Frei wie die Vögel

Die Helden von Lübeck - Eine Erzählung gegen das Vergessen

Ann-Helena Schlüter

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Am 10. November 1943 wurden in Hamburg vier Geistliche durch das Fallbeil hingerichtet, weil sie öffentlich Stellung bezogen gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes. Voller Leidenschaft für die historischen Hintergründe verwebt Ann-Helena Schlüter die vier Biografien erzählerisch miteinander.

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  • 4 Sterne

    Karl A., 20.10.2018

    "Gegen das Vergessen" steht im Untertitel dieses Buches. Wir lesen heute viel von den Verfolgten in islamischen oder totalitär regierten Ländern. Aber dass die schreckliche Verblendung durch den Nationalsozialismus im 20. Jahrhundert möglich war, hat mich erneut tief erschüttert. Das Buch von Ann-Helena Schlüter zeichnet mit feiner Hand nicht nur die Ereignisse nach, die schlussendlich zur Hinrichtung der vier Pfarrer führte. Einmalig ist der Blick in die Kämpfe, die sich in den Todeskandidaten abgespielt haben müssen. Wie erlebt ein Geistlicher die letzten Stunden vor der Hinrichtung? Welche Zweifel befallen selbst einen begnadeten Theologen angesichts einer Kirche, die sich von ihrem eigentlichen Auftrag verabschiedet hat und das menschenverachtende System des Nationalsozialismus unterstützt?
    Neu war für mich, dass die Nazis nicht nur Juden verfolgten, sondern auch Ausländer. Unter dem Begriff "lebensunwertes Leben" wurde die Bevölkerung in "Menschen" (sprich Deutsche) und "Untermenschen" eingeteilt. Zur zweiten Gruppe gehörten unter anderem auch "Zwangsarbeiter" aus dem besetzten Polen, die unentgeltlich für ihre Feinde arbeiten mussten. Den Pfarrern war es nicht nur untersagt, ihnen praktische Hilfe zukommen zu lassen, sie durften nicht einmal mit ihnen Kontakt aufnehmen. Aber auch Jugendgruppen und Diskussionsabende waren für die Gestapo verdächtig. Alles sollte in die "Hitlerjugend" integriert werden, damit die Indoktrination der nächsten Generation schon früh einsetzen konnte.
    War es schon schlimm genug, dass im "Dritten Reich" zwischen "Herrenrasse" und "Untermenschen" unterschieden wurde: der eigenen Bevölkerung wurde auch vorgeschrieben, mit wem sie sich treffen durften und wen sie meiden mussten. Hinzu kam eine haarsträubende, willkürliche Rechtsprechung. Im Prozess gegen die vier Geistlichen aus Lübeck stand das Urteil schon zu Beginn der Verhandlungen fest. Während des Plädoyers der Verteidigung lasen die Richter demonstrativ die Zeitung. Die Chancen für ein günstigeres Urteil lagen bei null.
    Typisch für dieses Buch sind seitenlange Überlegungen der vier Geistlichen. In intensiven Diskussionen im Pfarrhaus loteten sie die Möglichkeiten aus, die ihnen in dem engen Spielraum blieben, den ihnen die Regierung noch offenliess. Lohnt sich der aktive Widerstand oder sind illegale Aktionen im Untergrund wirkungsvoller? Soll man vor einem totalitären System einfach resignieren und kuschen oder neue, gefährliche Wege beschreiten, um Bedürftigen zu helfen? Für meine Begriffe sind diese Abschnitte etwas zu lang geraten, auch wenn sie einen tiefen Einblick in die ausweglose Situation von aktiven Christen in einem totalitären Regime geben. Für die vier Geistlichen führte ihr Widerstand ins Gefängnis und später zur Hinrichtung. Hat es sich trotzdem gelohnt? Die Frage bleibt offen, bis der höchste Richter einmal sein Urteil sprechen wird – zugunsten derer, die Barmherzigkeit geübt haben.
    Es ist ein spezielles Buch. Else Pelke, die selber schon ein Buch über die vier Märtyrer geschrieben hatte, ist begeistert. Sie schreibt: "Ann-Helena Schlüter hat einen Typ von Buch geschrieben, das in keine der bekannten literarischen Kategorien hineinpasst. Es verschmelzen reale Figuren und geschichtliche Fakten mit fiktiven Schilderungen, auf suggestiv-eindringliche Weise geschrieben, besonders die seelischen Befindlichkeiten und spirituellen Reifungsprozesse (…) sind grandios nachempfunden." Ich teile diese Einschätzung voll und ganz.

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    janein

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