Ida, 10 Audio-CDs, Katharina Adler

Ida, 10 Audio-CDs

Ungekürzte Ausgabe, Lesung. 780 Min.

Katharina Adler

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Freuds unerhörte Patientin
Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der "petite hystérie", die es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden. Für Katharina Adler war die...

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  • 5 Sterne

    Marlene S., 13.09.2018

    Dieses Hörbuch "Ida", nach einem Roman von Katharina Adler, ist ein biographischer Roman ganz nach meinem Geschmack. Das Leben ihrer Urgrossmutter diente der Autorin als Grundlage. Ganz sicher gab es in der Biographie von Ida Leerstellen, die von der Autorin mit viel Einfühlungsvermögen und Phantasie aufgefüllt wurden. So könnte das Leben, die Empfindungen Idas wohl gewesen sein.

    Erzählt wird die Lebensgeschichte Idas vom Ende her. Nach ihrer gelungenen Flucht aus Österreich, über Paris und Casablanca kommt Ida in den USA an - ist endlich in Sicherheit. Doch wie eine glückliche Gerettete gibt sie sich nicht. Ida stellt Ansprüche an ihren Sohn Kurt, den Dirigenten, und behandelt dessen Ehefrau schroff. Im Grunde erwartet der Leser eine dankbare und grossmütige Haltung, da ihr Sohn alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, seiner Mutter die Ausreise aus Österreich und die Einreise in die USA zu ermöglichen. Doch das ist nicht Idas Art. Sie begehrt auf, wie sie seit ihrem 15. Lebensjahr immer im Leben aufbegehrt hat.

    Geboren gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in eine wohlhabende, jüdische Familie, wird sie ganz im Sinne der damaligen Zeit erzogen. Es war die Zeit der Doppelmoral. Die Männer - in diesem Fall Idas Vater - tobte sich vor der Ehe aus, infizierte sich mit einer Geschlechtskrankheit und gab diese nach der Eheschliessung ohne Skrupel an seine Ehefrau weiter. Männer wurden zu Lebemännern, durften alles und von den Frauen wurde selbstverständlich erwartet, dies zu erdulden. Es wurde entschieden, Dienstmädchen konnten nicht zur Pflege des Familienoberhauptes herangezogen werden, da man ihnen so etwas nicht zumuten durfte. Also muss Ida im Alter von 8 Jahren die Pflege des Vaters übernehmen. Wie schrecklich! Er nennt sie liebevoll "mein Äuglein". Da fragt man sich doch glatt, was hat sich die Mutter, hat sich der Vater nur dabei gedacht, ihrer Tochter so etwas wie die Pflege des geschlechtskranken Vaters zu übertragen? Und da wundert man sich, wenn diese Tochter später kleine Hysterien hat!

    Ida lebt ansonsten das Leben einer höheren Tochter, bekommt eine entsprechende Ausbildung in mehreren Sprachen, was sich später als Glücksfall entpuppt. Bereits im frühen Alter erleidet sie sexuelle Übergriffe, auf die Karin Adler aber seltsamerweise nicht genau eingeht. Als Ida ihrem Vater davon berichtet, bezichtigt er sie, alles erfunden zu haben, glaubt dem lüsternen Mann mehr als der eigenen Tochter. Welch eine Schmach für Ida. Der Vater brachte sie zur Therapie zu Dr. Freud, der ihm selbst einmal sehr geholfen hatte. Die Psychoanalyse steckt noch in den Kinderschuhen. Bekannt wird dieser Fall von Sigmund Freud als Fall Dora und ging in die Geschichte der Psychotherapie ein.

    Von der Ida, die in einem wohlhabenden Haushalt aufwuchs, später als Ehefrau einen Salon führte, in dem nichts zu kostspielig war, Geld kaum eine Rolle spielte und den Gästen jeder Wunsch an den Augen abgelesen wurde, bis zu der Ida, die in den USA in einer Taschenfabrik Lederstücke zuschnitt um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren, liegt ein weiter und steiniger Weg.

    Der Autorin ist es sehr gut gelungen, diesen sozialen Abstieg von Ida dem Leser nahe zu bringen. Andere Frauen wären an den ganzen Herausforderungen gescheitert - doch nicht Ida. Ich stelle sie mir als hoch aufgerichtete Frau mit aufrechtem Rückgrad vor. Diese Körperhaltung spiegelt für mich die Persönlichkeit wider. Immer Haltung bewahren.

    Als die Nazis auch in Österreich die Oberhand gewinnen ist es für Ida Zeit, ihr geliebtes Wien zu verlassen. Durch Freunde ihres politisch aktiven Bruders kommt sie nach Paris. Doch wie bei so vielen Menschen in der damaligen Zeit überwiegt auch bei ihr die Meinung, dass es schon nicht so schlimm kommen wird. Im letzten Moment kann sie noch Paris verlassen und kommt auf vielen Umwegen endlich in den USA an. Dieser Teil von Idas Leben beschrieb die Autorin so mitreissend, dass ich Zeit und Raum vergass und völlig in dem Hörbuch versank.

    Karin Adler schrieb mit diesem Roman über das Leben ihrer Urgrossmutter nicht nur ein biographisches Buch, sondern vermittelt dem Leser/Hörer ein Stück Zeitgeschichte. Es ist, als schlüpfte man in das Leben von Ida, empfindet ihre Freuden, ihre Schmach als sie sich verraten fühlt, ihre Angst, als Jüdin vom Tode bedroht zu sein und dann diese schreckliche Flucht, die ihr alles abverlangt, zeitweise auch ihre Gesundheit. Und endlich das Ankommen im sicheren Land.

    Doch das Tüpfelchen auf dem i dieses Buches ist die Sprecherin mit ihrem Wiener Schmäh in der Stimme. Ein Glücksgriff, auch wenn man sich anfangs beim Hören etwas schwer tut. All das zusammen ergibt ein grosses Ganzes und ist mir 5 Sterne wert.

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    janein
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