Rattenfängerin

Roman

Claudia Weiss

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Hamburg im Jahr 1713, während des Nordischen Krieges: Flüchtlingselend, Hungersnot und schwarzer Tod brechen über die Menschen herein. Unter dem Vorwand, das Umland vor der Seuche zu schützen, haben die Kriegsparteien die Stadt vollkommen...

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Kommentare zu "Rattenfängerin"

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  • 4 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Diana J., 20.03.2016

    Wie bereits bei den Vorgängerbänden, bin ich auch hier wieder von der Geschichte und den darin verwobenen historischen Ereignissen stark beeindruckt.

    Geschickt versteht es die Autorin, dem Leser noch ein bisschen Geschichtsunterricht unterzujubeln, was mitunter auch ganz schön anstrengend sein kann. Kaum hat man sich mit dem Hauptstrang beschäftigt und die Protagonisten zugeordnet, erwartet den Leser Seitenlänge historische Ereignisse und Details, die jedoch nie langweilig wirken, nur den Lesefluss beim Hauptstrang etwas einbremsen.

    Da ich Wrangel und Gattin bereits aus den Vorgängerbänden kenne, waren sie mir vertraut und ich konnte mich sofort wieder in deren Handlungen einfinden. Die Örtlichkeiten waren so detailliert beschrieben, so dass ich mir alles genau vorstellen konnte, ja teilweise fast schon selbst den Brandgeruch wahrgenommen habe.

    - Fazit -

    Das Buch ist zwar eigenständig zu lesen, um aber die Handlungen der Protagonisten noch besser verstehen zu können, empfehle ich, die Vorgängerbänden zu lesen. Historisch interessierte Leser und Hamburg Kenner werden bei diesem Buch voll auf ihre Kosten kommen.

    Allein wegen der vielen eingeworfenen historischen Details und Ereignisse, ziehe ich einen Punkt ab und vergebe 4 Sterne.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 5 Sterne

    1 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    E. K., 28.03.2016

    „...Ein guter Vergleich ist der, der auf die Mitte zielt, General...“

    Wir schreiben das Jahr 1713. Im Festsaal des Hauses von Graf Vellingk haben sich die Honoratioren der Stadt Hamburg versammelt. Die Schweden stehen vor den Toren. Für Hamburg aber ist die Entscheidung gefallen. Die Stadt hat sich freigekauft. Dafür wird die dänische Stadt Altona niedergebrannt.
    Im Hause des Anwalts Hinrich Wrangel denkt seine Frau Ruth darüber nach, wie sie den Flüchtlingen helfen kann. Bei ihrer Hilfsaktion lernt sie die hochschwangere Eva Brachfeld kennen.aus dem brennenden Altona aber fliehen nicht nur die Menschen, sondern auch die Ratten. Und diese lassen sich von den geschlossenen Hamburger Stadttoren nicht aufhalten.
    Die Autorin hat einen spannenden historischen Roman geschrieben. Den Handlungsrahmen bilden der Nordische Krieg und die Pest in Hamburg.
    Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen: Eva Brachfeld und Ruth Wrangel. Eva, die den Pietisten angehört, möchte Kindern helfen und macht sich dabei schuldig. Ruth ist Herrin über Haus und Hof. Hinrich lässt ihr in ihrem Tun und Handeln freie Hand, denn er weiss um die Stärken seiner Frau. Nur in einem Fall ist sein Wort endgültig. Bevor die Tore Hamburgs wegen der Pest geschlossen werden, schickt er Ruth und die Kinder auf das Landgut nach Borstel. Auch das Verschwinden von Greta, der kleinen Tochter des Pastors, kann ihn von seiner Meinung nicht abbringen.
    Der Schriftstil des Buches lässt sich angenehm lesen. Gut wiedergegeben werden die politischen Verhältnisse und die diffizilen Bündnisse im Nordischen Krieg. Bei Ankunft der Russen unter Zar Peter I. kann Wrangel seine Fähigkeiten als Verhandlungsführer einbringen. Sein Gespräch mit Menschikow gehört für mich zu den sprachlichen Höhepunkten des Buches. Obiges Zitat stammt daraus. Ausführlich dargestellt werden die Folgen der Pest für das städtische Leben. Interessant fand ich die aufgezeigten Möglichkeiten der Hygiene, der Behandlung der Kranken, aber auch die abergläubischen Vorstellungen. In dieser Atmosphäre der Angst hat keiner Zeit, sich um verschwundene Kinder zu kümmern. Sehr genau werden die Emotionen der Protagonisten wiedergegeben. Nach der Trauer um den Sohn ist die Angst der Pastorenfamilie um die verschwundene Tochter mit Händen greifbar. Die Szenen mit Greta wiederum, die nicht bereit ist, sich kampflos ihrem Schicksal zu fügen, lassen mich als Leser hoffen, bangen und mitfiebern, ob alles wieder in Ordnung kommt.
    Der Autorin gelingt es, den Spannungsbogen hoch zu halten. Dafür sorgen der geschickte Wechsel zwischen den Handlungsorten, die unterschiedlichen Erzählstränge und Protagonisten, die vielschichtig angelegt sind. Ein besonders gelungenes Beispiel dafür ist der Diplomat Abensur. Taktieren und Lancieren scheinen ihm in die Wiege gelegt. Doch im entscheidenden Moment siegt sein Gewissen.
    Eine ausführliche Darstellung der historischen Fakten und ein Glossar ergänzen das Buch.
    Das Cover mit dem Blick auf den Hafen passt zum Thema.
    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die Autorin versteht es, historische Fakten und eine fesselnde Handlung zu einer Einheit zu verbinden.

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    janein
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