Leben heisst, sich mitteilen
Betrachtungen, Reden, Aphorismen
In politisch brisanter Zeit hat Werfel sich immer zu Wort gemeldet - augenblicksbezogen, doch stets gegen eine materialistisch-realistische Weltdeutung. Vor allein, als er erkannte, wie gedankenlos die Menschen seiner Zeit die Ersatzreligionen -... mehr
1992, 450 Seiten, Masse: 13,5 x 20 cm, Leinen, Deutsch
Fischer (S.), Frankfurt
ISBN-10: 3100910397
ISBN-13: 9783100910394
Fischer (S.), Frankfurt
ISBN-10: 3100910397ISBN-13: 9783100910394
Produkt-Beschreibung zu: Leben heisst, sich mitteilen
In politisch brisanter Zeit hat Werfel sich immer zu Wort gemeldet - augenblicksbezogen, doch stets gegen eine materialistisch-realistische Weltdeutung. Vor allein, als er erkannte, wie gedankenlos die Menschen seiner Zeit die Ersatzreligionen - die marxistische wie die nationalsozialistische Ideologie - annahmen, bezog er die zeitlose Problematik des Gottesglaubens in seine Äusserungen ein und transponierte sie aus der rein theologischen "in das Gebiet der allgemein menschlichen Betrachtung". "Leben heisst, sich mitteilen, das ist einen inneren Prozess nach aussen kehren", lautete einer seiner Grundsätze.
Mit zuweilen "oratorisch beschwörendem Ton" kritisierte Werfel in Reden und Aufsätzen seine völlig säkularisierte, d.h. von der Religion abgefallene Umwelt und warnte, dass der Mensch im Konflikt des Glaubens und Unglaubens "zum gottverlassenen Intellekt zusammenschrumpft".
In seinem letzten Lebensjahr fasste er, Pascals 'Pensées', Novalis''Fragmente' und Jean Pauls 'Bemerkungen überuns närrische Menschen' als Vorbildern folgend, seine aphoristischen Aufzeichnungen und Notizen seit dem Jahre 1914 zu "Theologumena" zusammen. Verstreut blieben zu seiner Zeit die charakterisierenden Bildnisse, die er von seinen Freunden und von ihm bewunderten Künstlern, allen voran Giuseppe Verdi, zeichnete. Und auch hier findet sich immer wieder, mal anklingend, mal ausdrücklich, die Erinnerung an die religio, die Bindung des Einzelnen an "das wahre Sein" - Werfels Lebensüberzeugung.
Mit zuweilen "oratorisch beschwörendem Ton" kritisierte Werfel in Reden und Aufsätzen seine völlig säkularisierte, d.h. von der Religion abgefallene Umwelt und warnte, dass der Mensch im Konflikt des Glaubens und Unglaubens "zum gottverlassenen Intellekt zusammenschrumpft".
In seinem letzten Lebensjahr fasste er, Pascals 'Pensées', Novalis''Fragmente' und Jean Pauls 'Bemerkungen überuns närrische Menschen' als Vorbildern folgend, seine aphoristischen Aufzeichnungen und Notizen seit dem Jahre 1914 zu "Theologumena" zusammen. Verstreut blieben zu seiner Zeit die charakterisierenden Bildnisse, die er von seinen Freunden und von ihm bewunderten Künstlern, allen voran Giuseppe Verdi, zeichnete. Und auch hier findet sich immer wieder, mal anklingend, mal ausdrücklich, die Erinnerung an die religio, die Bindung des Einzelnen an "das wahre Sein" - Werfels Lebensüberzeugung.
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