
0816
Ein treffender Titel für das aktuelle Album von Bligg, denn 08/15 geht es da wirklich nicht zu!
Wagemut zahlt sich aus. Bligg ist in seiner Karriere schon etliche Wagnisse eingegangen. Erst etablierte er Schweizerdeutsch als Rapsprache, dann liess er im Song "Alles scho mal ghört" gemeinsam mit Sängerin Emel HipHop... mehr
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Ein treffender Titel für das aktuelle Album von Bligg, denn 08/15 geht es da wirklich nicht zu!
Wagemut zahlt sich aus. Bligg ist in seiner Karriere schon etliche Wagnisse eingegangen. Erst etablierte er Schweizerdeutsch als Rapsprache, dann liess er im Song "Alles scho mal ghört" gemeinsam mit Sängerin Emel HipHop und R'n'B-Gesang verschmelzen, und schliesslich begann er selber zu singen und brachte im letzten Jahr "10 vor 10"-Moderatorin Susanne Wille mit seinem Hitsong ein den Zeitgeist reflektierendes Ständchen.
Für sein neues Album "08/16" geht Marco Bliggensdorfer noch einen Schritt weiter. Aufbauend auf den Erfahrungen, die er bei der Zusammenarbeit mit der Streichmusik Alder für die Aufnahme des Stücks "Volksmusigg" gesammelt hat, lässt er auf der neuen Platte Elemente der Schweizer Volksmusik in seine Kompositionen einfliessen. In den gemeinsam mit Produzent Fred Herrmann im Zürcher Hitmill Studios entwickelten Songs finden sich Hackbrettmelodien und Jodelparts, spielt das Akkordeon zu HipHop-Beats und unterlegen Streicher die gewohnt pointierten Reime des Musikers.
Entstanden ist dabei allerdings nicht irgendeine plumpe Anbiederung an die Freunde der Volksmusik, sondern ein ganz natürliches musikalisches Statement. Ein Konzeptalbum - sein fünftes Soloalbum übrigens - auf dem der 32-jährige Musiker ganz deutlich seine eigene Linie fährt und auch textlich immer wieder auf seine Heimat eingeht. Zum Beispiel im Song "Musigg i dä Schwiiz", in dem Bligg mit den Bedeutungen der Namen von Schweizer Künstlern und Bands spielt. Ganz unabhängig von den jeweiligen Genres und von ihrem Erfolgsgrad drückt er mit ihren Nennungen seine tiefe Verwurzlung im Schweizer Musikschaffen aus. Dazu liefert eine Jodlerinnen den Auftakt, ehe ein satter mit Hackbrett, Turntable-Effekten und Akkordeon angereicherter Beat einsetzt. Eine noch tragendere Rolle übernimmt das Akkordeon in der chansonartigen Single "Rosalie" ein, die von der Begegnung mit einem charmanten Rosenverkäufer erzählt. Musikalische Fremdkörper nimmt man auch dort keine wahr.
"Die Zusammenarbeit mit der Streichmusik Alder hat mir gezeigt, dass man die Sounds aus der Volksmusik sehr gut in den HipHop/Pop/Rock-Bereich einfliessen lassen kann. So fremd ist man sich gar nicht", sagt Bligg selbst und erzählt von der Begegnung mit der Schweizer Hackbrett-Koryphäe Töbi Tobler, dem "Jimi Hendrix des Hackbretts".
Auch von einer anderen Begegnung erzählt er mit Stolz: Mundartrocker Gölä scheute eines Morgens ungeduldig Bligg's Nachbarschaft auf, um sich mit ihm ins Studio zu begeben. Daraus ist das rockige Duett "Das dörfsch nöd" entstanden, das von allzu regulativen Frauen berichtet. Und spätestens bei diesem ausgelassenen, von tüchtigen Bläsern angetriebenen Popsong fällt einem auf, welches Kunststück Bligg gemeinsam mit seinem Team vollbracht hat: Er kann mittlerweile alles in seine Vision einpassen.
"08/16" beinhaltet 13 neue Songs, die zum Besten gehören, was dieser Musiker je abgeliefert hat.
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