Yalo, Elias Khoury, Familienromane

Yalo

Roman

So wie für Lawrence Durrell das alte Alexandria die Hauptstadt der Erinnerung war, ist für Elias Khoury das wiederaufgebaute Beirut die Hauptstadt der Amnesie. Yalo, der aus einer christlich-syrianischen Familie stammt, wächst in... mehr

2011, 377 Seiten, Masse: 13,1 x 20,6 cm, Gebunden, Deutsch
Übersetzung: Leila Chammaa Suhrkamp ISBN-10: 3518422243
ISBN-13: 9783518422243
 

Produkt-Beschreibung zu: Yalo

So wie für Lawrence Durrell das alte Alexandria die Hauptstadt der Erinnerung war, ist für Elias Khoury das wiederaufgebaute Beirut die Hauptstadt der Amnesie. Yalo, der aus einer christlich-syrianischen Familie stammt, wächst in Beirut auf. Jung gerät er in eine der Milizen des Krieges. Nach dessen Ende wird er Wächter eines Waffenhändlers. In den Hügeln ausserhalb Beiruts überfällt er nächtens Liebespaare, raubt und vergewaltigt - und verliebt sich in eines seiner Opfer, Shirin. Sie zeigt ihn an. Er wird festgenommen und gefoltert. Man zwingt ihn, sein Leben aufzuschreiben, immer neu, denn nie sind die Folterer zufrieden - selbst wenn er zugibt und ausmalt, was er gar nicht getan hat. So gerät Yalo ausser sich. Im Schmerz trennt er sich von seinem Körper und erfindet sich im Geist. Mit jeder neuen Fassung verändert sich die Beschreibung, sie reichert sich an, sie franst aus, verschmutzt, färbt sich, oszilliert, sie nimmt ein Sprach- und Eigenleben an: Yalo - ein libanesisches Leben in Zeiten des Kriegs und Nachkriegs. Elias Khourys sprachmächtiger Roman erzeugt - mitreissend und erkenntnisstiftend zugleich - einen Taumel.
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Klappentext zu: Yalo

So wie für Lawrence Durrell das alte Alexandria die Hauptstadt der Erinnerung war, ist für Elias Khoury das wiederaufgebaute Beirut die Hauptstadt der Amnesie. Yalo, der aus einer christlich-syrianischen Familie stammt, wächst in Beirut auf. Jung gerät er in eine der Milizen des Krieges. Nach dessen Ende wird er Wächter eines Waffenhändlers. In den Hügeln ausserhalb Beiruts überfällt er nächtens Liebespaare, raubt und vergewaltigt und verliebt sich in eines seiner Opfer, Shirin. Sie zeigt ihn an. Er wird festgenommen und gefoltert. Man zwingt ihn, sein Leben aufzuschreiben, immer neu, denn nie sind die Folterer zufrieden selbst wenn er zugibt und ausmalt, was er gar nicht getan hat. So gerät Yalo ausser sich. Im Schmerz trennt er sich von seinem Körper und erfindet sich im Geist. Mit jeder neuen Fassung verändert sich die Beschreibung, sie reichert sich an, sie franst aus, verschmutzt, färbt sich, oszilliert, sie nimmt ein Sprach- und Eigenleben an: Yalo ein libanesisches Leben in Zeiten des Kriegs und Nachkriegs. Elias Khourys sprachmächtiger Roman erzeugt mitreissend und erkenntnisstiftend zugleich einen Taumel.

Rezension zu: Yalo

"Einer sitzt im Gefängnis, kriegt Papier und wird gezwungen, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben. Er tut es in immer neuen Varianten - das kommt westlichen Lesern bekannt vor: es ist die Situation des "Stiller" von Max Frisch. Elias Khoury hat mit "Yalo" einen arabischen "Stiller" geschrieben. Die Identitätsnöte, der in seinem Roman durch alle Dimensionen von Traum und Wirklichkeit, Gegenwart und Vergangenheit treibt, sind freilich andere als die des westlichen Intellektuellen Stiller. Yalo ...

Autoren-Porträt von Elias Khoury:

Elias Khoury, geboren 1948 in Beirut, Studium der Geschichte und Soziologie und Unterricht an zahlreichen Universitäten im Libanon und an der Columbia University in New York. Er ist Kulturredakteur der Beiruter Tageszeitung An-Nahar, zahlreiche Romanveröffentlichungen.

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