Gelateria Paradiso (eBook / ePub)

Roman

Stefanie Gerstenberger

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Venezien, 1964: Der junge Italiener Lucio macht sich auf den weiten Weg nach Deutschland. Fern der Heimat verwirklicht er sich seinen Traum: eine eigene Eisdiele. Und schon bald findet er auch die Liebe in der kalten Fremde. Doch in Italien wartet...

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  • 5 Sterne

    Elke S., 14.04.2019

    Als Buch bewertet

    Noch fünf Sterne für den italienischen Gastarbeiter, seine zwei Töchter und Gelato

    Susanne, die sich ihr Leben mit einer Tischlerei und dem Restaurieren von alten Möbeln verdient, macht sich voller Zuversicht auf ins Bergische Land. Die Einrichtung einer Eisdiele aus den Siebzigern, die verkauft werden soll, könnte der Glücksgriff schlechthin sein. Gemeinsam mit Lennart, auf den sie an diesem Tag aufpassen muss, macht sie sich auf den Weg und steht wenig später schon der gutaussehenden Francesca gegenüber, der nichts lästiger als der Verkauf zu sein scheint. Während die beiden Frauen die Möbel begutachten und über den Preis verhandeln, findet Lennart ein Bild. „Das bist du! Aber du bist ein komischer Mann mit komischen Haaren.“, sind seine Worte und die Ähnlichkeit ist frappierend. Hat Susanne, die schon lange auf der Suche nach ihren leiblichen Eltern ist, endlich ihren Vater gefunden? Francesca, die schon Gestik und Mimik von Susanna an den Vater, den sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen, erinnert hat, sieht sofort ihr Erbe in Gefahr, und setzt Susanne kurzerhand vor die Tür. Aber so schnell gibt Susanna nicht auf, ist doch jetzt die Familie, nach der sie sich so lange gesehnt hat, in greifbarer Nähe. Wenig später sind beide Frauen auf dem Weg nach Italien, die eine um ihren Vater kennenzulernen, die andere um das ihr zustehende Erbe, das sie aufgrund ihrer Schulden dringend braucht, noch schnell abzugreifen, bevor es ihr diese dahergelaufene Susanna streitig machen könnte.

    Als Leser darf man die beiden Schwestern, nachdem man von ihren Lebensumständen und auch ein wenig von ihrer beider trauriger Kindheit erfahren hat, nach Italien begleiten, dort den Vater und die restliche Familie kennenlernen und so erfahren, wie die beiden zu Halbschwestern geworden sind. Man erfährt, warum die eine zur Adoption freigegeben wurde, und die andere beschlossen hat, ihre Eltern einfach sterben zu lassen.

    „Die Deutschen gaben ihren Geld, obwohl sie noch gar nichts für sie gemacht hatten!...Während Lucio die erste Bratwurst seines Leben bestellte. Sie schmeckte köstlich. Gut gefütterte Schweine haben sie demnach hier in diesem kalten, kaputten Land.“ Wirklich ausgesprochen gut hat mir der Erzählstrang gefallen, der von 1960 an vom jungen Lucio berichtet, der seine Heimat Venezien verlässt, um für die Familie als italienischer Gastarbeiter Geld zu verdienen und dann seinen Traum von der eigenen Gelateria Paradiso verwirklicht. Man erhält nicht nur einen tollen Einblick in das harte Los der Gastarbeiter, sondern der Rückblick ging mir durch die emotionalen Schilderungen, wie er zu den zwei Töchtern kam, auch sehr zu Herzen.

    Der flüssige Schreibstil der Autorin liest sich locker, leicht und ich hatte wirklich gute, zunehmend auch fesselndere und berührende Unterhaltung mit Gelateria Paradiso. „Fare scioccherzze hiess auf Deutsch wirklich: Quatsch machen.“ Gut gefallen hat mir, dass immer wieder ein italienischer Ausspruch und Szenen, die die Gastfreundschaft und das gute italienische Essen, das in la famiglia so bedeutend ist, gelungen zum Ausdruck bringen, für tolles Italienfeeling sorgen. Der Autorin nimmt einen mit auf die Reise und ich konnte mir alle Szenen bildlich ausmalen. Sie hat mich auch emotional mitnehmen können, obwohl mir Francesca so gar nicht sympathisch war mit ihrer Geldgier und ihren Lügengebäuden, die sie spinnt. In sie konnte ich mich einfach nur schwer bzw. kaum hineinversetzen, aber ein jeder verarbeitet Kindheitstraumas eben anders. „Euch war die Arbeit damals wichtiger als ich, mir ist das Geld jetzt wichtiger als alles andere.“ Aber auch eiskalte Worte, derer sie unendlich viele zu haben scheint und die mir oft einen Stich versetzt haben, können ja bewegen und vor allem Wut erzeugen. Zudem habe mit Simone regelrecht mitgefiebert und mich mit ihr gefreut. „Du stinkst. Aber ich mag dich.“, für „Schpetziale“ viel Vergnügen hat bei mir Lennart, mit seiner offen, ehrlichen Art gesorgt.

    „… von dem fiesen Wesen, das in mir schlummert von meinen kindlichen Verhalten, von meinem Selbstmitleid und meiner Arroganz.“ Diese Worte beschreiben meines Erachtens nach Francesca ziemlich perfekt. Sie hat viele Ecken und Kanten, die sie nicht sympathisch machen, aber das muss mir in einem Roman auch nicht ein jeder sein. Toll fand ich Katja, ihre Freundin, die ihr deutlich sagt, was sie von ihrem Verhalten hält und mir dabei ganz oft aus der Seele gesprochen hat. Ehemann Tim ist sicher ein Glücksgriff, den sie meiner Meinung nach nicht genug schätzt. Susanne hingegen war mir von Anfang an super sympathisch, vor allem weil sie sich auch so toll um den 35-jährigen Lennart, mein persönliches Highlight unter den Nebenrollen, kümmert, der auf dem Stand eines Dreijährigen ist. Auch wenn sie in ihrer Kindheit, die sie bei Adoptiveltern verbracht, keinerlei Liebe und viele Demütigungen erfahren hat, hat sie sich ein liebevolles Wesen erhalten und kann auch Herzenswärme weitergeben. Erwähnen möchte ich auch noch den anfänglich stinkenden Dario, der mit Lennart in Italien so viele Spässchen macht. Francesco ist authentisch gezeichnet und hat mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Was hat der anständige, mit doch zunehmend sympathische Mann nur verbrochen, dass seine Francesca so gar nichts mehr von ihm wissen will, war die Frage, die mich während dem Lesen bei ihm gefesselt hat.

    Alles in allem eine Familiengeschichte, die bewegend nach Italien und zurück in die Zeit der italienischen Gastarbeiter in Deutschland und die ersten Eisdielen dort entführt. Auch wenn ich mit Francesca weniger anfangen konnte, sind fünf Sterne für mich hier noch drin.

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    janein
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