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Die Kräuterhändlerin / Ullstein eBooks (ePub)

Historischer Roman
 
 
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Eine starke Frau und eine Geschichte für alle Sinne
1230: Die junge Adelige Leni steht kurz vor ihrer Hochzeit, als die Burg ihres Vaters in der Nähe des Klosters Zwettl überfallen wird. Dabei gerät Leni in die Fänge des brutalen Hadmar von Kuenring. Mit...
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Kommentare zu "Die Kräuterhändlerin / Ullstein eBooks"
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  • 5 Sterne

    57 von 70 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Ascora, 11.05.2020

    Als eBook bewertet

    Kräuter und Gewürze

    Der Klappentext: „1230: Die junge Adelige Leni steht kurz vor ihrer Hochzeit, als die Burg ihres Vaters in der Nähe des Klosters Zwettl überfallen wird. Dabei gerät Leni in die Fänge des brutalen Hademar von Kuenring. Mit letzter Kraft kann sie sich schliesslich in den Wald retten. Doch hier muss sie feststellen, dass sie ein Kind von Hademar erwartet. Leni findet Unterschlupf bei einer Kräuterfrau und bringt ihren Sohn Jakob zur Welt. Fortan leben die beiden verborgen im Schutz des Waldes, bis Leni eines Tages einen verletzten jungen Mann findet. Damian kommt aus Genua und handelt mit Gewürzen aus dem Orient. Während Leni ihn gesundpflegt, kommen die beiden sich näher, und gemeinsam entwickeln sie einen günstigen Pfefferersatz, der grossen Absatz findet. Lenis Glück scheint zum Greifen nah, doch dann wird ihr Sohn von Hademar entführt…“
    Zum Inhalt: Österreich im 13. Jahrhundert. Nach einem Überfall auf die väterliche Burg ist nichts in Lenis Leben wie zuvor. Heimat- und vaterlos flüchtet sie sich in den Wald und muss auch noch feststellen, dass sie durch eine Vergewaltigung schwanger ist. Trotzdem verliert sie nicht ihren Mut und ihren Lebenswillen. Sie schafft sich ein neues Leben und rettet dem italienischen Gewürzhändler Damian das Leben, durch ihn findet sie die Liebe und eine neue Chance im Leben. Doch die Schatten der Vergangenheit holen sie ein.
    Der Stil: Die Autorin Beate Maly hat einen sehr angenehmen und leicht lesbaren Schreibstil, und sie schafft es auf interessante und anregende Art und Weise historische Fakten mit einer fesselnden Handlung zu einem Roman zu verknüpfen. Alle ihre Charaktere, ob nun fiktiv oder historisch, sind real und authentisch beschrieben und verleihen der Geschichte eine Lebendigkeit und eine Lebhaftigkeit. Im Nachwort verrät die Autorin ja auch, dass ihre Geschichte einen gewissen wahren Hintergrund hat – in meinen Augen ein Pluspunkt. Dieser Roman nimmt den Leser auf eine interessante Zeitreise ins Mittelalter mit und bringt ihm zugleich einiges über die Kräuterkunde näher.

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  • 5 Sterne

    32 von 49 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Zauberberggast, 11.03.2020

    Als Buch bewertet

    Glaubwürdige Geschichte

    Mit "Die Kräuterhändlerin" hat Beate Maly wieder mal einen tollen historischen Roman vorgelegt, der sich unglaublich gut “weglesen” lässt. An ihren Büchern schätze ich sehr, dass sie in einer wunderbaren Prosa verfasst sind, in der kein Wort zu viel oder zu wenig ist. Ein Satz folgt vollkommen natürlich auf den nächsten. Hier ist nichts gekünstelt, hier wirkt nichts erzwungen oder sprachlich artifiziell. Die Worte fliessen so dahin und der Leser fügt sich völlig in diesen Fluss mit ein.

    Diesmal entführt uns Beate Maly in die Welt des österreichischen Hochmittelalters. Die junge Adelige Leona von Rauheneck, genannt Leni, wird Opfer einer Intrige und eines Überfalls gegen ihre Familie. Die Burg ihres Vaters wird vom greulichen Raubritter Hadmar von Kuenring annektiert, der sich auch an Leni vergreift. Ohne Rückhalt und auf sich allein gestellt, flieht Leni in die Wälder. Dort bietet ihr die ausgestossene Kräuterfrau und Heilkundige Mara Zuflucht. Sie hilft ihr, ihren Sohn, Hadmars Kind, aufzuziehen. Jahre später lernt Leni den Genueser Gewürzhändler Damian kennen und erfährt zum ersten Mal in ihrem Leben einen Hauch von purem Glück. Leider ziehen bereits dunkle Wolken am Horizont auf, denn Hadmar hat keinen legitimen Erben...

    Leona ist eine tolle, sympathische Protagonistin, mit der man mitfühlt und mitleidet. Man wünscht ihr einfach alles Glück der Welt und zuckt jedesmal zusammen, wenn ihr das Schicksal wieder mal übel mitgespielt hat. Durch Mara bekommen wir Einblick in das Leben einer Frau, die im Mittelalter als Aussätzige behandelt wurde, weil sie über medizinisches Wissen verfügte, gegen das die Kirche wetterte. Das Paradoxe an der Situation: Inoffiziell suchen die meisten Kranken die Kräuterfrau auf und ihnen wird geholfen. Schön finde ich auch, dass in der Darstellung ihres Lebens im Einklang mit der Natur die heidnischen Bräuche “entkriminalisiert” und als vom Jahreszyklus vorgegebene, natürliche Feste gefeiert werden.
    Auch Damian gefällt mir total gut - kein Kunststück, ist er doch die einzige durchweg positiv gezeichnete (erwachsene) männliche Figur des Romans. Er ist sanftmütig, tier- und kinderlieb, hat aber auch eine zweifelnde, rationale und witzige Seite. Er ist aufgeklärt und gebildet, unter anderem prangert er die zweifelhaften Praktiken der Kirche wie z.B. den Ablasshandel an. Er ist eben kein Schwarzweiss-Charakter, sondern ein real wirkender Mensch mit differenzierten, modernen Gedanken.

    Beate Maly hat ihre Geschichte an der Realhistorie angelehnt, wie sie im Nachwort schreibt. Das Geschlecht der Kuenringer (die “Hunde von Kuenring”) gab es tatsächlich. Sie waren im 13. Jahrhundert die mächtigsten Adeligen im jungen Herzogtum Österreich. Die Burg Aggstein, die auch im Roman ihr Hauptsitz ist, war es auch in Wirklichkeit. Auch eine Burgruine Lichtenfels gibt es im niederösterreichischen Waldviertel. Die wenigen Quellen legen dar, dass ihre Bewohner, die Rauhenecks, auf unerklärliche Weise verschwanden. Dass Beate Malys Geschichte demnach einen “wahren Kern” hat, gefällt mir besonders.

    Mit "Die Kräuterhändlerin" ist Beate Maly mal wieder ein in sich perfekter historischer Wohlfühlroman gelungen, der keine Leserwünsche offen lässt - ausser vielleicht den nach ihrem nächsten Buch.

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