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Alles von Martin Suter
Martin Suter, geboren 1948 in Zürich, lebt mit seiner Frau in Spanien und Guatemala. Er war Werbetexter und erfolgreicher Werber, ein Beruf, den er immer wieder durch andere Schreibtätigkeiten ergänzt oder unterbrochen hat. Unter anderem "GEO"-Reportagen, zahlreiche Drehbücher für Film und Fernsehen. Seit 1991 lebt er als freier Autor.
Martin Suter ist am 29. März 2004 in Zürich mit der Goldenen Diogenes Eule ausgezeichnet worden.
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Autoren-Porträt von Martin Suter:
Martin Suter ist am 29. März 2004 in Zürich mit der Goldenen Diogenes Eule ausgezeichnet worden.
Autoren-Interview:
Martin Suter: Nein, nein, die Krise kam auch für mich überraschend. Ich hatte schon manchmal das Gefühl, dass das so nicht weitergehen kann.Aber ich staune, dass es so knüppeldick gekommen ist.
Weltbild: Gemäss Ihrer Behauptung prägt die Business-Class die Schweiz viel stärker als die politische Klasse. Was heisst das für die Auswirkungen der Krise auf unser Land?
Martin Suter: Wie gross der Einfluss der Business-Class auf die Politik ist, lässt sich an der Hilfe für die Banken erkennen: Wenn sie von der grossteils selbst verschuldeten Finanzkrise gebeutelt werden, retten sie sich blitzschnell unter die Flügel der Staatshenne. Aber nur in der Schweiz gelingt es ihnen, selbst dann noch die Politik daran zu hindern, ihre Staatshilfe an Bedingungen zu knüpfen.
Weltbild: Wie sieht der ideale Manager aus?
Martin Suter: Ich habe mich bisher mit der gegenteiliegen Frage befasst. Ich versuche es trotzdem: der ideale Manager muss sein Produkt oder seine Dienstleistung kennen und lieben. Er muss seine Mitarbeiter kennen und respektieren. Er muss kreativ und innovativ sein. Er muss Wohlergehen von Mitarbeitern und Unternehmen über dasjenige der Anteilseigner stellen. Er muss Gewinn machen und reinvestieren. Und wenn er das alles schafft, darf er von mir aus so viel verdienen, wie er will.
Weltbild: Sind Sie persönlich von der Krise betroffen?
Martin Suter: Finanziell nicht, ich besitze keine Wertpapiere.
Weltbild: Die Volksseele kocht - Die UBS beabsichtigt weiterhin Boni auszuzahlen. Haben Sie Verständnis für diese Haltung oder finden Sie diese Haltung arrogant?
Wenn Boni Bestandteil eines Lohnsystems sind, muss man sich schon an die Verträge halten. Aber vielleicht könnte man das System überdenken. Das Argument, man könne sich sonst nicht die besten Leute angeln, ist etwas schwach geworden, seit wir wissen, wohin uns die besten Leute gebracht haben.
Weltbild: Müsste der Bundesrat hier nicht einschreiten und dies verhindern?
Martin Suter: Wie gesagt, ich finde schon, dass der Bundesrat die Staatshilfe an Bedingungen hätte knüpfen sollen. Aber ob er die Lohnpolitik vorschreiben soll? Ich weiss nicht.
Weltbild: Verändert die Krise die Managerkaste oder müssen wir weiterhin mit solchen Lohn-Exzessen rechnen?
Martin Suter: Ich glaube, solange die Krise andauert, werden die Exzesse, wenn nicht verschwinden so doch etwas diskreter werden. Und vielleicht kommt man wieder zum bewährten Prinzip zurück, dass, wer gut ist viel verdient und nicht, wer viel verdient gut ist.
Weltbild: Die derzeitige weltweite Finanzkrise würde doch einen guten Hintergrund für Für einen neuen Roman liefern. Sind Sie bereits am Schreiben oder sind Sie an einem anderen Thema?
Martin Suter: Mein neuer Roman hat ein ganz anderes Thema, aber er spielt heute, das heisst: vor dem Hintergrund der Finanzkrise.
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