Rob Cohen

Nach 30 Jahren im Filmgeschäft erlebte Regisseur und Produzent Rob Cohen mit 53 Jahren 2001/2002 mit der Revitalisierung zweier Genres seinen späten Durchbruch: Das bei den MTV Awards 2002 mehrfach ausgezeichnete PS-Pandämonium "The Fast and the Furious", eine hinreissende Stunt- und Actionballade um illegale Strassenrennen, machte aus Hauptdarsteller Vin Diesel einen Star; der Agentenfilm "xXx - Triple X", wieder mit Vin Diesel als Extremsportler und Agent wider Willen, sorgte als krachender Actionhit, dynamischer Comicstrip und anabole Bond-Parodie für Aufsehen.

Cohen lässt sich keiner Richtung, keinem Produzenten und keinem Genre zuordnen, vielmehr produzierte und inszenierte er, technisch immer auf der Höhe der Zeit, originelle Genrefilme und Dramen wie "Daylight", einen Katastrophenfilm mit Sylvester Stallone, der fast ausschliesslich in einem Tunnel unter dem Hudson River spielt, "The Skulls", einen Polit-Thriller um Geheimbünde an US-Universitäten mit Paul Walker aus "The Fast and the Furious" in seiner ersten Hauptrolle, und den Fantasy-Film-Spass "Dragonheart", der an die Mittelalterparodien der Monty Pythons erinnert und in dem der Drache im Original von Sean Connery gesprochen wird.

Cohen wurde in Cornwall-on-Hudson geboren, studierte in Harvard, wo er in Anthropologie abschloss, und arbeitete in Los Angeles für die International Famous Agency, für die er Drehbücher bewertete. Seine berühmteste Entdeckung: das Skript zu dem Welthit "Der Clou". Als TV-Regisseur für 20th Century Fox Television und Executive Vice President war er u.a. für das Musical "The Wiz" und das Melodram "Mahagony" (beide mit Sängerin Diana Ross) verantwortlich. Nachdem er für das Label Motown Discofilme und Blaxploitation-Parodien ("Thank God It's Friday", "Bingo Long") produziert hatte, gründete Cohen 1978 seine eigene Firma, die u.a. "Die Hexen von Eastwick" (mit Jack Nicholson als Teufel in den Fängen von Cher, Susan Sarandon und Michelle Pfeiffer), das Science-Fiction-Drama "Running Man" (mit Arnold Schwarzenegger im "Millionenspiel"), den Actioner "Ein Vogel auf dem Drahtseil" (mit Mel Gibson und Goldie Hawn) und die Komödie "Auf die harte Tour" (mit Michael J. Fox) verantwortete.

Cohens erste Eigeninszenierungen (die Liebesromanze "A Small Circle of Friends", das Biopic "Dragon: Die Bruce Lee Story") blieben relativ unbeachtet, bis er mit "Dragonheart", der die ungewöhnliche Freundschaft zwischen einem Ritter (Dennis Quaid) und einem Drachen schildert, wieder Anschluss fand. In den Zwischenzeiten hatte Cohen TV-Filme produziert und inszeniert, das bekannteste wurde "The Rat Pack" für HBO, das elf Emmy-Award-Nominierungen erhielt und drei der Preise gewann. "The Rat Pack" erzählt die Story der Entertainer Frank Sinatra (Ray Liotta), Dean Martin (Joe Mantegna) und Sammy Davis, Jr. (Don Cheadle) und ihrer beruflichen und vor allem privaten Eskapaden in Las Vegas.

Cohen, der das Sequel zu "xXx" ("xXx 2" mit Ice Cube) nur noch mitproduzierte, präsentierte 2005 mit "Stealth - Unter dem Radar" einen High-Tech-Actioner mit spektakulären Effekten, dessen eigentlicher Star ein unbemannter Tarnkappenbomber ist, der reden, lernen und am Ende auch fühlen kann. Fraglich ist jedoch, ob auch für ihn Cohens Credo gilt: "Nicht zuletzt mache ich Filme über Aussenseiter, die per definitionem cool sind...Coolness kann sich in vielen Formen äussern, dennoch gibt es zwischen den verschiedenen Epochen auch Gemeinsamkeiten: ein unerschütterlicher Glaube an sich selbst, eine gewisse Art der Verletzlichkeit und Menschlichkeit, eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit anderen."

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