Fettnäpfchenführer Ostfriesland

Eine Ode an das Moin
 
 
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Im entlegenen Nordwesten der Republik findet sich ein so flaches wie idyllisches Fleckchen Erde: Windmühlen erheben sich aus weiten Weiden, von sandigen Inseln werfen Leuchttürme ihr Licht aufs Meer, und die Einwohner sprechen eine Sprache, die zwar Deutsch...
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Kommentare zu "Fettnäpfchenführer Ostfriesland"

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  • 5 Sterne

    Elke S., 21.10.2019

    Ein ostfriesisches Highlight unter den klasse Fettnäpfchenführern

    Denken Sie in China, England oder Schottland wird am meisten Tee getrunken, der schiefste Turm steht in Pisa oder Platt ist ein Dialekt? Dann ist es höchste Zeit, dass Sie zu diesem tollen Büchlein greifen und sich von einem „KLOOKSCHIETER“ einmal darüber aufklären lassen, wie die Uhren in Ostfriesland ticken und was die alles draufhaben.

    Sylvie Glühmann, eine waschechte Ostfriesin, lässt den Leser hier auf gut 250 Seiten und in 45 äusserst kurzweiligen Kapiteln in ihre Heimat reisen und dort regelrecht eintauchen. Nach dem fünfundvierzigsten, das gleichzeitig als gelungener Abschluss mit einer wahren Hommage an Ostfriesland in Kurzform dient, versammelt es doch zehn triftige Gründe, warum man dorthin ziehen sollte, schliessen sind noch ein Anhang mit zwei Listen mit je zehn Dingen, die man dort tun sollte, bzw. mit denen man sich blamiert und ein „Lüttje Lexikon för Butenlanners“ an, das für Ausländer wichtige Plattbegriffe übersetzt.

    Da Sonja meint, dass „ein Blick über den Tellerrand ihres Spätzle-Reichs nicht schaden kann“, gilt „Für mindestens ein Jahr soll Ostfriesland ihre Heimat sein, […] Je nachdem, ob der Vertrag beim Ostfreesen-Blatjee verlängert wird und sie bleiben möchte.“ Und mit Sonja darf man sich hier so richtig einleben. Alle Kapitel beginnen mit einer kleinen, meist amüsanten Episode, die sie bei ihrer Arbeit als Journalistin und auch in der Freizeit erlebt und bei der es nicht selten breit schwäbisch heisst, „Jesses, was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht?“ oder wenn sie mal wieder so gar nichts versteht auch, „Also ehrlich, ihr habt einen Dialekt, da ist Schwäbisch Hochdeutsch dagegen .“

    Wobei das mit dem Dialekt kommt nur einmal vor, denn dass Platt alles andere als ein Dialekt, sondern eine anerkannte, eigene Sprache ist, worauf die Einheimischen auch Wert legen, wird sofort in einem Abschnitt, mit dem Titel „Wat´n Mallöör“, Fettnäpfchen in Platt, erklärt. Dass Platt auch noch von etwa 50 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird, es sogar mehrere Dialektarten gibt, Ortschilder teilweise in Platt einen völlig anderen Platt- Stadtnamen zeigen und damit verwirren, oder dass der Verein „Ostfreeke Taal“ gegen den Verfall kämpft und im September, dem „Plattdüütskmaant“, stets besondere Aktionen zum Erhalt geplant sind, bekommt man zusätzlich in einigen Klookschieter Infokästen erklärt. So darf man hier auch nicht nur eine Teetied samt „“Kluntjepott“ und „Rohmlepel“ live miterleben, sondern erfährt auch, dass sie von der UNESCO zum immateriellen Weltkulturerbe ernannt wurde. Es gibt Übersichten zu den Inseln. Was ist wo geboten, wo ist Radfahren erlaubt, wo nicht, wohin ist die Überfahrt tideabhängig, wie oft geht eine Fähre und was ist wichtig, wenn man im Strandkorb landen will, wird hier geklärt. Warum nicht alleine ins Watt, warum nicht auf der Düne Sonnenbaden, keinem Heuler zu nahe kommen und auch keine Möwen füttern, sind einige der Verhaltenstipps, die ebenfalls Einzug in diesen Reiseführer der besonderen Art finden. Zudem gibt es noch jede Menge Alltägliches. Warum normalerweise ein kräftiger Händedruck vonnöten ist, warum man aber bei einer typischen Viehauktion besser keinem die Hand gibt, wie toll es ist, dass es das Wörtchen „Moin“ gibt, mit dem man alles sagen kann, „verteelt“ die Autorin ebenso, wie dass sie verrät, was es mit dem Ostfriesen Abitur auf sich hat oder wer bei der Miss Ostfriesland gekürt wird. Eine breit gefächerte Auswahl, super abwechslungsreich und stets absolut interessant. Besonders loben möchte ich auch noch die Aktualität, so finden z.B. der VW Skandal, der in der Region zahlreiche Arbeitsplätze gekostet hat, oder auch die erst im Sommer errichteten Ottifanten Ampeln Einzug.

    Sylivie Gühmann ist in im ostfriesischen Leer geboren, hat die Mentalität mit der ersten Teetasse aufgesogen und wie sehr sie ihre Heimat liebt, ist nicht nur auf jeder Seite zu spüren, sondern es steckt beim Lesen so richtig an. Man kann eigentlich gar nicht anders, als bei der Lektüre zum Ostfriesen Liebhaber zu werden, sich dort hin zu träumen bzw. sofort den nächsten Urlaub zu buchen. Die Autorin, eine Journalistin, kann schreiben und ihr lockerer, pointierter Sprachstil liest sich einfach toll und locker, leicht. Die Seiten fliegen fast schon viel zu schnell dahin. Besonders gut hat mir gefallen, dass man unheimlich viel schmunzeln darf, wofür unzählige witzige Szenen, aber eben auch der tolle Schreibstil sorgen. Sicher ist sie bei Poetry Slams, an denen sie regelmässig teilnimmt, auch sehr erfolgreich. Hier kann es schon mal heissen, „Würden Ohren bei Wutanfällen anfangen zu dampfen, Sonjas Ohrmuschel käme einer geöffneten Dampfsauna gleich.“, wenn Sonja hinter einem Sonntagsfahrer hinterherzuckeln muss, es kann passieren, dass mit den Worten „…tritt wie eine Verrückte in die Pedale, wird dabei aber nicht gerade schneller. Sie muss auf dem Fahrrad wie ein Hamster auf Speed aussehen. Trotzdem hat sie das Gefühl rückwärts zu fahren.“, beschrieben wird, wenn sie mit aufrechter Haltung gegen die steife Brise auf dem Hollandrad kämpft oder sie kann mit dem extra angeforderten Abschlussballkleid auf der Miss Ostfriesland Wahl aber so was von völlig falsch angezogen sein.

    Lobend erwähnen möchte ich auch das Layout, das mich bei allen Bänden der Reihe und so auch hier wieder völlig überzeugt hat. Mit witzig, pointierten und optisch in Szene gesetzten Kapitelüberschriften, Infokästen, Zwischenüberschriften und einer angenehmen, augenfreundlich grossen Schrift macht schon der erste Blick ins Buch Lust auf Lesen. Ein tolle Zugabe ist in meinen Augen auch immer das passende Lesezeichen, auf dem die Top Ten der Dinge, mit denen man sich Ostfriesland blamiert und die die man unbedingt tun sollte, aufgedruckt sind, von denen die Rede war. Das handliche Hardcover macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck und daher eignet sich das Büchlein auf jeden Fall auch als prima Geschenktipp.

    Schon einige Titel aus der Reihe der Fettnäpfchenführer haben mir wirklich ausgesprochen gut gefallen, so viel Spass beim Lesen wie hier hatte ich aber längst nicht bei allen. Ich bin einfach nur begeistert. Fünf Sterne plus und eine breit gefächerte unbedingte Kaufempfehlung, egal ob Touri, der eine Reise plant bzw in Urlaubserinnerungen schwelgen will, jemand, der sich für längere Zeit dorthin begeben will, auch die, die einfach nur interessiert sind an Land und Leuten, und selbst wenn man nur ein gutes Geschenke für eine Leseratte, die gern reist, sucht, ist man hier bestens beraten. Begeisterte fünf Sterne.

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    janein

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