Milan und Milena
Erzählungen
Geschichten vom Ende einer Epoche. Ein eigenwilliges Beispiel slowenischer erotischer Prosa der Vorkriegszeit, zerrissen zwischen der spirituellen Vergeistigung und deren blasphemischer Pervertierung.
2011, 261 Seiten, Masse: 13,6 x 21,4 cm, Gebunden, Deutsch
Aus dem Slowen. übers., mit Anm. u. e. Nachw. vers. v. Erwin Köstler
Drava
ISBN-10: 3854356536
ISBN-13: 9783854356530
Aus dem Slowen. übers., mit Anm. u. e. Nachw. vers. v. Erwin Köstler
Drava
ISBN-10: 3854356536ISBN-13: 9783854356530
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Klappentext zu: Milan und Milena
Die Erzählung "Milan in Milena "aus dem Jahr 1913, geschrieben in melodischer, rhythmisierter Form, gilt als später Höhepunkt von Cankars symbolistischer Prosa. Im Grunde besteht sie aus zwei parallelen, nicht miteinander verknüpften Erzählsträngen und weist thematische Bezüge zu den drei Erzählungen aus Wille und Kraft auf. Milan und Milena sind zwei aus dem Rahmen fallende Charaktere, die im gewöhnlichen Leben keinerlei Halt finden und zwischen den Extremen der spirituellen Vergeistigung und deren blasphemischer Pervertierung pendeln. Der offen erotomanische Zug dieser Erzählung, die Cankar im Untertitel "Ein Liebesmärchen" nennt, die Vielzahl sexueller Anspielungen und Symbole machen sie auch zu einem eigenwilligen Beispiel slowenischer erotischer Prosa der Vorkriegszeit. Um Wille und Kraft drehen sich die anderen drei Erzählungen, die Ivan Cankar 1911 veröffentlichte. Anhand dreier Lebensgeschichten erzählt Cankar schlaglichtartig von der Suche nach etwas Absolutem und vom tragischen Scheitern an realitätsfernen Sinnkonstruktionen. In ihrer Beispielhaftigkeit können diese Geschichten vom Ende einer Epoche als Buch über eine Generation gelesen werden, deren Wille und Ehrgeiz in keinem Verhältnis zu ihrem Tun und ihren Fähigkeiten stehen. Die existenziellen Fragen, die Cankar anhand der Polaritäten zwischen aktivem Willen und passiver Ohnmacht, zwischen Vollkommenheitsanspruch und Durchschnittlichkeit, zwischen metaphysischem Streben und materieller Realität aufwirft, zeigen die Orientierungslosigkeit des Menschen in der modernen Welt und verweisen auch auf die inhumanen Züge einer nach Absolutheit strebenden Idealität.
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