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Frank Schätzing - Limit: Der Trailer

Frank Schätzing liest aus seinem neuen Thriller "Limit"
Der neue Thriller von Frank Schätzing "Limit" hat bereits im Vorfeld für Spannung gesorgt. Lange Zeit war nichts zum Inhalt des Buches bekannt, nur Schritt für Schritt wurde das Geheimnis gelüftet.

Nach seinem Erscheinen schaffte es "Limit" auf Anhieb auf Platz 1 der Focus-Bestsellerliste.

Sehen Sie in diesem spannenden Trailer Frank Schätzing kurze Passagen aus seinem neuen Roman lesen!
 

Interview mit Frank Schätzing


Herr Schätzing, Sie sind als Schriftsteller sehr vielseitig. Historischer Roman, Sachbuch, Köln-Krimi, Wissenschafts-Thriller – sie wechseln gerne von einem Genre zum anderen. In welchem Genre fühlen Sie sich am meisten „zuhause“?

Frank Schätzing: Im Ungewissen. Mich auf ein Genre festzulegen, würde mich langweilen. Ich lasse mich gerne von mir selber überraschen.

Gerade ein Wissenschafts-Thriller erfordert doch sehr viel Recherche und akribische Informationsbeschaffung. War dieses Interesse für wissenschaftliche Themen bei Ihnen schon immer so stark?

Frank Schätzing: Ich war immer schon neugierig und wollte alles verstehen, möglichst praxisnah, so, dass es Spass macht. In der Schule wurde das nicht unbedingt als wissenschaftlichem Interesse verstanden, dieses spielerische Herangehen, da stand eher das Auswendiglernen von Formeln im Vordergrund. Meine Lehrer taten eigentlich alles, um jede aufkeimende Faszination gleich wieder zunichte zu machen. So richtig für Wissenschaft entflammt bin ich dann auch erst durch Stephen Hawkings Kurze Geschichte der Zeit. Der war auch so ein staunender, grosser Junge, und er konnte hochkomplizierte Sachverhalte unterhaltsam beschreiben. Ich denke, sein Werk war die Initialzündung für spätere Bücher wie Schwarm, Nachrichten und jetzt LIMIT.

Was beeinflusst Sie bei der Themenfindung für Ihre Romane?

Frank Schätzing: Der pure Zufall. Ich suche nicht nach Ideen, ich lasse mich von ihnen finden. Einfach, indem ich mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehe. Meist sind es die Randnotizen, an denen ich hängen bleibe, Themen, über die noch nicht jeder spricht, die aber das Zeug zu mehr haben. Ich muss das Potenzial sehen, intuitiv spüren. Packt mich da was? Wenn in meinem Kopf ein Film losgeht, weiss ich, dass ich darüber schreiben sollte.

In LIMIT machen ein paar feine Herrschaften einen Vergnügungs-Trip zum Mond. Was halten Sie vom »lunaren Tourismus«, glauben Sie, dass es soweit jemals kommen wird und wenn ja, würden Sie dann auch gerne den Mond bereisen?


Frank Schätzing: Obama hat ja gerade verfügt, die geplanten Mondmissionen der USA zu streichen. Eigentlich nicht überraschend. Staatliche Raumfahrt tut sich schwer, schon weil der Rechtfertigungsdruck, Unsummen in Raumschiffe zu investieren, gegenüber einer krisengeschüttelten Öffentlichkeit immer grösser wird. Von solcherlei Bedenken sind Privatunternehmen Lichtjahre entfernt. Sie haben mehr Geld, die besseren Leute, sind schneller, kreativer und mutiger. Und natürlich werden sie die Raumfahrt – siehe Richard Branson – einer kommerziellen Ideologie unterwerfen, also wird es Weltraumtourismus ohne Zweifel geben. Ich persönlich finde das gut. Wir haben in Millionen von Jahren die Erde erforscht, es liegt in unserer Natur, unseren Horizont zu erweitern. Ich sehe keinen Grund, warum das jenseits der Atmosphäre enden sollte. Wenn also zu meinen Lebzeiten das erste Mondhotel gebaut wird, werde ich meine Flugangst wohl überwinden müssen.

Sie greifen in LIMIT das Energieproblem unseres Planeten auf. Wie gehen Sie in Ihrem eigenen Alltag mit dem Thema Energie-Problematik um, sind Sie gerade jetzt nach dem Roman besonders dafür sensibilisiert?

Frank Schätzing: Ich war schon vorher sensibilisiert, das war ja einer der Gründe, LIMIT zu schreiben. Ich versuche vor allem, Energie nicht zu vergeuden. Ansonsten gehe ich entspannt mit dem Thema um und nutze das ganze Spektrum – ich bin kein Ökofundamentalist, ich finde es gut, wenn der Mix stimmt: Solarenergie, Wind, Wasser, Erdwärme, Bio-Treibstoff, plus ein gewisser Anteil Öl und Gas. Nur die Atomkraft sollten wir endgültig ad acta legen. Die Endlagerung ist einfach ein zu grosses Problem.

LIMIT spielt in der Zukunft im Jahr 2025, das Szenario ist ja recht düster. Abgesehen davon – wie sieht Ihre Vision der Welt in 50 Jahren aus?

Frank Schätzing: Finden Sie LIMIT düster? Ich denke, das Szenario ist nicht düsterer als unsere Realität, es gibt hier wie da Licht und Schatten. Chinas wirtschaftlichen Aufstieg, um nur ein Beispiel zu nennen, halte ich keineswegs für eine Schreckensvision – als hätte der Westen ein Monopol auf die wirtschaftliche und politische Führungsrolle unseres Planeten. Die Welt ändert sich. Die Einflussverhältnisse ändern sich, für die einen zum schlechteren, für den anderen zum besseren. Die Konzernisierung der Politik wird zum Problem werden, klar, andererseits weisen sich die meisten Regierungen nicht gerade durch den nötigen Einfallsreichtum aus, den eine Welt wie unsere erfordert, da sind ihnen die Privaten weit voraus. Und 2059? Keine Ahnung. Ich denke, die Zukunft wird vor allem extremer werden. Reichere Reiche, ärmere Arme, Vernetzte und Netzlose, die fortschreitende Verelendung eines Teils unserer Gesellschaft, demgegenüber ein besseres Leben für sehr viele andere. Grossartige neue Technologien, Durchbrüche in der Forschung, wirkungsvollere Medikamente – der Mensch wird die Kurve kriegen.

Führt uns Ihr nächstes Projekt eher zum Mars oder eher nach Köln?

Frank Schätzing: Ich denke, irgendwo auf halber Strecke zwischen Mars und Köln wird es sich abspielen.


Autorenporträt von Frank Schätzing


Frank Schätzing, geboren 1957 in Köln, studierte Kommunikationswissenschaften, war Creative Director in internationalen Agenturen-Networks und ist Mitbegründer einer Kölner Werbeagentur.

Anfang der Neunziger begann er, Novellen und Satiren zu schreiben und veröffentlichte 1995 den historischen Roman Tod und Teufel. Nach zwei weiteren Romanen und einem Band mit Erzählungen erschien 2000 der Bestsellerroman Lautlos, ein politischer Thriller über den Weltwirtschaftsgipfel 1999, den die Presse als »schillernde Momentaufnahme des ausgehenden Jahrtausends« lobte.

Im Frühjahr 2004 erschien sein Roman Der Schwarm. Das Buch hat seit Erscheinen über 920.000 Exemplare im Hardcover verkauft und wurde in 17 Sprachen übersetzt.