Böse Vögel
Eine Räuberpistole
Hans Ebenacher, nach Meinung Ernst Wagenbrenners lästig und untalentiert, wird von einem Auto überfahren. Ebenachers Nachlass besteht aus wenig mehr als 300 Seiten literarisch stilisierter Kalendernotizen, "filtrierte Tagebücher"... mehr
2004, 146 Seiten, Masse: 14,2 x 22,7 cm, Kartoniert (TB), Deutsch
Königshausen & Neumann
ISBN-10: 3826029275
ISBN-13: 9783826029271
Königshausen & Neumann
ISBN-10: 3826029275ISBN-13: 9783826029271
Produkt-Beschreibung zu: Böse Vögel
Hans Ebenacher, nach Meinung Ernst Wagenbrenners lästig und untalentiert, wird von einem Auto überfahren. Ebenachers Nachlass besteht aus wenig mehr als 300 Seiten literarisch stilisierter Kalendernotizen, "filtrierte Tagebücher" genannt. Zufällig erfährt Wagen-brenner vom Unfalltod des Mannes.
Was ihn wider Willen berührt. Und was ihn motiviert, die Texte zu lesen. Die ihn zunächst enttäuschen, da sie hauptsächlich von der unerwiderten Liebe Ebenachers zu dem Fussballverein Kickers Offenbach erzählen.
Bis Wagenbrenner auf Passagen stösst, die den Verdacht nahe legen, der Tote habe sich auf einen privaten Rachefeldzug begeben, und sei, nach anfänglichen Erfolgen, von einem übermächtigen Gegner mit Bedacht und Vorsatz ins Jenseits befördert worden.
Und zwar im Spessart, wo Frankfurter Jagdpächter sich einen "Schmuckköhler" mieten, und im Dunst des nächtlichen Kohlenmeilers Getränke, Geschäfte und Nutten klarmachen.
Und wo in einer Höhle ein Rumäne haust, der 200 Jahre nach Schinderhannes und 40 Jahre nach Bernhard Kimmel eine gemütliche deutsche Urangst virtuos wachzurufen versteht: Den Wald, in dem die Räuber sind. Beziehungsweise die Killer, die ihre Opfer in Wolfsgruben versenken. Weshalb sich Frankfurter im Spessart nicht zu sicher fühlen sollten. Philosophen dagegen haben vom Rumänen nichts zu befürchten.
Was aber ist nun genau passiert, im April 2000? In dieser unterfränkischen Einöde, in der es nicht einmal Dörfer gibt? Morde? Wie viele? Warum?
Der perfekte Mord muss allerdings realiter verübt worden sein, denn sonst liesse sich ja ein perfekterer denken. So ähnlich hätte viel-leicht, nach ein paar Schoppen Silvaner, Anselm von Canterbury argumentiert, an dessen Gottesbeweis sich der schratige Philosophie-professor Hagner abarbeitet - bis urbaner Geldpöbel ihn aus dem Wald vertreibt.
Aber vermutlich ist sowieso alles ganz anders, also wie immer: Ein Medienzyniker (Wagenbrenner) wird von einem pfiffigen Langzeitarbeitslosen (Ebenacher) übertölpelt. Die deutsche Provinz ist pragmatisch, unprätentiös, frei von Philosophen und Monstern. Und die Kickers steigen auch wieder auf.
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