Ende mitten in der Begegnung mit dem grossen "Chief" liess mich ein wenig frustriert zurück - hier hätte ich zu gerne noch weitergelesen!

    Wenn gleich Camus sich seinen Figuren eher von aussen als durch ihr Innerstes nähert, bekommt der Leser doch einen tiefen Einblick in ihre Psyche. Hierzu springt die Erzählersicht ab und zu auf unterschiedliche Protagonisten, was mir durchaus gefiel.

    Der gut recherchierte zeitliche Hintergrund, die sozialen und wirtschaftlichen Umbrüche des 19. Jahrhunderts, aber auch das Schicksal der indigenen Bevölkerung, ihre Geistertänze als Krisenkult wurden auf höchst unterhaltsame Art und dennoch sehr einprägsam dem Leser nähergebracht.

    Mit "Susanna" beweist ALex Capus wieder einmal seine Klasse.
    Ich vergebe (mit einem halben Punkt Abzug aufgrund des ENdes) 4,5 Sterne.

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  • 5 Sterne

    MeinSohnPrinzAndreas, 03.08.2022

    Als Buch bewertet

    Mit diesem stilistisch ungewöhnlichen Roman arbeitet Alex Capus die Geschichte der Susanna Faesch auf, die Malerin, die sich auf eine Reise zu Sitting Bull machte. Dabei entführt er die Leserschaft in ein Amerika am Aufbruch zur Moderne mit all den Kontroversen des späten 19. Jahrhunderts.

    Rasch merkt man, dass das Buch einen anderen Fokus auf das Leben Susannas setzt, als es im Klappentext noch beschrieben wird. So machen die Berührungspunkte Susannas mit den Indigenen Nordamerikas nur einen recht kleinen Teil aus, der auf mich wie die Krönung einer Selbstfindungsphase wirkt. Viel mehr werden anhand von Susannas Leben und dem ihres Umfeldes gerade heute so bedeutende Aspekte des gesellschaftlichen Lebens angesprochen, wie Klassismus, Zerstörung von Umwelt, Verdrängung von Kulturen oder aber auch die Hustlerkultur in der Arbeitswelt. Dabei deckt das Buch einen Zeitrahmen von etwa 50 Jahren von Susannas Kindheit an ab. Basel, New York der Wilde Westen. Alex Capus beschreibt dabei auf poetische und äusserst malerische Weise, wie das Leben an den jeweiligen Handlungsorten von statten ging.

    Abgesehen von der Fähigkeit des Autors, ganze Landstriche binnen weniger Seiten in Klarheit und Anmut auferstehen zu lassen, habe ich mich recht schnell auch in die metaphernreiche Ausdrucksweise verliebt. Denn recht schnell wir deutlich, dass das Buch weder plotgetrieben ist oder von den Charakteren lebt, viel mehr sind es Sprache und geistreiche Ideen, die den Motor der Geschichte am Laufen halten. Alex Capus fängt seine Leser:innen zunächst einmal mit prachtvollen Aufzählungen und Metaphern ein, bevor er anschliessen einen Kokon aus Ideen und Denkansätzen formt, in dem man sich zum Sinnieren niederlässt. Und so habe ich für mich selbst sehr viel aus dem Roman mitgenommen, vor allem im Hinblick auf Zeit und Leben.

    Insgesamt hat Alex Capus einen anspruchsvollen, aber nicht minder interessanten Roman erschaffen, der vor allem durch stilistischen und sprachlichen Wagemut glänzt.

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  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    AnnaMagareta, 18.07.2022

    Als Buch bewertet

    Von Basel nach Amerika

    Der Roman „Susanna“ des Autors Alex Capus beruht auf der Lebensgeschichte von Susanna Carolina Faesch, einer Bürgerrechtlerin und Künstlerin auf die der Autor von einem befreundeten Schriftsteller aufmerksam wurde und die leider viel zu sehr in Vergessenheit geraten ist. Mir war sie bis zu diesem Buch leider auch nicht bekannt.

    Die Handlung liegt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Susannes Familie war eine der ältesten und reichsten der Stadt. Nach der Scheidung ihrer Eltern, folgt sie mit ihrer Mutter dem zuvor in Basel im Exil lebenden deutschen Karl Valentiny nach New York. Damit beginnt ein ganz anders Leben für die idealistische und künstlerisch interessierte Susanna.

    Alex Capus versetzt seine Leser zeitlich zurück. Die Atmosphäre von Brooklyn wird ebenso greifbar wie die Stimmung in der Gesellschaft. Susannas Leben wird gut beschrieben. Sie ist eine Künstlerin, die heiratet, einen Sohn bekommt und sich scheiden lässt, da ihr Mann nicht mit ihrem fortschrittlichen Leben zurechtkommt. Die Rechte der Ureinwohner waren ihr ein grosses Anliegen, für das sie sich entsprechend engagiert hat.

    Man merkt, dass der Autor ausgiebig recherchiert hat und es ihm ein Anliegen war Susannas Leben anderen zugänglich zu machen. Die politischen und gesellschaftlichen Hintergründe sind gut um das Leben um Susannas eingebaut. Ich habe auch dieses Buch von Alex Capus gerne gelesen und bin schon gespannt womit er mich als nächstes überraschen und fesseln wird.

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  • 5 Sterne

    Hanne, 25.07.2022

    Als Buch bewertet

    Eine Frau geht ihren eigenen Weg - In Basel verbringt Susanna Faesch (geboren 1844 in Basel, gestorben 1921 in Brooklyn) ihre ersten Lebensjahre im Kreis ihrer Familie. Karl, ein Freund der Familie, der mehrere Jahre mit Susannas Vater in der Fremdenlegion gewesen ist, wohnt eine Weile bei der Familie Faesch.

    Nachdem Karl nach Amerika ausgewandert ist, beschliesst Susannas Mutter Maria, ihren Ehemann Lukas zu verlassen, weil sie sich stark zu Karl hingezogen fühlt. Mit ihrer Tochter Susanna folgt sie Karl nach Amerika.

    In Amerika heiratet Susanna. Als sie ein Kind von einem anderen Mann erwartet, verlässt sie ihr Mann. Susanna zieht ihren Sohn Christie allein gross.

    Als Christie dreizehn Jahre alt ist, macht Susanna sich mit ihm in einem Planwagen auf nach Dakota um Sitting Bull, den Anführer der Hunkpapa-Lakota-Sioux, zu treffen.

    Der Roman beschreibt die ungewöhnliche Geschichte einer mutigen Frau, die ihr Leben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nach gesellschaftlichen Regeln ausrichtet, sondern ihr Leben so gestaltet, wie sie es für richtig hält. Sie möchte von niemandem abhängig sein. Schon als Jugendliche hat die talentierte Susanna sich mit dem Zeichnen von Portraits Geld für ihren Lebensunterhalt verdient.

    Auf berührende Weise entsteht das Bild einer Frau, die konsequent nach ihren eigenen Vorstellungen lebt. Dem Roman liegen wahre Begebenheiten zugrunde.

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  • 5 Sterne

    Anni B., 01.08.2022

    Als Buch bewertet

    Umfassendes Bild

    Susanna Faesch, eine Porträtmalerin die mir bis zu diesem Buch vollkommen unbekannt war. Erzählt wird hier im Roman ihre Lebensgeschichte. Sie wohnte mit ihrer Familie in Basel, bis sie mit ihrer Mutter nach Amerika auswanderte. Dort lernte Susannas Mutter ihren zweiten Ehemann kennen.
    Susanna malte schon in früher Jahren, bevorzugt Porträts, und das auch sehr erfolgreich. Leben konnte sie davon allerdings nur eine begrenzte Zeit, da die Malerei von Portraits bald modernen Methoden weichen muss.
    Im weiteren Verlauf erfährt der Leser wie Susannas Leben weiter verlaufen ist. Nach einer nicht erfüllten Ehe und einem Seitensprung bekommt sie ihren Sohn Christoper.
    Dieser Zweig war für mich sehr interessant, da Christopher sich später für die indigene Bevölkerung interessiert und mit seiner Mutter dorthin reist, um mehr von deren Kultur und Geschichte zu erfahren. Susanna setzt sich für die Bevölkerung ein, doch wie wir wissen waren das zumeist leider recht aussichtslose Bemühungen.

    Der Autor hat anhand dieser Malerin einen sehr vielschichtigen und ausgreifenden Roman verfasst. Ich habe ihn sehr gelesen und bin der Meinung, dass er sehr zu empfehlen ist.

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  • 5 Sterne

    M. Falkenberg, 25.07.2022

    Als Buch bewertet

    Erzählt wird die Geschichte der Caroline Weldon, geb. Susanna Faesch, die als Kind aus dem beschaulichen, stockkonservativen Kleinbasel in der Schweiz in das New York des Jahres 1852 versetzt wird. Hier in Brooklyn entwickelt sich das künstlerisch begabte Mädchen zu einer selbstbewussten Frau, die ein ungewöhnlich selbstbestimmtes Leben führt, das in gewisser Weise seinen Höhepunkt findet in der Bekanntschaft mit Sitting Bull und ihrem Engagement für die National Indian Defense Association.
    Alex Capus hat wieder eine ausserordentliche historische Geschichte ausgegraben, die er flüssig und spannend erzählt. Man ahnt, dass die Quellenlage zuweilen recht dünn war, entsprechend gibt es teilweise ausführliche Schilderungen zum Beispiel zu historischen Fakten, aber auch grosse Sprünge. Und es gibt kaum Dialoge, was für mich so eine Erzählung immer glaubwürdiger macht. Ich hätte mir gewünscht, dass das Buch noch weitergeht, auch wenn die Geschichte der Susanna eher traurig endet. Aber es ist schön, dass wir ihr nun in diesem Buch begegnet konnten, und Alex Capus ist ein grossartiger Erzähler.

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  • 4 Sterne

    Herbstrose, 08.08.2022

    Als eBook bewertet

    Von Basel bis ans Lagerfeuer von Sitting Bull
    Susanna Faesch wächst Mitte des 19. Jhd. als 3. Kind einer angesehenen Familie in Basel auf. Als ihre Eltern sich scheiden lassen nimmt ihre Mutter sie mit nach New York, wohin sie dem Arzt Karl Valentiny, einem Freund ihres Mannes, folgt. Dieser wird Susannas Ersatzvater, ihre beiden älteren Brüder verbleiben in Basel beim Vater. Brooklyn, wo sie nun ihre Kindheit und Jugendzeit verbringt, wird sie für ihr weiteres Leben prägen. Schon früh beginnt Susanna Porträts zu malen und kann auch bald von dem Erlös leben. Sie heiratet einen Kollegen ihres Stiefvaters, hat eine kurze folgenreiche Affäre mit einem anderen Mann und wird daraufhin geschieden. Mit Hilfe ihrer Mutter zieht sie ihren Sohn Christie sehr liebevoll auf. Als dieser sich für die Geschichte der amerikanischen Ureinwohner interessiert, fährt sie mit ihm auf eine abenteuerliche Reise nach Dakota …
    Der Autor Alex Capus wurde 1961 in Frankreich als Sohn einer Schweizerin und eines Franzosen geboren. 1966 zog seine Mutter mit ihm in die Schweiz, wo er später an der Universität Basel Geschichte, Philosophie und Ethnologie studierte. Während und nach seinem Studium arbeitete er als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Schweizer Zeitungen. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Erzählband - Kurzgeschichten, historische Reportagen und Romane folgten, für die er einige Auszeichnungen erhielt. Mit seinem Roman „Léon und Louise“ war er 2011 für den Deutschen Buchpreis nominiert. Geschichtlich überlieferte Tatsachen recherchiert er sorgfältig und verknüpft diese gerne mit fiktiven Geschichten, die oft in der Schweiz spielen. Alex Capus ist verheiratet und Vater von fünf Söhnen, er lebt heute als freier Schriftsteller in Olten in der Schweiz.
    Wie oft bei Alex Capus liegt auch hier seinem Roman eine wahre Begebenheit zugrunde, und auch hier verbindet der Autor wieder geschichtlich überlieferte Gegebenheiten mit Erdachtem. Neben den wichtigsten Ereignissen aus dem Leben der Portrait-Malerin und Künstlerin Susanna Faesch (die in den USA als Bürgerrechtlerin Caroline Weldon bekannt ist), bekommen wir ein Sittenbild der schweizerischen Stadt Basel aus der Mitte des 19. Jahrhunderts geboten, erhalten Einblick in die damaligen Gepflogenheiten der französischen Fremdenlegion, erfahren mehr über New York wie es früher war und nehmen teil am Leben der amerikanischen Ureinwohner, der Indianer unter Sitting Bull. Wir sind dabei bei der Einführung der Glühbirne, feiern mit bei der Eröffnung der Brooklyn Bridge und erfahren, wie Susanna den ersten starren Fotographien farbiges Leben einhaucht. Der Schreibstil ist dabei sehr ansprechend, flüssig und erstaunlich lebendig. Ausdrucksstarke Landschaftsbeschreibungen bereichern die Geschichte und machen das Lesen zu einem kurzweiligen Vergnügen.
    Fazit: Ein lesenswertes Buch, das ich gerne weiter empfehle.

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  • 4 Sterne

    Meany, 31.07.2022

    Als Buch bewertet

    In der Sprache der Sioux kein Wort für "Abschied"

    Das neueste Werk meines Lieblingsautors Alex Capus: da habe ich ohne weitere Überlegung zugegriffen und mich sehr auf die Lektüre gefreut. Nachdem mir bereits das Exposé sehr zusagte, recherchierte ich ein bisschen und stiess auf den Film "Die Frau, die vorausgeht" mit Jessica Chastain und vor Allem auf die Romanbiografie "Die Zwischengängerin" von Thomas Brunnschweiler, über dessen 2021 veröffentlichtes Buch ich jedoch wenig finden konnte. Warum greift Alex Capus ein Jahr danach das gleiche Thema wieder auf? Diese Frage ist für mich weiterhin offen - auf jeden Fall werde ich mich in das Konkurrenzprodukt auch bei Gelegenheit hineinvertiefen.

    Eine bemerkenswerte Frau war Susanna Faesch alias Caroline Weldon allemal. Ihre Eigenwilligkeit tritt schon in der ersten Szene vor Augen, als sie sich mit aller ihr zur Verfügung stehenden kindlichen Gewalt gegen den Angst einflössenden Wilden Mann wehrt. Köstlich, wie sie später diese Beziehung ins Gute wenden kann. Kein Wunder bei einer Mutter, die ihren Mann und die Söhne verlässt, um sich in der Neuen Welt zusammen mit Susanna und einem neuen Partner eine völlig andere Existenz aufzubauen.

    Alle geschilderten Fakten beruhen auf Tatsachen, die Geschehnisse sind aber eingefärbt in diesen typischen unverwechselbaren Capus-Sound, der die dramatischsten Entwicklungen leichthin und beschwingt als völlig folgerichtig darstellt. Eigentlich ergibt sich eine Wendung aus der anderen, und durch ihr Talent, ihre Lebenskunst und charakterliche Stärke wirft Susanna nichts um, sie nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand, und alles was sie anpackt gelingt ihr auch.

    Flott und vergnüglich liest sich das in einem Rutsch weg, und trotzdem legte ich das Buch am Ende etwas irritiert zur Seite, denn mir fehlt der geschlossene Kreis, der geschürzte Knoten, besonders im Hinblick auf die Verlagsankündigung. Was ich als das zentrale Element vermutet hatte, nimmt im Gesamttext weniger als ein Drittel ein und endet nach einer kurzen Begegnung, die Potenzial zu interessanten weltanschaulichen Diskursen geboten hätte, sehr abrupt. Dem Wikipedia-Artikel entnehme ich, dass es im Anschluss an die Reise ins Reservat durchaus noch Berichtenswertes gegeben hätte, aber wohl nicht aus der Sicht von Alex Capus.

    Trotzdem habe ich die Lektüre genossen, denn diesem Autor gelingt es immer wieder, historische Fakten durch Ironie und gespiegelt in unseren modernen Augen sehr pointiert darzustellen, wie z.B. das Soldatenleben in der Fremdenlegion, der Bau der Brooklyn-Bridge und die Unbequemlichkeiten des Reisens gerade für eine Frau.

    Auf weitere Bücher des Verfassers werde ich mich auch weiterhin freuen, aber bisher unübertroffen sind für mich "Léon und Louise" und "Königskinder".

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  • 5 Sterne

    begine, 25.07.2022

    Als Buch bewertet

    Gelungenes Werk

    Der Schriftsteller Alex Capus konnte mich mit seinem Roman Susanna begeistern.
    Er zeichnet der Susanna Faesch eine faszinierendes Leben gegeben.
    Diese Wagemutige Frau gab es wirklich.Sie lebte von 1844 bis 1921und war ein Bürgerrechtlerin.
    Es gibt erst eine Geschichte von Susanna und dem wilden Mann. In Basel an.
    Dann zog sie mit ihrer Mutter nach Amerika und bekam einen Stiefvater.
    Als Carolina Weldon wurde sie Porträtmalerin.Sie malte auch Sitting Bull.

    Alex Capus lässt sie mit ihrem Sohn zu Sitting Bull reisen. Das ist eine interessante Episode.
    Tatsächlich beriet sie Sitting Bull eine längere Zeit und war seine Sprachrohr und Vertraute.

    So wie Alex Capus den Roman aufgezogen hat ist wunderbar gelungen.
    Er schreibt ein Stück aus der Weltgeschichte.

    Diesen Roman fand ich besonders gelungen und möchte ihn unbedingt weiterempfehlen.

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  • 5 Sterne

    Bibliothek, 15.08.2022

    Als Buch bewertet

    Alex Capus erzählt die Geschichte von Susanna, einer eigenwilligen und wagemutigen Frau, bekannt als Malerin Susanna Carolina Faesch, verheiratete Caroline Weldon.
    In seiner bekannten, literarischen und wundervollen Erzählweise erfahren wir den Lebensweg einer starken und eigenwilligen Persönlichkeit.

    Susanna, die in Basel aufwächst und dann mit ihrer Mutter nach Amerika auswandert, hat Talent für Kunst und Sprachen. Sie bildet sich in der Malerei weiter und wird hier eine erfolgreiche Portraitmalerin. Mit ihrem Sohn reist Susanna in das Dakota-Gebiet und warnt Sitting Bull vor der Kavallerie. Gleichzeitig malt sie ein Portrait von ihm, welches heute noch im Museum von North Dakota zu sehen ist.

    Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Alex Capus ist ein Meister der Erzählkunst. Es gelingt ihm ein wunderbares Buch, mit literarischem Anspruch.

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  • 4 Sterne

    Katharina G., 04.08.2022

    Als Buch bewertet

    [unbezahlte Werbung/ Rezensionsexemplar]

    "Die Lichterketten waren hübsch anzuschauen und die gotisch himmelwärts sterbenden Brückentürme ein eindrücklicher Anblick, das musste sie zugeben. Aber die Glühbirnen waren doch nur Glitterkram und Firlefanz. Sie machten die Nacht nicht wirklich zum Tag und würden Dr Menschheit keine Erleuchtung bringen, sondern verlängerten Arbeitstage bis tief in die Nacht hinein. Und auch die Brücke war keine Strasse in eine lichtere Zukunft. Ihr einziger Daseinszweck bestand darin, möglichst viele Arbeitssklaven frühmorgens in ihre Hamsterräder und abends zurück in ihre Schlafhölen zu verfrachten." S 198 f

    Alex Capus hat hier einen Roman über eine Frau und gleichzeitig über eine Zeit des Umbruchs geschrieben. Die Industrialisierung, das elektrische Licht und etliche Erfindungen verändern das Leben der Menschen enorm. Es wird komfortabler, allerdings nur für jene die es sich leisten können und die Armutsschäre scheint weiter auseinanderzuklaffen als jemals zuvor.

    Die einen Leben im Luxus während die Ureinwohner in den Shows von Buffalo Bill präsentiert werden wie Zirkusatraktionen.
    Susanna beginnt immer mehr Szenen aus dem Leben der Arbeiter zu malen und auf bitte ihres Sohnes malt sie auch ein Bild von Sitting Bull. Im Laufe der Handlung erfährt man immer mehr über das Schicksal der First Nations und wie sie missioniert und ins Reservat vertrieben wurden was in meinen Augen eine der grössten Verbrechen der amerikanischen Geschichte darstellt. Missionare verwirren die Ureinwohner, nehmen ihnen ihre Würde und ihre Rechte. Susanna beschliesst Sitting Bull vor der drohenden Katastrophe zu warnen und reist mit ihrem Sohn ins Land der Dakota.

    Mir hat der Roman gut gefallen und ich habe ihn fast in einem Zug durchgelesen. Der hauptkritikpunkt war für mich das Ende. Das kam für mich zu plötzlich und ich hätte mir einen runderen Abschluss gewünscht. Auch hatte ich gedacht das die Protagonistin früher in der Handlung schon auf Sitting Bull treffen wird. Die Begegnung der beiden war mir etwas zu wenig ausgeführt und zu kurz beschrieben. Ansonsten gefiel mir die Geschichte und auch der Schreibstil sehr gut.

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  • 4 Sterne

    gst, 25.07.2022

    Als Buch bewertet

    Lebendige Vergangenheit

    Susanna hatte „von frühester Jugend an sorgfältig darauf geachtet, immer frei und unabhängig zu bleiben und sich keinesfalls von Arbeitgebern, Ehemännern und anderen Schindern in Kettenhaft nehmen zu lassen.“ (Seite 216)

    Bisher war mir Susanna Faesch kein Begriff. Aber wir lesen ja, um etwas dazu zu lernen. Dank diesem Buch und Wikipedia weiss ich nun, dass sie aus der Schweiz stammt. Mitte des 19. Jahrhunderts wanderte sie mit ihrer vom Vater geschiedenen Mutter nach New York aus, wurde zur Malerin und lernte später Sitting Bull kennen.

    Alex Capus hat ihr mit seinem Buch ein Denkmal gesetzt. Doch das wurde mir erst relativ spät bewusst. Denn auf den ersten einhundert Seiten bekommt sie nur in drei von sieben Kapiteln eine tragende Rolle. Capus malt sie als resolutes Kind, das schon früh weiss, was es will. Anfangs empfand ich das als zu wenig, um einen näheren Bezug aufzubauen. Erst später stellte sich heraus, dass die Vorgeschichte zum Verständnis ihrer Situation eine wichtige Rolle spielt.

    Was das Buch trägt, sind vor allem die Beschreibungen der damaligen Zeit. Da erleben wir Leser die Eröffnung der Brooklyn Bridge mit und die Gefühle der Menschen, als der elektrische Strom ihr Leben erleichterte. Wir erfahren von den ersten stocksteifen Fotos und wie Susanna sie durch ihre farbenprächtige Porträtmalerei zum Leben erweckte. Interessant sind auch die damaligen Reisen per Schiff, Nachtexpress oder Planwagen.

    Alex Capus Stil erinnerte mich teilweise an einen mit den Augen zwinkernden Märchenerzähler. Eine ironische Heiterkeit schimmert an vielen Stellen durch und macht das Lesen zum Vergnügen.


    Fazit: Ein historisch geprägter Roman über eine Frau, die mehr Bekanntheit verdient hätte. Mich hat er neugierig auf mehr von ihr gemacht, so dass ich mir das Buch „Die Zwischengängerin“ von Thomas Brunnschweiler vorgemerkt habe.

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  • 4 Sterne

    leseratte1310, 29.07.2022

    Als Buch bewertet

    Der Name Caroline Weldon sagte mir nichts, obwohl ihr Bild von Sitting Bull so bekannt ist. Geboren wurde die Protagonistin als Susanne Faesch. Ihre Mutter wanderte später wegen eines anderen Mannes mit ihr nach Amerika aus. Während sich der Fortschritt in New York bemerkbar macht, kämpfen die Ureinwohner auf der anderen Seite des Kontinents um ihr Überleben. Susanna reist mit ihrem Sohn nach Dakota, um Sitting Bull vor drohender Gefahr zu warnen. Dort entsteht dann auch das bekannte Gemälde von Sitting Bull.
    Alex Capus konnte mich mit diesem Roman wieder einmal begeistern. Der Schreibstil des Autors ist einfach toll. Ich habe die Geschichte von Susanna gerne gelesen, obwohl es sehr viel auch um ihre Familie und ihr Umfeld ging.
    Susanne ist eine selbstbewusste Frau, die einen starken Willen hat. Den gibt sie dann auch an ihren Sohn weiter. Sie ist noch recht klein, als sie dem wilden Mann der in Basel aus dem ans Ufer kommt, ein Auge mit dem Finger aussticht. Das muss sie geprägt habe, genauso wie die Trennung ihrer Mutter Maria, die Mann und Söhne wegen eines anderen Mannes verlässt und ihm nach Amerika folgt. Ihre künstlerische Begabung hat Susanna schon früh erkannt und ihr Geld damit verdient. Sie ist fasziniert von den Ureinwohnern und das Erbe ihrer Mutter ermöglicht es ihr mit ihrem Sohn Christie nach Dakota zu reisen und Sitting Bull zu treffen. Zu Sitting Bull hatte sie eine ganze besondere Beziehung und so entstand auch das Gemälde. Sie ist eine interessante, aber nicht sonderlich sympathische Frau und doch kam ich ihr nicht nahe, da mir die Motivation für ihr Handeln nicht deutlich wurde.
    Ich fand es interessant in die Zeit damals einzutauchen und den technischen Fortschritt mitzuerleben. Mich hat das Buch gut unterhalten.

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  • 4 Sterne

    lectrice, 31.07.2022

    Als Buch bewertet

    Auf dem Cover des Buches sieht man ein altes Bild der Brooklynbridge, das uns direkt in die Zeit, in der das Buch spielt, katapultiert. Allerdings müssen wir uns ein wenig gedulden bis Susanna mit ihrer Mutter in New York ankommt. Zu Beginn des Buches ist sie noch ein kleines Mädchen und wir erfahren im Schnelldurchlauf die Biographie ihres Vaters bis zu seinem Tod, der jedoch zu dem Zeitpunkt noch weit entfernt ist. Die Mutter verlässt den Vater und die Stadt Basel, die so festhält an ihren jahrhundertealten Traditionen. In New York macht sie einen Neuanfang mit dem Hausgast aus Basel. Susanna beginnt schon früh mit Porträtzeichnungen, die sie anhand von Fotos erstellt. Wir erfahren nicht alles über ihr Leben, sondern nur einige Elemente. Die Begegnung mit Sitting Bull findet sich erst am Ende des Buches. Alex Capus Geschichte hat etwas von einem mäandernden Fluss, der sich immer mal wieder verzweigt und dessen Verzweigungen wir eine kurze Zeit folgen, um dann wieder zum Hauptstrom zurück zu kehren.

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  • 3 Sterne

    Lea R., 14.08.2022

    Als Buch bewertet

    "Susanna" von Alex Capus war ein sehr interessantes Buch, das Geschichte hautnah erzählt. Der Autor zeichnet das Leben von Susanna Faesch nach, von ihrer frühesten Kindheit an, bis kurz vor der Schlacht am Little Bighorn, kurz nachdem Susanna mit ihren Sohn Christie den Lakota-Führer Sitting Bull besuchte. Da ich moderne Romane über Indianer vor allem früher sehr gerne gelesen habe, war ich gespannt auf diese Geschichte, auch wenn ich von Susanna Faesch bisher noch nie etwas gehört hatte und ich die Schlacht am Little Bighorn zwar namentlich kannte, aber kaum Wissen darüber hatte. Grundsätzlich hat mir das Buch gut gefallen, es lies sich leicht lesen und vor allem die Perspektive fand ich total interessant zu lesen. Das Buch erzählt Geschichte hautnah, indem es Susannas Leben stringend wiedergibt und dem Leser das Gefühl gibt, alle Entwicklungen mitzuerleben, anstatt nur die erinnerungswürdigsten Momente wiederzugeben. Das gefiel mir sehr gut, weil es vieles greifbarer und verständlicher macht. Interessant fand ich auch, wie der Autor zwischendurch selbst das Wort ergriff, indem beispielsweise Sätze fielen wie "Es ist nicht überliefert, ob...". Dadurch wurde einem beim Lesen auch immer wieder bewusst, dass es sich hier in gewisser Weise auch um eine Biografie von Susanna Faesch handelt, bei der sicherlich viele Details nur vermutet sind, aber dadurch erhielt das Buch auch eine starke Authentizität.
    So weit so gut, mir gefiel also die Grundidee und auch die Umsetzung, jetzt komme ich zu den Abers: das Buch hat mich einfach nicht so richtig abgeholt. Ja, das Leben von Susanna Faesch war schon spannend und vor allem beim Nachdenken über das Buch nach dem Lesen fand ich es dann interessant, aber während des Lesens hat mich die Geschichte immer wieder nicht mitgenommen. Vieles wurde zu detailliert erzählt, das eigentlich Spannende (die Verbindung zu den Lakota) kam sehr kurz. Ich fand das Buch immer wieder langatmig und musste mich zum Weiterlesen aufraffen und habe mich auch immer wieder gefragt, was im Moment gerade eigentlich interessant an dieser Geschichte ist, was der Mehrwert von diesem Buch ist. Und das ist wohl auch der Nachteil an der Erzählperspektive, denn da die Geschichte so geschildert wird, wie Susanna sie wohl erlebt haben könnte, passiert eben auch nicht eine spannende Sache nach der anderen.
    Ich konnte mich wohl einfach nicht so gut auf die Geschichte einlassen und hätte mir vielleicht auch mehr Zeit für das Buch nehmen müssen. Wer das kann, hat hier sicherlich ein paar schöne Lesestunden, für meinen Teil konnte mich das Buch nicht so richtig überzeugen.

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  • 3 Sterne

    Cosmea, 03.08.2022

    Als Buch bewertet

    Die Geschichte der Susanna Faesch
    In seinem neuen Roman “Susanna“ erzählt Alex Capus die Geschichte der Familie Faesch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Lukas und Maria Faesch leben in der Nähe von Basel. Nach den Söhnen wird Jahre nach der zweiten fünfjährigen Verpflichtung des Vaters in der Fremdenlegion die kleine Susanna geboren. Als sich Maria ein paar Jahre später in den deutschen Arzt Karl Valentiny verliebt, der für einige Monate bei ihnen gelebt hatte, trennt sie sich von ihrem Mann. Sie lässt ihre Söhne bei ihrem Mann zurück und folgt Valentiny in die USA, wo sie später heiraten. Susanna wächst in Brooklyn auf. Ihre Begabung für Porträtmalerei zeigt sich schon, als sie noch ein junges Mädchen ist. Sie wird viele Jahre lang ihren Lebensunterhalt mit den Porträts bestreiten, da die Fotografie noch nicht so weit entwickelt ist. Susanna heiratet einen Schweizer Arzt, einen Bekannten ihres Stiefvaters. Das Paar trennt sich, nachdem Susanna ein Kind von einem anderen Mann bekommen hat. Ihren Sohn Christie zieht sie zusammen mit ihrer Mutter auf. Mit Christie wird sie in den Westen reisen, um Sitting Bull zu treffen, der ein paar Jahre vorher General Custer vernichtend geschlagen hatte. Sie will ihn vor den sich nähernden Soldaten warnen und malt sein Porträt.
    “Susanna“ ist das Porträt einer starken Frau, die es wirklich gegeben hat. Der Autor zeigt sie vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund, zu dem der Bau der Brooklyn Bridge, die Erfindung der Glühbirne durch Thomas Edison, die Nutzung von Elektrizität im privaten und öffentlichen Raum, vor allem aber der Umgang der Weissen mit den Ureinwohnern gehören. Sie verlieren ihr Leben und den grössten Teil ihres Landes und mit den riesigen, von den Weissen ausgerotteten Büffelherden auch ihre Existenzgrundlage.
    Capus erzählt mit wechselnden Perspektiven vor allem eine Familiengeschichte um die lange Zeit vergessene Malerin Susanna Faesch, ohne auf ihre jahrelangen Aktivitäten als Kämpferin für die Rechte der indigenen Völker einzugehen. Auch den traurigen Schluss der Geschichte, dass Susanna Sitting Bull nicht retten kann und es zu weiteren blutigen Massakern kommt, lässt der Autor weg. Insgesamt hat mich das Buch etwas enttäuscht. Kein späterer Roman hat mir im Übrigen so gut gefallen wie “Leon und Louise“.

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  • 3 Sterne

    Klaraelisa, 06.08.2022

    Als Buch bewertet

    Eine fast vergessene Malerin
    In seinem neuen Roman erzählt Alex Capus Episoden aus dem Leben der bis vor kurzem fast vergessenen Porträtmalerin Susanna Faesch. Die Geschichte spielt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Susanna lebt mit ihrer Familie zunächst in Basel. Nach der Scheidung der Eltern emigriert ihre Mutter Maria mit der kleinen Tochter Susanna in die USA, wo sie später den deutschen Arzt Karl Valentiny heiratet. Valentiny war ein Freund ihres Ex-Mannes Lukas aus der Zeit in der Fremdenlegion und hatte einige Monate bei Familie Faesch Zuflucht gefunden. Die Familie lebt in Brooklyn. Schon als junges Mädchen ist Susanna eine begabte Porträtmalerin und wird viele Jahre von den Einkünften aus der Malerei leben. Später wird die Nachfrage gemalten Porträts wegen der Fortentwicklung der Fotografie nachlassen. Susanna heiratet früh einen Bekannten ihres Stiefvaters. Die kinderlose Ehe scheitert, als Susanna eine Beziehung mit einem anderen Mann eingeht und den Sohn Christopher bekommt. Mutter Maria hilft ihr, den heiss geliebten Enkel Christie aufzuziehen. Christie interessiert sich als Heranwachsender sehr für die Geschichte und Kultur der Ureinwohner. Auf seinen Wunsch reisen Mutter und Sohn in die Reservate im Westen. Es ist die Zeit der Indianerkriege, als die indigenen Stämme durch Massaker dezimiert und die Bisons von den Weissen ausgerottet werden. Susanna und ihr Sohn treffen Sitting Bull, und sie malt ein Porträt, das heute noch in einem Museum zu besichtigen ist. Susanna warnt den Indianerhäuptling vor der drohenden Gefahr durch weisse Soldaten, aber sie wird ihn nicht retten können, wie die Geschichte zeigt, nicht aber der Roman selbst. Dieser endet ziemlich abrupt und berichtet nicht über Susannas Zeit als Aktivistin im Kampf für die Rechte der Ureinwohner.
    Der Roman erzählt aus wechselnden Perspektiven Phasen aus Susannas Leben vor dem zeitgeschichtlichen Hintergrund. Dabei kommen Schweizer Brauchtum – der Auftritt des „Wilden Mannes“ in Basel – ebenso zur Sprache wie wichtige Erfindungen der Zeit: die Glühbirne, die Nutzung von Elektrizität und ausserdem der sensationelle Bau der Brooklyn Bridge, die Brooklyn mit Manhattan verbindet. Das Buch liest sich nicht schlecht, aber es hat mich nicht wirklich begeistert.

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