Manchmal muss man das Leben kosten
Roman
Die Erinnerung und die Liebe gehen durch den Magen!<br />
<br />Klaras Eltern haben ihr nie von der Zeit vor ihrer Flucht aus Ungarn erzählt. Nur kulinarisch wurde die Heimat lebendig: Klara wächst mit saftigem Gulasch,... mehr
2011, 182 Seiten, Masse: 11,6 x 18,6 cm, Taschenbuch, Deutsch
Aus d. Französ. v. Michaela Messner
Blanvalet
ISBN-10: 3442368286
ISBN-13: 9783442368280
Aus d. Französ. v. Michaela Messner
Blanvalet
ISBN-10: 3442368286ISBN-13: 9783442368280
Produkt-Beschreibung zu: Manchmal muss man das Leben kosten
Die Erinnerung und die Liebe gehen durch den Magen!<br />
<br />Klaras Eltern haben ihr nie von der Zeit vor ihrer Flucht aus Ungarn erzählt. Nur kulinarisch wurde die Heimat lebendig: Klara wächst mit saftigem Gulasch, Mohnstrudel und den geräucherten Würsten aus einem ungarischen Feinkostladen im Pariser Marais auf. Erst bei ihrer ersten Reise nach Ungarn entdeckt sie das Land, die Liebe - und eine neue Sprache. Und langsam setzt sie sich ihre eigene Identität zusammen - wie ein köstliches ungarisches Menü ...<br />
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Klappentext zu: Manchmal muss man das Leben kosten
Ihr Land ist Frankreich, ihre Abstammung ungarisch eine junge Frau sucht ihre Identität und entdeckt sie wie ein perfektes Festmahl: "Manchmal reicht es, einfach nur zu essen, und schon ist alles gesagt."
Jahrelang haben Klaras Eltern ihrer Tochter nichts von der Zeit vor ihrer Flucht aus Ungarn erzählt. Selbst ihre Muttersprache war terra incognita. Nur in der Küche und beim Essen sind diese Regeln ausser Kraft gesetzt. Also wächst Klara auf mit saftigem Gulasch, Mohnstrudel und den geräucherten Würsten aus einem ungarischen Feinkostladen im Pariser Marais. Doch bei ihrer ersten Reise nach Ungarn entdeckt sie das Land, die Liebe und eine neue Sprache. Und langsam setzt sie sich ihre eigene Identität zusammen wie ein köstliches ungarisches Menü.
"In einem bescheidenen Lebensmittelladen mitten in Paris, in dem es keinen folkloristischen Schnickschnack gab, habe ich mir meine ersten Vorräte angelegt. Ich war in Frankreich geboren, meine Eltern auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs, und auf dem Umweg über die Gerichte, die auf den Tisch kamen und die so knusprig oder so scharf waren, dass es einem das Wasser in den Mund trieb, betrat ich jenen verbotenen Kontinent, von dem meine beiden Erzeuger gekommen waren. Als junges Mädchen biss ich lustvoll in den roten Paprika, sorgsam darauf bedacht, mir den ganzen Mund mit dieser köstlichen Frucht zu füllen. Ich ass mit Feuereifer, ganz so, wie man sich durch die ersten Diktatwörter hindurcharbeitet. Die Gerichte waren das einzige lebendige Gedächtnis, das mir gewährt, hinterlassen und überliefert wurde. Der Paprika-Vokal, der Galuska-Konsonant, das Nussfleisch ein Accent grave, die Bitterkeit der Gurke ein Accent aigu. Sie weckten meine Liebe zur dortigen Sprache, setzten eine Entzifferung in Gang, die für alle Zeiten eng mit den Sinnen verhaftet blieb, die mich verfolgt, begleitet und wach hält. Dank der Gerichte, Gerüche und verschiedenen Geschmäcker, die ich mir einverleibt und bis in meine tiefsten Träume wiedergekäut habe, habe ich mir im Laufe der Jahre die Buchstaben eingeprägt, die ungarische Schreibweise, die Wörter, den Stoff, aus dem die Sprache ist, später dann die Gesichter von Menschen, deren Ähnlichkeit mich verblüffte, und schliesslich kam es zur Begegnung mit der Familie und einer bestimmten Region in Mitteleuropa. Manchmal muss man nur essen, und schon ist alles, oder fast alles, gesagt ..."
Garniert mit köstlichen Rezepten, ist dieses Buch nicht nur literarisch ein Festmahl.
Jahrelang haben Klaras Eltern ihrer Tochter nichts von der Zeit vor ihrer Flucht aus Ungarn erzählt. Selbst ihre Muttersprache war terra incognita. Nur in der Küche und beim Essen sind diese Regeln ausser Kraft gesetzt. Also wächst Klara auf mit saftigem Gulasch, Mohnstrudel und den geräucherten Würsten aus einem ungarischen Feinkostladen im Pariser Marais. Doch bei ihrer ersten Reise nach Ungarn entdeckt sie das Land, die Liebe und eine neue Sprache. Und langsam setzt sie sich ihre eigene Identität zusammen wie ein köstliches ungarisches Menü.
"In einem bescheidenen Lebensmittelladen mitten in Paris, in dem es keinen folkloristischen Schnickschnack gab, habe ich mir meine ersten Vorräte angelegt. Ich war in Frankreich geboren, meine Eltern auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs, und auf dem Umweg über die Gerichte, die auf den Tisch kamen und die so knusprig oder so scharf waren, dass es einem das Wasser in den Mund trieb, betrat ich jenen verbotenen Kontinent, von dem meine beiden Erzeuger gekommen waren. Als junges Mädchen biss ich lustvoll in den roten Paprika, sorgsam darauf bedacht, mir den ganzen Mund mit dieser köstlichen Frucht zu füllen. Ich ass mit Feuereifer, ganz so, wie man sich durch die ersten Diktatwörter hindurcharbeitet. Die Gerichte waren das einzige lebendige Gedächtnis, das mir gewährt, hinterlassen und überliefert wurde. Der Paprika-Vokal, der Galuska-Konsonant, das Nussfleisch ein Accent grave, die Bitterkeit der Gurke ein Accent aigu. Sie weckten meine Liebe zur dortigen Sprache, setzten eine Entzifferung in Gang, die für alle Zeiten eng mit den Sinnen verhaftet blieb, die mich verfolgt, begleitet und wach hält. Dank der Gerichte, Gerüche und verschiedenen Geschmäcker, die ich mir einverleibt und bis in meine tiefsten Träume wiedergekäut habe, habe ich mir im Laufe der Jahre die Buchstaben eingeprägt, die ungarische Schreibweise, die Wörter, den Stoff, aus dem die Sprache ist, später dann die Gesichter von Menschen, deren Ähnlichkeit mich verblüffte, und schliesslich kam es zur Begegnung mit der Familie und einer bestimmten Region in Mitteleuropa. Manchmal muss man nur essen, und schon ist alles, oder fast alles, gesagt ..."
Garniert mit köstlichen Rezepten, ist dieses Buch nicht nur literarisch ein Festmahl.
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